Landwirtschaftsministerium investiert in die Digitalisierung in Schulen

Vom digitalen Klassenzimmer zum digitalen Bauernhof: Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (M.) testete die neuesten digitalen Errungenschaften, wie etwa eine Virtual Reality Brille, mit der Maschinenkonstruktionen im realen Raum dargestellt und Bewegungsabläufe erprobt werden können.

Das Landwirtschaftsministerium investiert im Jahr 2019 mehr als 1,3 Mio. Euro in die Digitalisierung. Insgesamt ist das Ressort für elf höhere Schulen, die Forstfachschule und die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik verantwortlich. Beim Strategietag Digitalisierung am Montag, 18. Februar 2019, präsentierte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger die Investitionsschwerpunkte. Am Francisco Josephinum in Wieselburg entsteht der erste digitale Musterbauernhof. Mit der neuen Ausbildungsrichtung „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ werden ab Herbst 2019 am Francisco Josephinum in Wieselburg Spezialisten zur Erfassung, Verarbeitung und Aufbereitung der digitalen Daten ausgebildet, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Die Digitalisierung kann nicht nur im Unterricht, sondern auch im Betrieb vieles erleichtern. In den heimischen Betrieben, sowohl im Ackerbau also auch in der Tierhaltung, sind digitale Technologien bereits vielerorts im Einsatz. Laut einer KeyQuest-Umfrage werden bereits 13 Prozent aller Ackerflächen mit GPS-gesteuerter Technologien bewirtschaftet. Rund ein Sechstel aller Bäuerinnen und Bauern können sich Investitionen in diese Richtung gut vorstellen – je jünger und besser ausgebildet die Befragten sind, desto höher ist ihr Interesse.

Neben der Forcierung von Smartfarming wird mit dem Investitionsschwerpunkt vor allem die technische Ausstattung der Schulen verbessert. So werden die Voraussetzungen für die digitale Reifeprüfung geschaffen und der verstärkte Einsatz digitaler Medien im Unterricht ermöglicht.

Digitalisierung im Unterricht

Neue Technologien und Medien werden schon jetzt in den höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. Schülerinnen und Schüler von vier Schulen präsentierten am Strategietag, wie die Digitalisierung im Unterricht konkret Eingang findet. Ein Schwerpunkt ist etwa die Erfassung, Verarbeitung und Aufbereitung digitaler Daten – mit Hilfe von Drohnen und Satellitenbildern – und deren Nutzbarmachung für die Landwirtschaft. Auch im Bereich der Landtechnik werden vielfältige Einsatzmöglichkeiten getestet.

In Wieselburg wird seit Kurzem eine Virtual Reality Brille eingesetzt, mit der etwa Maschinenkonstruktionen im realen Raum dargestellt und Bewegungsabläufe erprobt werden können. Die höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein beschäftigt sich unter anderem mit dem praktischen Einsatz der Digitalisierung im Pflanzenbau. Die Forstschule in Bruck/Mur setzt Drohnen zur digitalen Erhebung von Waldflächen ein. Und die Gartenbauschule Schönbrunn arbeitet mit digitaler Vermessung und digitalen Plänen.

Ausbildung von Lehrkräften

Eine immer größere Rolle spielt die Digitalisierung auch bei der Ausbildung von Lehrkräften, Beraterinnen und Beratern.  Die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik setzt hier wichtige Impulse, einerseits in der Ausbildung der Studierenden an der Hochschule anderseits in der Fort- und Weiterbildung.  Über unterschiedliche Angebote leistet die Hochschule auch einen Beitrag zur Digitalisierung in der Landwirtschaft. Der Hochschullehrgang „Neue Medien in Schule und Beratung“ spannt einen thematischen Bogen von angewandten Apps und Webinaren bis hin zur Schule 4.0.

Digitale Medien können die Informationsbeschaffung, das Lernen und die Kommunikation in vielfältiger Hinsicht unterstützen und zeitliche sowie räumliche Distanzen überwinden. Auf dem Portal www.agrar-umwelt-tv.at präsentiert die Hochschule zahlreiche Fachvorträge verschiedenster Themenbereiche, die von unterschiedlichen Zielgruppen unabhängig von Raum und Zeit genutzt werden können. Die neue Medientechnik an der Hochschule erlaubt es, Vorträge in Konferenzen direkt aufzuzeichnen und im Internet einem breiten Adressatenkreis zur Verfügung zu stellen.

Studie zum Einsatz von digitalen Medien in Schulen

Die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Unterricht unterstreicht auch eine Studie der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) für die im Vorjahr rund 2000 Schülerinnen und Schüler der Schulen des Landwirtschaftsministeriums online befragt wurden. Demnach sind fast 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass digitale Medien zum besseren Verständnis der Lerninhalte beitragen und knapp 90 Prozent meinen, dass der Unterricht dadurch interessanter wird. 70 Prozent sehen eine Vorbereitung für den weiteren Bildungs- und Berufsweg.

- Bildquellen -

  • Digitalisierung Der Land Und Forstwirtschaft: BMNT/Paul Gruber
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