Kooperationen in der Kinderbetreuung stärken

Kinderbetreuungseinrichtungen werden stark nachgefragt. ©
Kinderbetreuungseinrichtungen werden stark nachgefragt. ©
Genau 57.459 Kinder waren es, die im Jahr 2014/2015 in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten betreut wurden. Das ist ein Zuwachs von 797 Kindern gegenüber dem Vorjahr. Eine Zunahme ist auch bei der Anzahl der Gruppen in punkto Krabbelstuben bemerkbar. Gab es 2008/2009 noch 132 Gruppen, in de-nen Kleinkinder betreut werden, sind es 2016 nach vorläufigen Zahlen 460 Gruppen. Daran ist ein stetig steigender Bedarf an der auöerfamiliären Kinderbetreuung, vor allem auch bei den Unter-Dreijährigen, ablesbar. Das Land Oberösterreich wird deshalb auch heuer in diesem Bereich kräftig investieren: 216,7 Millionen Euro sind 2016 für Maönahmen der Kinderbetreuung (Gruppenförderung, Sprachförderung, Investitionsbeiträge an Gemeinden, …) budgetiert.

Bedarfsorientierter Ausbau

Die Schwerpunkte liegen, so betont der zuständige Referent LH-Stv. Thomas Stelzer, im Ausbau von betrieblichen Kinderbetreuungsangeboten, im Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahre und in der Forcierung von überregionalen Kooperationen. Im Vordergrund steht dabei immer der bedarfsorientierte Ausbau. Für die Stärkung von überregionalen Kooperationen bei Kinderbetreuungseinrichtungen wird derzeit ein Modell ausgearbeitet, um Gemeinden zu solchen Kooperationen zu motivieren, denn so Stelzer: “Man muss sich die Frage stellen, ob jede Gemeinde eine eigene Krabbelstube braucht.”

Auch LAbg. Martina Pühringer sieht in einer noch besseren Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Potential, um “Eltern die notwendige Wahlfreiheit zu geben”. Investiert wird auch in die Sprachförderung. Seit Herbst 2015 stehen in Oberösterreich statt wie bisher rund 1,6 Millionen Euro jährlich knapp fünf Millionen Euro für die frühe sprachliche Förderung in Kindergärten zur Verfügung.

Ein Anliegen, das auch NAbg. Nikolaus Prinz, Mitglied des Familienauschusses im Parlament, sehr wichtig ist, “damit beim Schulbeginn alle Kinder mit den gleichen Voraussetzungen beginnen können”. Mit dem Beschluss im Familienausschuss über die Kindergartenpflicht für Fünfjährige und ein verbindliches Elterngespräch für Vierjährige wurden dazu die Weichen gestellt. Prinz: “Es ist unbestritten, dass eine frühzeitige Förderung der Kinder den Schulerfolg wesentlich beeinflusst.”

Ein interessantes Detail am Rande: Im Oktober 2011 wurde in zehn Einrichtungen ein Pilotprojekt mit Zivildienern im Kindergarten als unterstützende Kraft gestartet. Mittlerweile sind es bereits 192 Zivildiener, die ihren Dienst im Kindergarten absolvieren.

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