Schwaden am Hang.

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So sorgt eine Lenkystem-Erweiterung für mehr Präzision am Hang

Hanglagen erschweren die Spurtreue gezogener Geräte. Die Innovation Farm Wieselburg untersuchte, ob eine neue Lenksystem-Erweiterung nun Abdrift ohne zusätzliche Hardware reduziert.

Hanglagen stellen hohe Anforderungen an die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Besonders beim Einsatz von Lenksystemen zeigt sich ein zentrales Problem: Während der Traktor exakt in der Spur bleibt, driften gezogene Geräte durch ihr Eigengewicht seitlich ab. Das führt zu Überlappungen oder Fehlstellen – vor allem im Grünland und bei wechselnden Geländeverhältnissen.

Ein Gemeinschaftsprojekt der Innovation Farm Wieselburg und AGCO/Fendt widmete sich genau dieser Herausforderung. Getestet wurde die Funktion „Implement Slope Compensation“, eine Erweiterung bestehender Lenksysteme. Ziel ist es, die Spurtreue gezogener Geräte am Hang zu verbessern, ohne zusätzlichen technischen Aufwand wie etwa einen zweiten Empfänger am Anbaugerät.

Funktionsprinzip und Anwendung

Die Funktionsweise ist einfach aufgebaut: Der Fahrer definiert einmalig einen Korrekturwert, der die Hangneigung berücksichtigt. Das System passt daraufhin automatisch die Fahrspur des Traktors an, sodass das gezogene Gerät trotz Hanglage in der gewünschten Linie bleibt. Änderungen der Hangneigung werden laufend berücksichtigt.

Messen der Abstände zwischen den Schwaden am Pilotbetrieb 2.

Messen des Abstandes der Schwaden

Einseitiges Beladen aufgrund mittigem Gutfluss an der Pickup.

Traktor mit Hänger vollbeladen

Messpunkte bei starker Hanglage nach dem Schwaden mit dem Seitenschwader.

Messpunkte bei starker Hanglage nach dem Schwaden mit dem Seitenschwader

Belegung des Fahrhebels in FendtONE für leichte Korrekturen der Fahrspuren nach links und rechts und der Funktion "Spuren“ auf die aktuelle Position verschieben.

Übersicht

Versuchsablauf unter
Praxisbedingungen

Die Tests wurden von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 auf mehreren Betrieben durchgeführt. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Maschinen im Grünland und Ackerbau, darunter Schwader sowie Sätechnik. Die Versuchsflächen wiesen teils starke und wechselnde Hangneigungen von bis zu 32 Prozent auf.

Im Grünland lag der Schwerpunkt auf dem Schwaden. Dabei wurden gezielt Schwadabstände gemessen und beurteilt, ob eine verlustfreie Futteraufnahme möglich ist. Ergänzend wurde die Funktion bei der anschließenden Futterbergung mit Ladewagen überprüft.

Im Ackerbau wurde die Technik unter anderem bei der Maisaussaat getestet, mit Fokus auf die Einhaltung definierter Reihenabstände.

Deutliche Ergenbnisse

  • Konstante Schwadabstände auch bei stark wechselnder Hangneigung

  • Deutlich reduzierte Abdrift gezogener Geräte

  • Freihändiges und präzises Laden der Schwade mit aktivem Lenksystem möglich

  • Verbesserte Genauigkeit bei der Maisaussaat (geringere Abweichungen und Streuung)

  • Positive Effekte besonders in Übergangsbereichen zwischen steilen und flachen Flächen

  • Teilweise geringere Wirkung in der Bodenbearbeitung

  • Grenzen bei engen Kurvenradien und speziellen Beladungssituationen

Laden mit aktivem Lenksystem in starker Hanglage.

Laden mit aktivem Lenksystem in starker Hanglage.

Gleichmäßige Schwadabstände (blau) nach der Arbeit mit dem Vierkreiselschwader und die Darstellung der stark wechselnden Hangneigung (orange).

Messergebnis Schwadabstände

Grünland vs. Ackerbau

Im Grünland überzeugte die Technik besonders: Die Schwadabstände blieben selbst bei stark variierenden Hangverhältnissen nahezu konstant. Dadurch konnten Futterverluste vermieden und die Arbeitsbreite optimal genutzt werden. Auch die anschließende Futteraufnahme mit dem Ladewagen funktionierte präzise und ohne manuelles Eingreifen.

Im Ackerbau fiel der Effekt weniger deutlich aus, war aber messbar. Bei der Maisaussaat wurden mit aktivierter Funktion genauere Abstände bei gleichzeitig geringerer Streuung erzielt. Zusätzlich zeigte sich, dass das System den Fahrer entlastet und die Arbeitsqualität steigert. Gleichzeitig wurden aber auch Grenzen sichtbar, etwa bei sehr engen Kurven oder bei ungleichmäßiger Beladung.

Klare Vorteile

Die getestete Lenksystem-Erweiterung zeigt, dass sich die bekannte Genauigkeit aus der Ebene auch auf Hanglagen übertragen lässt. Besonders im Grünland bringt die automatische Korrektur der Geräteabdrift klare Vorteile. Im Ackerbau sind die Effekte vorhanden, aber weniger ausgeprägt.

Insgesamt bietet „Implement Slope Compensation“ eine praxistaugliche Möglichkeit, die Arbeitsqualität in anspruchsvollem Gelände zu verbessern und gleichzeitig den Fahrer zu entlasten.

www.innovationfarm.at

Autoren: Georg Ramharter, Franz Handler

Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.

Ist das Schwaden mit aktivem Lenksystem bei diesem Kurvenradius und zusätzlicher Hanglage noch möglich, stößt man beim Laden an die Grenzen des Systems.

Enger Kurvenradius

Maisaussat im Direktsaatverfahren im Frühjahr 2024 mit einer gezogenen Tempo F6 Einzelkornsämaschine.

Maisaussaat am Hang

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