Müll auf einem Acker.

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Hundekot und Müll auf Wiesen und Ackerland: Gefahr für Nutztiere

Achtlosigkeit kann schlimme Folgen haben. Rindern droht Infektion durch Neosporose. „Frühjahrsputz“ auf Feldern und Wiesen ist bereits unverzichtbar.

Kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernstes Risiko für die Tiergesundheit: Mit Hundekot verschmutzte Wiesen, wie sie hierzulande oft neben beliebten „Gassiwegen“ zu finden sind, können insbesonders für Rinder durch eine Infektion mit Neosporose gefährlich werden. Fressen die Tiere durch Hundekot verschmutztes Gras, dann können sie damit auch infektiöse Parasiteneier des Erregers Neospora caninum aufnehmen.

Dramatische Folgen in den Rinderställen drohen

Die Übertragung geschieht besonders häufig, wenn Hunde rohes Fleisch erhalten oder während des Freilaufs Kontakt zu infiziertem Material – beispielsweise Mäuse – haben. Kommen Rinder mit den Ausscheidungen in Kontakt, sind die Folgen in den Ställen dramatisch: Fehlgeburten, Totgeburten oder lebensschwache Kälber, für die es oftmals keine Behandlungsmöglichkeit gibt.

„Unsere Bäuerinnen und Bau­ern wollen sichere Lebensmittel erzeugen. Dazu gehört, dass auf den Wiesen kein Hundekot liegt, schon aus Respekt gegenüber unseren Tieren. Wir appel­lieren eindringlich, Hunde anzuleinen, auf Wegen zu bleiben und das „Sackerl fürs Gackerl“ zu verwenden. Rücksichtnahme ist hier kein Extra, sondern eine Notwendigkeit“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger in Richtung Hundebesitzer.

Littering: Unterschätzte Gefahr für Tiere

Aber nicht nur Hundekot, sondern auch Müll, der entlang von Straßen auf Wiesen und Feldern landet, wird Jahr für Jahr zum ernsten Problem. Grundbesitzer finden regelmäßig Müll, der von Passanten oder Autofahrern achtlos weggeworfen wird. Häufig sind es Getränkedosen und Plastik-flaschen, die zum gefährlichen „Futterzusatz“ werden. Sie werden bei der Ernte zerkleinert und gelangen dann unbe­merkt in die Mägen der Tiere. Die Folgen reichen von inneren Verletzungen bis hin zum qualvollen Tod.

Fehlender Respekt vor der Landschaft und der bäuerlichen Arbeit zeigt sich in der Größenordnung des Problems: Allein entlang von Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen wurden im Jahr 2024 laut Asfinag rund 9.000 Tonnen Müll eingesammelt. Für die Landwirtschaft bedeutet das zusätzliche Kosten, einen zusätzlichen Zeitaufwand und eine zusätzliche Gefahr für die Tiere. „Unsere Felder sind keine Müllkippe. Wer Verpackungen oder auch Zigarettenstummel aus dem Autofenster wirft, gefährdet Tiergesundheit, Umwelt und das Einkommen von Bäuerinnen und Bauern. Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein sind hier unverzichtbar, denn sie bilden die Grundlage für ein gutes Miteinander auf dem Land“, betont Präsident Waldenberger.

Den Landwirten bleiben Kosten und Zeitaufwand

Auf Oberösterreichs Wiesen und Feldern bleibt meist der Grundeigentümer auf den Entsorgungskosten sitzen. Das hän­dische Einsammeln des Mülls wird für Landwirte damit zum fixen Zusatzarbeitsgang. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich ruft daher zu einem respektvollen Umgang mit Wiesen und Feldern auf. Es gehe dabei nicht um Verbote, sondern um Selbstverständlichkeiten: Müll mitnehmen, Pfandflaschen zurückbringen, Hundekot entfernen, Wege benutzen. „Ein wenig Rücksicht schützt Tiere und Kulturlandschaft. Der Aufwand, die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes oder auch den eigenen Müll selbst zu entsorgen, ist jedem und jeder zumutbar, vor allem im Hinblick auf ein gedeihliches Miteinander in Wald und Flur“, ist Waldenberger überzeugt.

Tafel "Diese Wiese ist kein Hundeklo".
Tafel "Wir mich nicht weg. Ich gehöre in die Mülltonne."

Müll wegwerfen: rechtlich streng verboten

Rechtlich ist das Wegwerfen von Müll streng verboten. So wurde der Paragraf 25 „Strafbestimmungen“ des Oberösterreichischen Abfallwirtschaftsgesetzes mit Juni 2021 novelliert. „Dass das achtlose Wegwerfen von Abfällen bestraft werden kann, ist entscheidend für die Grundbesitzern“, betont Bauernbund-

Direktor Wolfgang Wallner. Dennoch bleibe es oft schwierig, Müllsünder zur Rechenschaft zu ziehen, da Kontrollen in der Verantwortung der Gemeinde liegen und nicht flächendeckend durchgeführt werden können.

„Hui statt Pfui“ für eine saubere Umwelt

Viele Gemeinden setzen auf gemeinsame Müllsammel-Aktionen. So ruft etwa die Aktion „Hui statt Pfui“ der OÖ Umwelt Profis jedes Jahr zur landesweiten Flurreinigung auf. Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 48.000 Menschen aus 302 oberösterreichischen Gemeinden bei „Hui statt Pfui“ beteiligt, auch 112 Schulen und Kindergärten sowie 80 Vereine waren dabei. „Die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung für die korrekte Abfallentsorgung stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Die Tatsache, dass sich Jahr für Jahr tausende Menschen an der Aktion beteiligen, freut uns sehr und zeigt die Unterstützung für unser Anliegen, die Natur sauber zu halten“, betont der Vorsitzende des Landesabfallverbandes, Roland Wohlmuth. Gesammelt wird landauf, landab unter tatkräftiger Mithilfe der örtlichen Bauernschaften, die dafür auch Traktoren und Anhänger zur Verfügung stellen.

Tafeln bestellen

Unter www.ooe.bauernbund.at/shop können die Hinweisschilder „Wirf mich nicht weg“ und „Diese Wiese ist kein Hundeklo“ (siehe Fotos) bestellt werden. Die Tafeln kosten 11 bzw. 12 Euro pro Stück (zuzüglich Versandkosten).

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