Castl will die Kuhkuss-Challenge nicht stoppen

Wohl nicht nur für Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ist die Kuhkuss-Challenge „gefährlicher Unfug“. Foto: agrarfoto.com

Die Kuhkuss-Challenge der Schweizer Challenge-App Castl kommt nicht aus den Schlagzeilen. Trotz Warnung von höchster Stelle durch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger lehnt Castl CEO Marnus Flatz die vorzeitige Einstellung der umstrittenen Challenge ab – wenn auch mit einer Anpassung der App.

Im Rahmen der Kuhkuss-Challenge werden die Internetznutzer dazu aufgefordert, für einen guten Zweck Kühe zu küssen. “So eine Challenge ist wirklich gefährlicher Unfug”, sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger zum Start der Aktion. Almen und Weiden seien keine Streichelzoos. “Mutterkühe schützen ihre Kälber und werden aggressiv, wenn man sich nicht richtig verhält”, warnte Köstinger. 

In einem offenen Brief an Köstinger kündigte nun Castl CEO Flatz die Weiterführung der Challenge an. Er ziehe den Unmut des Ministeriums nicht aus Ignoranz auf sich, sondern um die Freiheit der “Bewohner” zu schützen. Gemäß Kuratorium für Alpine Sicherheit hätte es in den vergangenen zehn Jahren 120.000 Alpin-Unfälle und nur 54 Vorfälle mit Kühen geben. “Obwohl Wandern aufgrund von Herzinfarkten und Abstürzen um ein Vielfaches gefährlicher ist, würde wohl niemand auf die Idee kommen, eine Wander-Challenge zu verbieten”, so Flatz.

Mit einer Anpassung will Castl den Bedenken der Ministerin dennoch entgegenkommen. Um das Aktionspaket “Sichere Almen” zu unterstützen, soll in der App ab sofort die Beschreibung der Kuhkuss-Challenge dahingehend ergänzt werden, dass nur mit Einverständnis und im Beisein des Bauern ein Küsschen gewagt werde solle.

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