Die Produktion in Zedelgem geht auf das Jahr 1906 zurück. Leon Claeys eröffnete damals auf dem Gelände ein Ingenieurbüro und begann mit dem Bau von Dreschmaschinen. 1952 brachte Claeys den MZ auf den Markt, der als Europas erster selbstfahrender Mähdrescher gilt. Die Maschine hatte 65 PS, eine Erntekapazität von 5.000 Kilogramm (kg) pro Stunde und ein Gewicht von 3700 kg. Der ursprüngliche MZ war noch deutlich anders aufgebaut als heutige Mähdrescher – er wurde zunächst mit einer Absackvorrichtung angeboten.
Hightech-Produktion
New Holland kam erst einige Jahre später ins Spiel: 1964 kaufte Sperry Rand, der damalige Eigentümer von New Holland, das Claeys-Geschäft. Seitdem haben umfangreiche Veränderungen und Erweiterungen in Zedelgem stattgefunden. Zuletzt wurden zwischen 2022 und 2025 im Rahmen des „Accelerator Project“ 150 Millionen Euro in digitale Fertigungstechnologien investiert. Die Initiative wurde von CNH gemeinsam mit Flanders Make, VLAIO und fünf Fertigungspartnern entwickelt und erhielt 1,85 Millionen Euro Unterstützung von der flämischen Regierung. Die Investition hat auch die Produktion von CR10 und CR11 unterstützt, die Vorzeigemähdrescher von New Holland mit Twin-Rotoren, bis zu 775 PS und bis zu 20.000 Litern Korntankkapazität, mit elektronischer Überwachung und Konnektivität sowie mit neuesten Technologien in den Bereichen KI und Automatisierung.
Vom CX bis zum BigBaler
Heute werden in Zedelgem mit rund 3.000 Mitarbeitern Mähdrescher (CX – konventionell, CH – Hybrid und CR – Twin Rotor), selbstfahrende Feldhäcksler (FR) und Ballenpressen (BigBaler) entworfen, gefertigt, getestet und vermarktet. Wer als Besucher das Werk besichtigen will, muss gut bei Fuß sein: 36 Hektar ist die Anlage groß, in der vermehrt automatische Lenkfahrzeuge (AGVs), hochspezialisierte Roboter und andere Hightech-Verfahren eingesetzt werden: Etwa Visualisierungstechnologien, mit denen Ingenieure die Bedienung von Maschinen testen können, noch bevor ein Prototyp gebaut ist.
Jährlich 157.000 Tonnen Stahl
Der Umfang und die Komplexität der Geschäftstätigkeit von Zedelgem spiegeln sich in den Zahlen wider. Jährlich verarbeitet das Werk 157.000 Tonnen Stahl zu New Holland Mähdreschern, Feldhäckslern und BigBalers. Hinter jeder Maschine verbergen sich Tausende von Komponenten: Ein CR11-Mähdrescher allein umfasst rund 11.000 Einzelkomponenten, beinhaltet 75 neu patentierte Technologien und benötigt rund 500 Produktionsstunden zum Bau. „Die Stärke des Werks liegt nicht nur in den Maschinen, die das Band verlassen, sondern auch darin, wie unsere Mitarbeitenden, Prozesse und Technologien als ein System zusammenwirken, um Komplexität zu beherrschen, Qualität zu sichern und fortschrittliche Konstruktionen in zuverlässige Maschinen umzusetzen“, sagt Stefaan Van De Walle, Werksleiter Zedelgem.
Starke und intelligente Maschinen
Im Rahmen der Presseveranstaltung hat New Holland auch einige aktuelle Maschinen gezeigt: etwa die Ballenpressen BigBaler 1270 Plus und BigBaler 1290 HD, auch im Zusammenspiel mit einem LiDAR-Sensor am Dach der Traktorkabine. Der Sensor ist das Herzstück der IntelliSense-Ballenautomatik. Sie ermöglicht die proaktive Automatisierung der Traktorlenkung je nach Schwadverlauf und Geschwindigkeitsanpassung je nach Schwadvolumen. Die Technologie ist jetzt für alle BigBaler-Modelle verfügbar.
Copyright © BZ/Stockinger
Der BigBaler 1270 Plus
Zu sehen waren u. a. auch das aktuelle Mähdrescher-Flaggschiff CR 11 mit einer Maximalleistung von bis zu 775 PS zusammen mit der Farmmanagement-Lösung FieldOps, der neue Traktor TX.7440 XD mit bis zu 435 PS und der Feldhäcksler FR780 mit Kemper-Mähvorsatz zur Klappung auf Knopfdruck und der New Holland ForageCam. Mit Hilfe der Kamera werden Kornfragmente bei der Silageernte von Mais erkannt. Das System passt die Verarbeitungsparameter in Folge automatisch an, um die gewünschte Futterqualität bzw. den CSPS-Wert zu erreichen.
Copyright © BZ/Stockinger
Der CR11 von New Holland
Zedelgem in Zahlen
Alter des Standorts: 120 Jahre
Gesamtfläche des Standorts: 360.000 m²
Überdachte Fläche: 204.170 m²
Mitarbeiter: rund 3.000
Produzierte CR-Mähdrescher: mehr als 20.000 seit 2006
Seit Eröffnung des Werks produzierte Mähdrescher: 241.371
Jährlich verwendete Pulverbeschichtung: 172 Tonnen
Jährlich verarbeiteter Stahl: 157.000 Tonnen
Produktionskapazität pro 8-Stunden-Schicht: 16 Mähdrescher, 8 Pressen, 3 Feldhäcksler
www.youtube.com
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))