Bauernbund, Landwirtschaftskammer und die Land&Forstbetriebe kritisieren die Aussagen der Papierindustrie. Austropapier, die Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, forderte am Donnerstag, 12. September, die Parteien in einer Aussendung auf, „Klimapolitik vor Wahlkampftaktik zu stellen“. Eine Aufstockung der Fördermittel für Biomasseanlagen konterkariere Austropapier zufolge die Transformation in Richtung Bioökonomie. Hintergrund ist: Am 26. September wird in der letzten Nationalratssitzung vor der Wahl ein Antrag zur Förderung der Biomasse behandelt.

„Der Ökostrom aus Biomasse leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Er sorgt auch dafür, dass die enormen Mengen an Schadholz verarbeitet werden können. Für unsere Forstwirte und Waldbesitzer ist das ein großes Thema, noch nie hat es so große Schadholzmengen gegeben, wie in den letzten beiden Jahren“, erklärte Nationalratsabgeordnete Elisabeth Köstinger.

„Das Prinzip ‚leben und leben lassen’ kennt die Papierindustrie nicht. Die Papierindustrie entpuppt sich wieder einmal als Gegenspieler heimischer Waldbesitzer und Rohstofflieferanten“, zeigte sich auch Bauernbund-Präsident Georg Strasser verärgert.

LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger betonte: „Während die Waldbesitzer in Österreich verzweifelt nach Verwertungsmöglichkeiten für die riesigen Schadholzmengen suchen, agitieren die Papierkonzerne ungehemmt weiter gegen Ökostrom und die Holzkraftwerke und möchten offensichtlich damit gegen den Willen der Bevölkerung den Atomstromimport aus unseren Nachbarländern erzwingen.“

Biomasse-Anlagen bedürfen nach wie vor einer Förderung über vertraglich geregelte Einspeisetarife. Daraus seien aber auch herausragende, zukunftsfitte und vor allem voll funktionsfähige Anlagen entstanden, die nachhaltigen Strom aus grünen Quellen für Österreich liefern und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wertschöpfung am Land sichern, erklärte Land&Forst Betriebe-Präsident Felix Montecuccoli. „Ganz zu schweigen von der vollkommen intransparenten Finanzierungs- und Kostensituation im Bereich von fossilem und Atom-Strom als Vergleich. Die Erhaltung der Biomasse-Anlagen ist ein ganz wesentlicher Schritt zur Erreichung der Klima- und Energieziele, doch diese Chance wird immer wieder aus parteitaktischen Gründen oder nun aus kurzfristigen Interessen von der Papierindustrie boykottiert. Statt Biomasse-Kraftwerke schlecht zu reden, muss doch das eigentliche Ziel sein, bestehende Technologien weiterzuentwickeln und grüne, nachhaltige Energiequellen zu fördern“, so Montecuccoli.

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