Topfen erlebt derzeit ein bemerkenswertes Comeback. Was lange als klassisches Produkt der österreichischen Küche galt, entwickelt sich zunehmend zum gefragten Proteinlieferanten für gesundheitsbewusste Konsumenten. Genau auf diesen Trend reagiert Berglandmilch mit einer Investition von 25 Millionen Euro am Standort Aschbach-Markt. Dort entstehen neue Produktionskapazitäten für jährlich 15.000 Tonnen Topfen und 7.000 Tonnen Frischkäse. Gleichzeitig werden Sortiment, Verpackungsmöglichkeiten sowie Hygiene- und Qualitätsstandards erweitert.
„Wir sehen, dass Topfen und Frischkäse stark wachsende Segmente sind. Vor allem bei jungen Konsumentinnen und Konsumenten gewinnen diese Produkte kontinuierlich an Bedeutung. Deshalb investieren wir gezielt in diesen Bereich und entwickeln unser Sortiment laufend weiter“, betonte Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer bei einem Pressegespräch am Standort Aschbach, bei dem gemeinsam mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker das Investitionsprojekt vorgestellt wurde.
Die neuen Anlagen sollen bereits im Februar des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Ein wesentlicher Teil der zusätzlichen Produktion ist für Exportmärkte wie Deutschland, Italien und Spanien bestimmt. Errichtet wird die neue Anlage bewusst mit regionalen Unternehmen - ein weiterer Beitrag zur Wertschöpfung in der Region.
Förderprogramm löst Investitionen aus
Die Erweiterung in Aschbach ist Teil des Förderprogramms „Verarbeitung und Vermarktung“, das von Europäischer Union, Bund und Land Niederösterreich finanziert wird. Unterstützt werden Investitionen von lebensmittelverarbeitenden Betrieben, die landwirtschaftliche Rohstoffe aus Österreich veredeln und damit die gesamte Wertschöpfungskette stärken. Das Land setzt dabei bewusst auf Investitionsanreize: Die öffentliche Förderung soll Modernisierungen ermöglichen und Unternehmen dazu bewegen, umfangreiche Eigeninvestitionen auszulösen.
Was die Wirtschaft jetzt braucht, sind Investitionen und keine Krankjammerei.
Stephan Pernkopf
LH-Stellvertreter
Allein in den vergangenen drei Sitzungen wurden im Rahmen dieses Programms 15 Projekte mit einem gesamten Investitionsvolumen von 66,7 Millionen Euro genehmigt. Dafür stehen 8,2 Millionen Euro an Fördermitteln von EU, Bund und Land zur Verfügung. Die Berglandmilch erhält für ihr 25-Millionen-Euro-Projekt dabei maximal eine Million Euro Förderung, den überwiegenden Teil der Investition trägt das Unternehmen selbst.
„Was die Wirtschaft jetzt braucht, sind Investitionen und keine Krankjammerei“, betonte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Die Förderung sei ein gezielter Anreiz, den Großteil der Investitionen müssten die Betriebe jedoch selbst erwirtschaften.
Gleichzeitig profitiere die Landwirtschaft unmittelbar von solchen Projekten. „Wenn die lebensmittelverarbeitenden Unternehmen ausbauen, dann bauen sie auf die Qualität der angelieferten Produkte der heimischen Bäuerinnen und Bauern“, sagte Pernkopf. Moderne Verarbeitungsbetriebe sicherten damit nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den langfristigen Absatz heimischer Agrarrohstoffe.
Regionale Energie stärkt den Standort
Der Standort Aschbach verarbeitet jährlich rund 550 bis 600 Millionen Liter Milch und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben Trinkmilch, Butter, Joghurt und Mozzarella wird hier künftig noch stärker auf Topfen und Frischkäse gesetzt.
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Mitten im Ausbau: In Aschbach errichtet Berglandmilch neue Produktionskapazitäten für Topfen und Frischkäse, eine Investition von 25 Millionen Euro.
Parallel zur Produktion hat Berglandmilch in den vergangenen Jahren auch ihre Energieversorgung grundlegend umgestellt. Rund 75 Prozent des Energiebedarfs werden mittlerweile durch ein eigenes Biomasse-Heizwerk gedeckt, weitere Mengen liefert die betriebseigene Biogasanlage. Dadurch konnte der Erdgasverbrauch auf lediglich fünf Prozent reduziert werden.
„Die Wertschöpfung für den Energiebedarf war früher eine Überweisung nach Russland – heute geht sie an die regionalen Bauern, die die Hackschnitzel liefern“, brachte Braunshofer die Entwicklung auf den Punkt. Die regionale Energieversorgung sei nicht nur klimafreundlicher, sondern wirtschaftlich ebenso konkurrenzfähig.
Für Pernkopf zeigt das Projekt beispielhaft, wie eng Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft miteinander verbunden sind. Investitionen in moderne Verarbeitungsbetriebe schaffen sichere Absatzwege für bäuerliche Betriebe, stärken regionale Unternehmen und sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum. „Wirtschaft und Landwirtschaft gehören zusammen und werden durch diese Projekte gleichermaßen gestärkt“, so Pernkopf.
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