Im Bezirk Vöcklabruck zeigen sich die Auswirkungen der fehlenden Niederschläge praktisch bei allen Kulturen. „Die zunehmenden Wetterextreme zeigen, dass unsere bäuerlichen Familienbetriebe vor immer größeren Herausforderungen stehten“, sagt BBK-Obmann Alfred Lang. Halten die Niederschlagsdefizite an, habe aber nicht nur die Landwirtschaft ein Problem. „Dann müssen wir als Gesellschaft das Thema Wasser neu denken“, so Lang.
Vom Bergbauerngebiet bis zu Fisch und Wein
Von besonderer Bedeutung ist im Bezirk Vöcklabruck die Rinderhaltung, die traditionell der wichtigste Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion und regionalen Wertschöpfung ist. Generell gehört der Bezirk aber zu den vielfältigsten aus landwirtschaftlicher Sicht: Vom alpinen Bereich und extremen Bergbauerngebieten über Fischerei, einen starken forstwirtschaftlichen Flächenanteil bis zum Ackerbau mit Getreide, Ölsaaten sowie Sonderkulturen und Wein, ist neben intensiver Tierhaltung alles anzutreffen. Auch Direktvermarktung, Green Care und Urlaub am Bauernhof spielen gewichtige Rollen.
Gerade die Tierhaltung steht zunehmend unter gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Beobachtung. Während die Konsumenten hohe Standards bei Tierwohl, Qualität und Herkunft erwarten, müssen diese Anforderungen auch wirtschaftlich umsetzbar sein.
Viele junge Menschen wollen mit permanenter Bildung in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten, weil sie ihre Betriebe unternehmerisch ausrichten wollen.
Alfred Lang
BBK-Obmann Bezirk Vöcklabruck
Um auf der anderen Seite das Bewusstsein für heimische Lebensmittel zu stärken, wird – vor allem von der Bäuerinnen – auf junge Menschen gesetzt: mit Informationsveranstaltungen, Schulprojekte, Hofführungen sowie der direktem Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten. „Das Fördern regionaler Produkte ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit, zum Erhalt der Kulturlandschaft und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich“, sagt die Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates im Bezirk sowie Landtagsabgeordnete Elisabeth Gneißl.
Voraussetzungen nutzen und investieren
Für Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, ist die Stärke in der Milchproduktion das Ergebnis von unternehmerischem Mut, kontinuierlichen Investitionen und der konsequenten Nutzung der naturräumlichen Stärken des Bezirkes. „Vöcklabruck beweist, was möglich ist, wenn bäuerliche Familienbetriebe ihre Standortvoraussetzungen nutzen und in ihre Zukunft investieren. Diese Entwicklung ist aber kein Selbstläufer, sondern hängt davon ab, ob sich Milcherzeugung wirtschaftlich weiterhin rechnet“, so Waldenberger.
Landwirtschaftliche Ausbildung ist gefragt
Mit der Fachschule Vöcklabruck verfügt der Bezirk über eine landwirtschaftliche Ausbildungsstätte. Österreichweit einzigartig ist die Ausbildungsmöglichkeit im Fischereiwesen: Diese wird in St. Lorenz angeboten, wo sich in der Ortschaft das Bundesamt für Wasserwirtschaft mit dem Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft befindet.Für Erwachsene bietet die BBK Gmunden Vöcklabruck regelmäßig die Möglichkeit der Ausbildung zum Meister der Landwirtschaft bzw. des Betrieblichen Haushaltsmanagements/Diversifizierung an.
Darüber hinaus ergänzen auch die in den angrenzenden Bezirken gelegenen Schulen – das ABZ Lambach und das ABZ Salzkammergut in Altmünster – das Angebot, schließlich erlebt das landwirtschaftliche Schulwesen derzeit einen großen Zulauf.
Der Bezirk Vöcklabruck in Zahlen
• Von 1.934 Betrieben im Bezirk halten 1.184 knapp 60.200 Rinder (davon 17.700 Milchkühe und 6.900 Mutterkühe). Damit befinden sich 11,1 % aller rinderhaltende Betriebe Oberösterreichs im Bezirk.
• Mit 164.325 Tonnen Milch liefert der Bezirk 13,7 % der OÖ-weiten Menge bzw. 5 % der österreichischen Produktion.
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