Einzelkornsämaschine Puro

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Pöttinger sät seit 25 Jahren: ab nächster Saison auch Einzelkorn

Die Einzelkornsämaschine Puro soll zur nächsten Aussaat verfügbar sein. Eine Erweiterung der pneumatischen Sämaschine Aerosem M soll ebenso Einzelkornsaat ermöglichen.

Mit dem Kauf eines ostdeutschen Werks stieg das oberösterreichische Landtechnik-Unternehmen vor 25 Jahren in die Sätechnik ein. Mit der Übernahme des italienischen Herstellers MaterMacc erfolgte 2022 der Einstieg in die Einzelkornsätechnik. 

Der Prototyp der Einzelkornsämaschine Puro wurde vergangenes Jahr auf der Agritechnica erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Nachdem sich die Vorserie im Frühjahr auf den Testmärkten gut bewährt habe, soll nun der nächste große Schritt folgen: die Einführung auf den europäischen Märkten. Die BauernZeitung war dabei, als die Maschine vergangene Woche bei einem internationalen Presseevent live zu sehen war. 

Einzelkornsämaschine Puro 2027 am Markt

Die Puro H 3000 besteht aus sechs Reiheneinheiten mit Abständen von 70 bzw. 75 Zentimetern. Je nach gewähltem Reihenabstand hat die Einzelkornsämaschine eine Arbeitsbreite von 4,2 bzw. 4,5 Metern und ist für Traktoren ab einer Leistung von 90 PS ausgelegt. 

Angetrieben wird die Puro serienmäßig mechanisch – geplant ist laut Hersteller aber auch ein elektrischer Antrieb als Option. Die Steuerung erfolgt über ein ISOBUS-fähiges Terminal. 

Das Herzstück der Maschine ist die Vereinzelung, die aus einem speziellen Kunststoffgemisch besteht. Dies garantiere laut den Produktexperten „Formstabilität und Torsionsfestigkeit unter allen Umwelteinflüssen“. Die Vereinzelung funktioniert mit Unterdruck und arbeitet im Zusammenspiel mit dem Gravitations-Korntransport zur Saatfurche als abgestimmtes Gesamtsystem, dem Precision Seed Placement (PSP). 

Aufgebaut ist die Vereinzelung zweiteilig. Der Deckel kann einfach ohne Werkzeug abgenommen werden. Das ermöglicht einen schnellen Säscheibenwechsel auch bei vollem Saattank. Dafür hat der 68-Liter-Saatgutbehälter aus Kunststoff an der Unterseite einen Absperrschieber. Entlang der Mittellinie der Löcher der Säscheibe ist eine dünne Metallfinne angebracht. Dadurch wird vermieden, dass der dünne Teil von spitzerem Saatgut in die Löcher gezogen wird und diese verstopft.

Die Dual-Disc-Doppelscheibenscharen schneiden durch die konische Ausführung die Säfurche präzise auf. Der Schardruck beträgt 180 Kilogramm.

Wird die Puro optional mit einem Düngertank (1.350 Liter)ausgerüstet, verfügt sie über separat aufgehängte und gefederte Düngerschare, ausgeführt als Doppelscheibenscharen. Das Düngerband ist in Tiefe und Abstand unabhängig zur Saatreihe individuell einstellbar. 

Im Praxiseinsatz habe die Maschine laut Hersteller sowohl in Mulch- als auch in Pflugsaat    bis 8,5 km/h durch exakte Kornablage in Abstand und Tiefe überzeugen können. Zum Start der Anbausaison im Frühjahr 2027 soll die Puro europaweit ausgerollt werden.

Neue Aerosem M ermöglicht auch Maissaat

Pöttinger erweitert zudem die Aerosem-Baureihe. Die neueste Generation der pneumatischen Sämaschine bietet zwei Tanksysteme zur Auswahl und ermöglicht auch die Einzelkornsaat (4-reihig) von Mais. Der Standardtank fasst 1.250 Liter Saatgut und kann um weitere 600 Liter erweitert werden. Beim Precision Combi Seeding (PCS) wird der für die Drillsaat ausgelegte Tank um Vereinzelungselemente erweitert. Serienmäßig bietet der Tank Platz für 450 Liter Mais (2 x 225 l) und 800 Liter Dünger. Der optionale Tankaufsatz steigert das Volumen auf 650 Liter Mais (2 x 325 l) und 1.200 Liter Dünger. Die Doppelscheibenschare erreichen einen Druck von bis zu 60 Kilogramm. Für die Maisaussaat hat Pöttinger einzelne Dual-Disc-Schare modifiziert. Auslaufrohr und Fangrollen legen das Saatgut ab und drücken es an. Die optionalen Striegelzinken sollen einen schnellen Bodenschluss herstellen.

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