Die Trockenheit hinterlässt im Burgenland historische Spuren: Die Getreideernte fällt heuer so schlecht aus wie seit mehr als Jahrzehnten nicht mehr. Für viele Ackerbaubetriebe geht es längst nicht mehr nur um geringere Erträge – Hitze und fehlende Niederschläge werden zur wirtschaftlichen Belastungsprobe.
Laut Statistik Austria wurden heuer 219.000 Tonnen Getreide geerntet. Erwartet worden waren 256.000 Tonnen. Die Differenz von 37.000 Tonnen entspricht etwa 1.500 Lkw-Ladungen.
Hitze und Trockenheit setzen Kulturen zu
Im Burgenland fehlen vielerorts mehr als 50 Prozent der üblichen Niederschläge. Temperaturen von bis zu 65 Grad auf den Blattoberflächen setzen den Pflanzen zu. Beim Mais drohen fehlender Kolbenansatz und Vertrocknung, bei Sojabohnen kommt es zum Blütenabwurf.
Auch Sonnenblumen, Körnermais, Zuckerrüben, Ölkürbis und Wein stehen unter Druck. Geringere Erntemengen und hohe Produktionskosten verschärfen die Lage vieler Betriebe.
Forderung nach weiteren Hilfen
LK-Präsident Nikolaus Berlakovich fordert Unterstützung: „Die Situation in der ackerbau- und weinbaugeprägten Landwirtschaft im Burgenland ist mehr als angespannt. Deshalb müssen Maßnahmen zur wirtschaftlichen Abfederung der Betriebe ergriffen werden.“
Erste Schritte wurden gesetzt: Die Dürreversicherung ist abgesichert, die Agrardieselrückvergütung wurde verlängert und dürregeschädigte Ackerkulturen sind ohne Sanktionen von der Ernteverpflichtung ausgenommen. Gefordert werden weitere Maßnahmen wie Stundungen bei Sozialversicherungsbeiträgen und Agrarinvestkrediten, Zuschüsse aus der EU-Agrarkrisenreserve sowie Zinsenzuschüsse.
„Der Klimawandel ist real und erfordert in der Landwirtschaft auch Anpassungsschritte“, betont Berlakovich. Die heurige Dürre zeigt: Die Anpassung an häufigere Trockenperioden wird für die burgenländische Landwirtschaft zu einer Zukunftsfrage.
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