Ein eigener Hofladen, ein Hofcafé und die Direktvermarktung der eigenen Produkte: Jeannette Lässer und ihr Mann haben ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Vorarlberg Schritt für Schritt weiterentwickelt. Gleichzeitig gehören Milchviehhaltung und die Familie mit Kindern zu ihrem Alltag. Viele Aufgaben, viele Ideen und viel Verantwortung kamen zusammen. Für Jeannette war es lange selbstverständlich, überall mit anzupacken. Sie arbeitete viel, übernahm Aufgaben und versuchte, den Anforderungen von Betrieb und Familie gerecht zu werden. Aus einzelnen Tätigkeiten wurde mit der Zeit ein permanenter Kreislauf aus Arbeit und Verpflichtungen.
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Immer weitermachen, bis nichts mehr geht
Jeannette Lässer merkte zunächst selbst nicht, wohin dieser Weg führte. Sie war es gewohnt, weiterzumachen und sich um die anstehenden Aufgaben zu kümmern. Eine Pause schien im Alltag oft nicht vorgesehen. Irgendwann wurde aus dem hohen Arbeitspensum jedoch eine Belastung, die sie nicht mehr auffangen konnte. Jeannette geriet in einen Burnout und brach schließlich zusammen.
Damit begann für sie eine Zeit, in der sie sich zunächst bewusst machen musste, was eigentlich passiert war. Denn zu erkennen, dass die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen, ist gerade für Menschen, die gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen, nicht einfach.
Schritt für Schritt zurück zu den eigenen Grenzen
Der Weg zurück bestand für die Bäuerin nicht darin, von einem Tag auf den anderen alles zu verändern. Sie musste vielmehr Schritt für Schritt lernen, wieder stärker auf sich selbst zu hören. Dazu gehört heute auch, ihre Arbeitszeiten bewusster zu gestalten und nicht mehr selbstverständlich jede Aufgabe selbst zu übernehmen. Aufgaben abzugeben, Grenzen zu setzen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen, sind für sie wichtige Bestandteile ihres neuen Umgangs mit Arbeit geworden.
Dabei geht es nicht darum, weniger engagiert zu sein. Vielmehr hat Jeannette gelernt, die eigenen Kräfte bewusster einzuteilen. Denn gerade auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gibt es immer etwas zu tun. Wenn zusätzlich Direktvermarktung, Hofladen und Hofcafé dazukommen und auch die Familie Zeit und Aufmerksamkeit braucht, kann die Liste der Aufgaben schnell wachsen.
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Jeannette Lässer vermarktet ihre Produkte direkt in einem Hofcafé.
Was sie heute anders macht
Heute weiß die Vorarlbergerin besser, wann es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten. Sie versucht, regelmäßige Arbeitszeiten einzuhalten, Verantwortung abzugeben und die eigenen Bedürfnisse nicht erst dann wahrzunehmen, wenn die Belastungsgrenze bereits überschritten ist. Ihre Geschichte zeigt dabei auch, dass hinter einem erfolgreichen Betrieb nicht nur Arbeit und unternehmerische Ideen stehen, sondern Menschen mit ihren eigenen Grenzen und Bedürfnissen.
In der neuen Folge von „Hoftor Auf“ spricht Jeannette Lässer darüber, wie sie ihren Betrieb gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut hat, wie die Direktvermarktung entstanden ist und welche Rolle Hofladen und Hofcafé heute spielen. Gleichzeitig erzählt sie von einer persönlichen Krise, die sie dazu gebracht hat, ihren Umgang mit Arbeit grundlegend zu hinterfragen.
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