Die Landwirtschaft in Niederösterreich steht heuer bereits früh unter spürbarem Druck. Seit Ende Februar sind vielerorts kaum nennenswerte Niederschläge gefallen. In Kombination mit steigenden Temperaturen entsteht eine Situation, die zahlreiche Betriebe zunehmend belastet.
„Die Betroffenheit ist enorm. Wir erleben derzeit eine der angespanntesten Frühjahrsentwicklungen der letzten Jahre“, sagt LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Besonders kritisch sei die flächendeckende Trockenheit, die sich mittlerweile in allen Regionen zeigt.
Die Böden verlieren laufend Feuchtigkeit, während viele Kulturen genau jetzt in entscheidenden Wachstumsphasen stehen. Erste Auswirkungen sind bereits sichtbar.
Felder unter Stress: Getreide, Mais und Grünland betroffen
Im Ackerbau zeigt sich die Lage deutlich. Wintergetreide wie Weizen, Gerste oder Roggen benötigt aktuell dringend Wasser. In vielen Regionen sind bereits Wachstumsverzögerungen erkennbar, Bestände bleiben zurück. Jeder weitere trockene Tag wirkt sich unmittelbar auf Ertrag und Qualität aus.
Wir erleben derzeit eine der angespanntesten Frühjahrsentwicklungen der letzten Jahre.
Johannes Schmuckenschlager
LK-Präsident
Auch Sommerkulturen wie Mais, Soja oder Kürbis geraten unter Druck. Die fehlende Bodenfeuchte führt zu verzögerter oder ungleichmäßiger Keimung, teilweise bleiben Bestände lückig.
Empfindliche Kulturen wie Zuckerrüben, Sonnenblumen oder Kartoffeln sind ebenfalls betroffen. Ihre noch schwachen Wurzeln reichen nicht tief genug, um Wassermangel auszugleichen. Die Entwicklung verläuft deutlich verlangsamt.
Copyright © Datenquelle: LK NÖ, Graphik: BZ
Die Grafik zeigt die aktuelle Situation im Industrieviertel.
Im Grünland zeigen sich die Folgen bereits beim ersten Schnitt, der vielerorts schwächer ausfiel. Der zweite Aufwuchs ist regional stark gefährdet. Auf leichten Standorten berichten Betriebe bereits von ausgedünnten Beständen und ersten Schäden an der Grasnarbe.
Steigender wirtschaftlicher Druck
Für die Betriebe verschärft sich die Lage zusätzlich durch hohe Produktionskosten. Energie, Diesel und Betriebsmittel bleiben teuer, während die Erträge unsicherer werden. Planungssicherheit sinkt deutlich. „Die Kombination aus Trockenheit, hohen Produktionskosten und unsicheren Erträgen bringt viele Betriebe an ihre Grenzen“, so der Kammerpräsident.
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Die Grafik zeigt die aktuelle Situation im Mostviertel.
Aus Sicht der Landwirtschaftskammer wirken sich mögliche Preisveränderungen bei Getreide nur begrenzt auf Konsumenten aus. Der Rohstoffanteil am Lebensmittelpreis sei vergleichsweise gering.
Forderung nach raschen und langfristigen Maßnahmen
Kurzfristig fordert die Landwirtschaft Entlastungen bei den Betriebskosten sowie flexible Lösungen zur Futterversorgung, etwa über die Nutzung von Biodiversitätsflächen.
Parallel dazu soll das Risikomanagement gestärkt werden, insbesondere durch den Ausbau von Dürreversicherungen. Langfristig steht der Ausbau der Bewässerungsinfrastruktur im Fokus. Angesichts zunehmender Extremwetterlagen brauche es stabilere Produktionsbedingungen, so die Einschätzung der Landwirtschaftskammer.
Der Ausblick bleibt angespannt: Die Wettermodelle zeigen weiterhin kaum flächendeckende Niederschläge. Für die Landwirtschaft in Niederösterreich wird die kommende Zeit damit entscheidend - für Erträge, Einkommen und die Stabilität vieler Betriebe.
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Die Grafik zeigt die aktuelle Situation im Weinviertel.
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Die Grafik zeigt die aktuelle Situation im Waldviertel.
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