Herr Landesrat, Sie sind nun seit rund sechs Monaten im Amt. Wenn Sie diese Zeit in drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?
Aigner: Intensiv, lehrreich und erfüllend. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und die Chance, für die Menschen im Land etwas weiterzubringen.
Wie hat sich Ihr Blick auf die Politik im letzten halben Jahr verändert?
Mir ist noch bewusster geworden, wie wichtig es ist, Entscheidungen sorgfältig abzuwägen. Politik bedeutet, die Auswirkungen jeder Entscheidung mitzudenken, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen und Verantwortung für tragfähige Lösungen zu übernehmen.
Mit welcher Entscheidung oder welchem Projekt sind Sie bisher besonders zufrieden?
Ich freue mich besonders, dass wir bereits in den ersten Monaten wichtige Projekte auf den Weg bringen und konkrete Ergebnisse erzielen konnten. Dass Salzburg das Photovoltaik-Ziel für 2030 schon jetzt mit mehr als 560 GWh Sonnenstrom pro Jahr übertroffen hat, ist ein starkes Signal. Gleichzeitig investieren wir in den Hochwasserschutz, in die Sanierung und Modernisierung des Schulstandorts Kleßheim, sanieren heuer 1.052 Kilometer ländliche Güterwege und schaffen allein im Flachgau neue Breitbandanschlüsse für 2.680 Haushalte. Um auch im Jahr 2026 den Lebensraum im Bundesland Salzburg vor Naturgefahren zu schützen, werden in gezielte Schutzprojekte der Wildbach- und Lawinenverbauung rund 40 Millionen Euro durch Bund, Land, Gemeinden und Wildbachwassergenossenschaften investiert. Mit gezielten Maßnahmen gegen den Großtierärztemangel setzen wir zudem wichtige Impulse für den ländlichen Raum. Mir ist wichtig, dass Politik nicht nur ankündigt, sondern sichtbar umsetzt.
Sie sind viel im Land unterwegs. Welche Sorgen und Anliegen hören Sie am häufigsten von den Bäuerinnen und Bauern?
Viele beschäftigt die zukünftige Entwicklung. Steigende Kosten, überbordende Bürokratie und gleichzeitig der Wunsch nach Planungssicherheit sind zentrale Themen. Unsere Bäuerinnen und Bauern wollen vor allem eines: ihre Arbeit leben und für die nächste Generation bewahren.
Welche Themen beschäftigen die junge Generation in der Landwirtschaft besonders?
Junge Menschen wollen ihre Höfe übernehmen, aber sie brauchen dafür verlässliche Rahmenbedingungen. Es geht um Investitionssicherheit, leistbares Bauen, Digitalisierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und darum, dass sich Leistung auszahlt.
Welche Projekte stehen für die zweite Jahreshälfte ganz oben auf Ihrer Agenda?
Der weitere Ausbau des Hochwasserschutzes, die Umsetzung unserer Energieziele, Investitionen in den ländlichen Raum und die Adaptierung der Trinkwasserstrategie stehen ganz oben auf meiner Agenda. Mir ist wichtig, dass die Politik Projekte nicht nur ankündigt, sondern diese auch tatsächlich von uns auf den Boden gebracht werden.
Wie hat sich Ihr Alltag seit dem Amtsantritt verändert?
Die Veränderung war deutlich spürbar. Die Tage sind länger geworden. Vor allem die Vielzahl an Terminen und die Menge an Mails, die täglich hereinkommen, haben stark zugenommen. Gleichzeitig ist die Verantwortung natürlich größer geworden. Für mich ist es ein großes Privileg, im ganzen Bundesland unterwegs zu sein und direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Genau daraus entstehen oft die besten Lösungen.
Wo können Sie am besten abschalten?
Ein Spaziergang im Wald oder Zeit auf unserer Alm sind für mich der beste Ausgleich. Dort kann ich abschalten, neue Kraft tanken und den Blick auf das Wesentliche richten.
Was bedeutet für Sie persönlich der Sommer im Salzburger Land?
Sommer bedeutet für mich gelebte Heimat und Tradition. Unsere Almen, Seen und Berge zeigen, wie schön unser Salzburg ist. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der unsere Bäuerinnen und Bauern mit großem Einsatz dafür sorgen, dass unsere Kulturlandschaft erhalten bleibt.
Und am Schluss wollen wir noch wissen: Wie verbringen Sie Ihren Sommer – Alm oder See?
Ganz klar: Alm. Dort finde ich Ruhe, genieße die Natur und tanke Kraft. Gegen einen Sprung in einen unserer Seen habe ich aber natürlich auch nichts einzuwenden.“
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:format(jpeg):quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))