Tirol: Neuer Förderschwerpunkt für Tierwohl und Nachhaltigkeit

Ein Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro für kleine und mittlere Investitionsmaßnahmen auf Hof und Alm sind im Rahmen der Landesförderung für Tierwohl und Nachhaltigkeit geplant. Tirols Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler gibt Auskunft über die kommenden Maßnahmen.

Tirols Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler setzte einen neuen Förderansatz für das Tierwohl und die Nachhaltigkeit.
Tirols Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler setzte einen neuen Förderansatz für das Tierwohl und die Nachhaltigkeit.

Herr Landeshauptmannstellvertreter Geisler, es ist Ihnen gelungen, im Landeshaushalt 2019 einen neuen Förderansatz für Tierwohl und Nachhaltigkeit zu setzen. Sie lösen damit auch ein Wahlversprechen ein.

GEISLER: Ja, es ist gelungen, einen neuen Förderschwerpunkt Tierwohl und Nachhaltigkeit zu etablieren. Im heurigen Jahr sind dafür zwei Millionen Euro budgetiert. Diese Mittel wurden nicht irgendwo „abgezwackt“, sondern stehen der Landwirtschaft erstmals zur Verfügung. Es ist sozusagen „frisches“ Geld.

 

Was will man mit der neuen Landesförderung für Tierwohl und Nachhaltigkeit erreichen?

GEISLER: Wir wollen einen deutlichen Impuls zur Entwicklung unserer Bauernhöfe und Almen setzen. Die neue Landesförderung zielt dabei speziell auf Betriebe ab, die ihre Tierschutz- und Tierwohlstandards verbessern wollen oder im Rahmen von Markenprogrammen verbessern müssen. Wie bereits mit der 2016 eingeführten Betriebssicherungsprämie für Klein- und Kleinstbetriebe in extremen Lagen berücksichtigen wir dabei unsere Kleinstruktur und die Almwirtschaft in besonderem Maß.

 

Welche Maßnahmen werden nun vonseiten des Landes unterstützt?

GEISLER: Ganz konkret stehen die Mittel für Baumaßnahmen wie die Errichtung von Auslaufflächen bei rinderhaltenden Betrieben, die Umstellung auf Laufstallhaltung für den gesamten Rinderbestand oder Umbaumaßnahmen in der Almwirtschaft einschließlich der Wasserversorgung und technischer Anlagen zur Verfügung. Wir wollen aber auch Investitionen im Be- und Verarbeitungsbereich und in der Direktvermarktung fördern. Projekte im Obst-, Gemüse- und Pflanzenbau, die zu einer nachhaltigen Verminderung der Umweltbelastung führen, sind ebenso förderwürdig.

 

Neben den Baumaßnahmen berücksichtigt die neue Landesrichtlinie auch Investitionen in die Produktveredelung und Direktvermarktung.

GEISLER: Ja, damit unterstützen wir die Strategie, Tirol verstärkt als kulinarische Destination zu positionieren. Außerdem wissen wir, dass die Direktvermarktung eine Möglichkeit ist, direkt am bäuerlichen Betrieb eine höhere Wertschöpfung zu erzielen, einen Arbeitsplatz abzusichern oder sogar zu schaffen. Wir wollen hier Impulse auslösen, indem wir den höchstzulässigen Fördersatz anwenden und für eine vereinfachte Abwicklung sorgen.

 

Die nunmehr festgelegten Abwicklungsrichtlinien sehen vor, dass die Errichtung von Auslaufflächen bei rinderhaltenden Betrieben, die Umstellung auf Laufstallhaltung für Rinder, Umbaumaßnahmen in der Almwirtschaft einschließlich der Wasserversorgung, Investitionen im Be- und Verarbeitungsbereich und Direktvermarktung sowie Projekte im Bereich Obst-, Gemüse- und Pflanzenbau, die auf eine nachhaltige Reduzierung der Umweltbelastung (z. B. Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes) abzielen, gefördert werden.

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  • ©Tanja Cammerlander 003: Tanja Cammerlander
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