Die weiterhin anhaltende Trockenheit verschärft die Situation auf Oberösterreichs Grünlandbetrieben zusehends. In besonders betroffenen Regionen fehlen heuer bis zur Hälfte des üblichen Futterertrages, die Vorräte gehen vielerorts bereits zur Neige. „Die Tierhalter versuchen ihren Futterbedarf über Zukäufe sowie, wo möglich, über den Anbau von Feldfutter und weiteren Futterzwischenfrüchten zu sichern. Bleiben die Niederschläge in den kommenden Wochen weiterhin aus, wird sich die Lage weiter zuspitzen und es wird verstärkt zu Abstockungen der Rinderherden kommen“, warnte LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Trockenschäden: Bis zum Absterben der Pflanzen
Bereits der erste Schnitt blieb nach den ausbleibenden Niederschlägen im März und April deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die unterdurchschnittlichen Niederschläge im Mai sowie zahlreiche Hitzetage im Juni und Juli ließen das Wachstum der Grünlandbestände in manchen Regionen über Wochen nahezu vollständig zum Erliegen kommen.
Besonders gravierend sind die Auswirkungen in Gebieten mit extremen Niederschlagsdefiziten und auf flachgründigen Standorten, etwa im unteren Mühlviertel, in Teilen des Zentralraums sowie im Bezirk Braunau. Dort reichen die Trockenschäden bis zum Absterben einzelner Pflanzen. Dadurch entstehen Lücken in den Beständen, die zunehmend von Pflanzen mit geringem Futterwert besiedelt werden.
Die geschwächten Bestände sind zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Lückige Bestände bieten dem Mai- und Junikäfer ideale Bedingungen für die Eiablage. Da für 2027 wieder ein Hauptflugjahr erwartet wird, gewinnen Grünlandnachsaaten jetzt zusätzlich an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt den Tierhaltern vielerorts nur der Zukauf von Futter oder der Anbau von Feldfutter und Zwischenfrüchten.
Laut Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger prüft das Land OÖ aktuell, wie verfügbare Flächen kurzfristig zur zusätzlichen Futtergewinnung genutzt werden können. Weiters hat die LKOÖ dazu aufgerufen, Körnermais zur Silomaisnutzung anzubieten.
Die Auswirkungen der Trockenheit zeigen sich aber auch zunehmend in der Schweinehaltung. „Vor allem beim Mais ist es in einzelnen Regionen aufgrund der ausgeprägten Trockenheit zu massiven Ertragseinbußen gekommen. Damit entwickelt sich die Dürre über alle Sparten hinweg zu einer betriebswirtschaftlichen Herausforderung für die bäuerlichen Betriebe“, so Langer-Weninger.
Futtermittelbörse
Die Landwirtschaftskammer unterstützt gemeinsam mit dem Maschinenring von Futtermangel betroffene Tierhalter. Über Kooperationen zwischen Ackerbau- und Viehbetrieben sowie die Futtermittelbörse sollen zusätzliche Futterquellen erschlossen und verfügbare Futtermittel effizient vermittelt werden.
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