Religiöses Fresko von 1566 mit dem heiligen Franziskus beim Empfang der Stigmata, Heiligenschein, roter Lichtstrahlen, Landschaft im Hintergrund.

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800. Todestag des Hl. Franz von Assisi

Der 1181/82 in Assisi geborene Francesco, mit eigentlichem Namen Giovanni Bernardo­ne, genoss als Sohn des reichen Tuchhändlers Pietro Bernardone eine standesgemäße Erziehung. Nach verschwenderischen Jahren beschwor 1205 ein inneres Erlebnis die Krise mit seinem Vater herauf. Der begabte Franziskus verließ Haus und Hof der El­tern. Sein radikales Leben nach dem Evangelium brachte bald Gleichgesinnte in seine Gefolgschaft, sodass er zum Ordensgründer wurde. 1209 pilgerte er nach Rom, um von Papst Innozenz III. die Anerkennung für seine Gemeinschaft zu erhalten. Dieses Datum wird vielfach als Geburtsstunde des Franziskanerordens bezeichnet.

Die letzten Jahre seines Lebens musste der Ordensgründer schwerkrank in der Nähe seiner Heimat ver­bringen. Zwei Jahre bevor ihn am 4. Oktober 1226 der Tod in Portiunkula erlöste, erhielt er auf dem Alvernaberg die Wundmale des Gekreuzigten.

Befreiung von weltlichen Gütern

Ein Ereignis von besonderer Bedeutung für den Hl. Franziskus und für seinen Orden brachte der 24. Februar (Fest des Hl. Matthias) des Jahres 1208: Während eines Morgengottesdienstes hörte er in der kleinen Kapelle Portiunkula die Stelle im Evan­gelium: „Ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Geld in euren Gürteln haben, auch keine Tasche auf dem Wege, noch zwei Röcke, noch Schuhe, noch Stab“ (Mt 10, 9 f). Kaum war er aus der Kirche herausgekommen, legte er seine Schuhe ab, warf den Stab von sich, befreite sich vom Mantel, den er zum Schutz gegen die Kälte trug. An­statt des Gürtels band er sich einen Strick um den Leib, und und zog sich einen langen braun­grauen Kittel an.

Franziskaner in Tirol

Nach der Versammlung aller Brüder zu Portiunkula 1221 (dem sog. „Pfingst­kapitel“), zwölf Jahre nach der Ordensgründung, sandte der Hl. Franziskus 24 Brü­der unter Führung eines Deutschen aus zur Missionsreise nach Deutschland. Sie zogen durch Tirol. Die Fürstbischöfe Adalbert III. von Ravenstein und Berchtold von Neifen nahmen sie in den Diözesen Trient und Brixen freundlich auf, erteilten ihnen Erlaubnis zur Predigt und baten, dass einige Brüder verblieben. So entstand wohl 1223/24, also noch zu Lebzeiten des Hl. Franz von Assisi, in Bozen eines der ersten, vielleicht sogar das erste Franziskanerkloster auf deutschem Boden.

Auf die Gründung des Franziskanerklosters in Bozen folgten Ordensgründungen in Brixen, Schwaz und Innsbruck. Diese Klöster wurden sodann 1580 zur Tiroler Franziskanerprovinz zusammengefasst.

Es entstanden aber nicht nur in Tirol neue Klöster (Reutte, Hall, Kaltern, Telfs und Innichen), die Provinz breitete sich aber auch über Tirol hinaus aus. Die seit 1934 selbstständigen Ordensprovinzen der Franziskaner in Tirol mit Sitz in Innsbruck und in Südtirol mit Sitz in Bozen haben sich (mit Sitz in Innsbruck) 2001 wiedervereint und zusammengeschlossen. Diesem Zusammenschluss folgte 2007 eine neuerliche Vereinigung. Die Franziskaner ganz Österreichs und Südtirols haben sich mit neuem Hauptsitz in Salzburg zusammen­geschlossen.

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