Familie Schneiderbauer wollte etwas anderes machen als im Inn­viertel üblich. Und so hat im Jahr 1999 alles mit dem Anbau von zwei Hektar Kümmel begonnen. Heute beliefern 31 Vertragsbauern den Betrieb in Lambrechten mit Leinsamen, Blaumohn, Kümmel, Dinkel und Koriander. Die Ernte von gut 200 Hektar Gewürzen wird sorg­fältig bei einem Vertragspartner auf acht Prozent Restfeuchte getrocknet, gereinigt und in Säcke abgepackt. „Wir gewährleisten 99,95 Prozent Reinheit. Damit heben wir uns von den Produkten aus dem Ausland ab“, sagt Stefan Schneiderbauer, der seit einem Jahr gemeinsam mit seiner Schwester Karin (36) das Unternehmen führt.

Quelle: Schneiderbauer
Ein gut abgestimmtes Team: Stefan, Karin, Franz und Irmgard Schneiderbauer (v. l.)

Das Mehr am Geschmack lohnt sich für Abnehmer

„Wir haben uns von einer Landwirtschaft zu einem Unternehmen entwickelt“, so der 34-Jährige. Doch die landwirtschaftlichen Wurzeln blieben dabei erhalten. Deshalb lautet auch das Credo für die Vertragslandwirte: Landwirtschaft muss sich lohnen. Die Schneiderbauers garantieren faire Bezahlung, sichere Abnahme der vereinbarten Menge und langfristige Zusammenarbeit. Um eine gewisse Risikostreuung zu erreichen, sind die Vertragsbauern oberösterreichweit verteilt. Einmal pro Jahr wird zu einer Anbauveranstaltung geladen. „Wir sind stolz auf unsere große Gemeinschaft, bei der Tipps und Tricks weitergegeben werden“, so Stefan Schneiderbauer, „bei uns soll keiner als ‚Schwarzer Peter‘ übrig bleiben.“

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Vertragsanbau auf circa 200 Hektar

Die Schneiderbauers haben klein angefangen. Der Markt für den ersten Schritt in die Direktvermarktung ihrer Gewürze war vorhanden. „Schon bei der ersten Kümmelernte zeigten sich die Nachbarn interessiert und waren vom Duft des Gewürzes begeistert. Die Leute wollen wissen, wo etwas herkommt“, erzählt Irmgard Schneiderbauer, Senior-Chefin. Auf österreichische Qualität wird Wert gelegt, darauf setzte ein Kräutergroßhändler aus Ried im Innkreis, der zu einem wesentlichen Hauptabnehmer der Schneiderbauers zählt. Auch heimische Bäcker werden mit individuell gewünschten Brotgewürzmischungen beliefert. Das Mehr an Geschmack macht das Mehr am Preis des heimischen Produktes leicht wieder wett. Klarerweise war der Einstieg in den Lebensmittelmarkt verbunden mit einem ständigen Lernprozess. Im Großhandel sowie in der Direktvermarktung war vor allem eine intensive Auseinandersetzung mit der Lebensmittelhygiene unabdingbar.

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Optimale Lagerbedingungen für die getrockneten Gewürze

Produkte erzeugen, die der Konsument braucht

Ein wesentliches Anliegen der Schneiderbauers ist, „Produkte zu erzeugen, die man brauchen kann“, so Stefan Schneiderbauer. Eines dieser Produkte ist die erste eigens zusammengestellte Gewürzmischung von Irmgard Schneiderbauer, die 2008 durch das Genussland OÖ in den Lebensmittelhandel gelangte: „Das Bratkartoffelgewürz – damit haben wir uns einen Namen gemacht.“ Entdeckt hatte sie ein Pendant in Deutschland, allerdings inklusive Zusatzstoffen. „Unsere Gewürzmischungen sind frei von Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern“, so Irmgard Schneiderbauer. Mitt-lerweile ist der Hofladen voll von Gewürzmischungen für Salate oder allerlei Fleisch-arten. Ganz neu auf dem Markt gibt es die Gewürzmischung für Gemüse und für die Pute. Einerseits wird damit Konsumentenwünschen entsprochen, andererseits „sind wir immer offen für Neues“, so Stefan Schneiderbauer. Man müsse immer innovativ bleiben. So will man nun auch mit kreativen Etiketten im Geschenkbereich Fuß fassen.

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Erste Mischung: das Bratkartoffelgewürz

Außerdem gibt es am Hof der Schnei­derbauers österreichweit einzigartig ein Gewürzkino. Dort können Exkursionsgruppen den Betrieb mit allen Sinnen erleben. „Wir zeigen, dass auch bei uns Gewürze wachsen“, sagt der Junior-Chef. „Durch das Gewürzkino und den Hofladen nimmt der Kunde das Produkt in einem der 400 Handelsbetrieben in OÖ bewusster wahr. Es ist eine Win-Win-Situation für uns und für den Handel“, denkt Irmgard Schneiderbauer vorausschauend.

Quelle: Schneiderbauer
Gewürzkino für Exkursionsgruppen

Die Schneiderbauers haben klein angefangen, sind stetig gewachsen und trotzdem ein Familienbetrieb geblieben. Alles „Wissen oben drüber“ haben Irmgard und Franz Schnei­derbauer. Sie ist der kreative Kopf, er besitzt das landwirtschaftli-che Know-how dahinter. Zwei der drei Kinder entdeckten für sich die Landwirtschaft inklusive Unternehmen als ihre Zukunft. Stefan ist für die Produktion, den Vertrieb und den Verkauf, Karin für das Marketing und für die Buchhaltung zuständig. Beide sehen klar die Vorteile: der eigene Chef zu sein inmitten der Familie.

Betriebsentwicklung

1999: Gewürzanbau von zwei Hektar Kümmel

2001: Ausweitung des Anbaus auf fünf Hektar mit Kümmel, Leinsamen und Blaumohn

2003: Spezialisierung des gesamten Betriebes auf Gewürzproduktion. Stetiger Ausbau mit Vertragslandwirten. Heute bauen 31 Vertragsbauern auf gut 200 Hektar Gewürze an

2010: Neubau einer Lagerhalle mit Hochregalen

2018: Errichtung des Gewürzkinos für Exkursionsgruppen: Film, Besichtigung von Betrieb, Verarbeitungsraum, Lager und Verkaufsladen

Link: www.schneiderbauer-gewuerze.at

- Bildquellen -

  • Kräuterhofladen Lambrechten: Schneiderbauer
  • Hand Mit Gewürz: Schneiderbauer
  • Lagerung: Schneiderbauer
  • Kräutermischung: Schneiderbauer
  • Kino: Schneiderbauer
  • Schneiderbaue Korb: Schneiderbauer
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