Übersicht über die regionalen Grünzonen in Oberösterreich

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Grünzonen: 100.000 Hektar in Oberösterreich vor Umwidmung in Bauland geschützt

Oberösterreich setzt auf landesweit verordnete, regionale Grünzonen, die vor der Umwidmung in Bauland schützen und zusammenhängende Naturräume erhalten sollen. Mittlerweile sind damit rund 100.000 Hektar erfasst.

Ried im Innkreis und Gmunden-Vöcklabruck sind die zwei neuen regionalen Grünzonen, die nun zu den drei bereits bestehenden (Linz-Umland, Wels-Grieskirchen und Eferding) hinzukommen. Die Verordnung dafür wird demnächst in der Landesregierung beschlossen. "Regionale Grünzonen werden nicht einfach über das Bundesland gestülpt, sondern dort verordnet, wo besonderer Siedlungsdruck herrscht. Insgesamt sind nun rund 100.000 Hektar vor einer Umwidmung in Bauland geschützt. Das ist rund zwei Drittel mehr Fläche als das gesamte derzeit in Oberösterreich gewidmete Bauland", betont Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. In Bearbeitung ist gerade der Raum "A8 Antiesental" als weitere regionale Grünzone, schließlich soll auch noch die Region Steyr folgen.

Mit dem Verordnen der Grünzonen setze man sowohl die Ziele der OÖ. Raumordnungs-Strategie "Upper Region 2030", als auch der Österreichischen Bodenstrategie um. "Boden schützen und Zukunft ermöglichen" sei der Grundsatz, der die Raumordnungspolitik in Oberösterreich präge. Achleitner verweist in dem Zusammenhang auch auf den Diskurs zum Thema Flächeninanspruchnahme, der in Österreich in der Vergangenheit fachlich und politisch mit einer Kritik an den vorliegenden Datengrundlagen verbunden war. "Bis vor vier, fünf Jahren haben wir kein Zahlenmaterial, sondern nur viele Behauptungen gehabt", so Achleitner. Mit dem von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden gemeinsam entwickelten Datenmodell gibt es nun ein Monitoring, das die bestehende Flächeninanspruchnahme und deren Entwicklung abbildet. Auswertungen werden in einem dreijährigen Zyklus durchgeführt, erste Ergebnisse aus dem Zeitraum 2022 bis 2025 liegen vor.

Flächeninanspruchnahme und Versiegelung

Als "in Anspruch genommen" gelten Flächen, die durch menschliche Eingriffe für Siedlungs-, Verkehrs-, Freizeit-, Erholungs- und Ver- sowie Entsorgungszwecke verändert und/oder bebaut sind und damit für die land- und/oder forstwirtschaftliche Produktion und als natürlicher Lebensraum nicht mehr zur Verfügung stehen.

Versiegelung ist eine Teilmenge der Flächeninanspruchnahme und meint Flächen, die durchgehend mit einer gänzlich wasser- und luftundurchlässigen Schicht (Gebäude, Asphalt,..) abgedeckt sind.

Das Monitoring der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) zeigt, dass etwa die Hälfte der in Anspruch genommenen Flächen versiegelt sind.

Neues Monitoring für einheitliche Datengrundlage

Konkret ist die Flächeninanspruchnahme pro Einwohner in Oberösterreich von 2022 bis 2025 um 5,1 Quadratmeter pro Einwohner zurückgegangen, was nach Wien (mit - 5,7 m²) den zweithöchsten Rückgang im Bundesländervergleich bedeutet. Bei den Baulandreserven habe Oberösterreich seit 2022 erfolgreich mobilisiert: 550 Hektar an Reserven wurden seither in Nutzung gebracht werden, das bedeutet eine Reduktion der Reserven um 5,5 Prozent und damit im zweithöchsten Ausmaß hinter Niederösterreich (- 7,8 %). "Das beste Bauland ist jenes, das nicht neu gewidmet werden muss, sondern in Nutzung gebracht werden kann", so Achleitner.

Das aktuelle Monitoring (2022 bis 2025) weist bei der Entwicklung der Flächeninanspruchnahme für ganz Österreich eine Zunahme von 6,5 Hektar pro Tag aus. Für Oberösterreich kommt das Monitoring, das im Auftrag der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) erstellt worden ist, auf einen Wert von 1,2 Hektar pro Tag.

„Mit 15,71 % Anteil am Dauersiedlungsraum weist Oberösterreich auch 2025 die drittniedrigste Flächeninanspruchnahme im Dauersiedlungsraum im Bundesländervergleich auf, ebenso wie bereits 2022. Damit liegt Oberösterreich auch klar unter dem Österreich-Schnitt von 17,44 %. Gegenüber 2022 mit einem Anteil von 15,49 % bedeutet dies eine leichte Zunahme. Doch Oberösterreich weist nicht nur das zweithöchste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer auf, sondern ist zugleich auch das Wirtschafts- und Industriebundesland Nr. 1 der Republik. Daher brauchen bei uns die Menschen Platz zum Wohnen und die Betriebe Raum für Ansiedlungen und Erweiterungen, damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung entstehen bzw. gesichert werden können“, stellt Landesrat Achleitner fest.

Europaweit betrachtet liege Österreich im Mittelfeld - sowohl bei der Versiegelung pro Kopf im Mittelfeld, als auch beim Anteil der versiegelten Landesfläche, die hierzulande 3,11 Prozent beträgt.

Regionale Grünzonen in OÖ:

  • "Ried im Innkreis" umfasst 23 Gemeinden und eine Fläche von 17.913 Hektar.

  • "Gmunden-Vöcklabruck" umfasst 27 Gemeinden und eine Fläche von 14.054 Hektar.

  • "Linz-Umland" umfasst 17 Gemeinden und eine Fläche von 22.414 Hektar.

  • "Wels-Grieskirchen" umfasst 38 Gemeinden und eine Fläche von 33.632 Hektar.

  • "Eferding" umfasst 12 Gemeinden und eine Fläche von 10.000 Hektar.

Das Erstellen der regionalen Grünzonen erfolgte von den ersten Plänen weg in enger Abstimmung mit den Gemeinden. In den nun bestehenden fünf Zonen sind 117 Gemeinden planerisch erfasst.

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