Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich zieht erfolgreiche Zwischenbilanz

Fast 50% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes entfallen auf die tierische Erzeugung, die somit den wichtigsten Sektor innerhalb der agrarischen Produktion darstellt. Foto: agrarfoto.com

Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) mit seinen Mitgliedsverbänden Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR), Arbeitsgemeinschaft Rind (ARGE Rind), Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS), Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), Österreichischer Bundesverband der Schafe und Ziegen (ÖBSZ) und Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Pferdezüchter (ZAP) zog jetzt in seiner Generalversammlung eine positive Bilanz des Jahres 2017.

Bewusste Entscheidung für heimische Lebensmittel ermöglichen

Das Hauptaugenmerk der Tätigkeiten lag auf der verpflichtenden Kennzeichnung von Lebensmitteln im Außer-Haus-Konsum. Nicht zuletzt bei der gelungenen Diskussions- und Informationsveranstaltung im November an der Veterinärmedizinischen Universität Wien zu diesem Thema hätte sich gezeigt, dass hier Landwirtschaft, Konsumentenschutz- und Tierschutzorganisationen an einem Strang ziehen. “Die heimischen Verbraucher wollen wissen, woher das Fleisch auf ihrem Teller kommt. Die österreichische Herkunft der Lebensmittel ist den Menschen wichtig, das zeigen viele Marktanalysen. Mit der bewussten Entscheidung für heimische Lebensmittel trifft man außerdem eine bewusste Entscheidung für den Tierschutz, denn die österreichischen Gesetze sind auch im europäischen Vergleich sehr streng. Mit dem Kauf und dem Genuss österreichischer Produkte unterstützt man aber auch ganz klar eine nachhaltige, regionale Landwirtschaft”, zeigt sich der neue NTÖ-Obmann Stefan Lindner überzeugt.

Öffentliche Einrichtungen setzen immer mehr auf eine regionale und nachhaltige Beschaffung der verwendeten Lebensmittel in ihren Küchen und Kantinen. Der NTÖ hat das Potenzial dieser Entwicklung erkannt und konnte sich hier als Partner positionieren. “So hat beispielsweise die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) in Zusammenarbeit mit der Umweltschutzabteilung der Stadt Wien in einem gemeinsamen Projekt die Einkaufskriterien für Eier und Eiprodukte weiterentwickelt und setzt damit zukunftsweisende, neue Standards für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Einkauf von diesen Produkten in öffentlichen Einrichtungen”, freut sich der scheidende NTÖ-Obmann Robert Wieser. Er hat seine Funktion turnusgemäß an den bisherigen Obmann-Stellvertreter Lindner (Obmann ZAR) übergeben, neuer Obmann-Stellvertreter wird Walter Lederhilger (Obmann VÖS).

Leitbild beschlossen

Ein wichtiger Meilenstein war auch die Formulierung der Leitlinien des NTÖ. Zentrales Ziel der Partnerschaft der Nutztierverbände im NTÖ ist es, sich gemeinsam mit allen Vertretern entlang der Wertschöpfungskette für eine nachhaltige Tierhaltung in Österreich einzusetzen, diese kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die Mitgliedsorganisationen des NTÖ folgen dabei den Grundsätzen Verantwortung, Nachhaltigkeit, Weiterentwicklung, Bildung und Zusammenarbeit. Die gelebte Verantwortung gegenüber Landwirten, Tieren, Umwelt, Konsumenten und der nächsten Generation zeigt klar die Ausrichtung auf eine nachhaltige Nutztierhaltung. Ein Grundpfeiler dafür ist auch die Bildung und Wissensvermittlung, weswegen der NTÖ auch als Bildungsanbieter zertifiziert ist und mit Fachveranstaltungen zum Wissenstransfer beiträgt.

Dank an die Partner

Ausgangspunkt des NTÖ war die Unterzeichnung des Tierzuchtpaktes 2020 der Dachverbände für die Bereiche Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe, Ziegen und Pferde mit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter im Herbst 2015. Diese Vereinbarung stellte ein klares Bekenntnis von Bund und Ländern zu regionaler Produktion und Organisation der bäuerlichen Tierhalter in Österreich dar. Fast 50% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes entfallen auf die tierische Erzeugung, die somit den wichtigsten Sektor innerhalb der agrarischen Produktion darstellt. Der NTÖ bedankt sich bei Rupprechter für dessen Einsatz im Sinne der heimischen Landwirtschaft und speziell der Tierhaltung und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, Elisabeth Köstinger.

“Es ist ein Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit, dass der NTÖ seinen Neujahrsempfang auch dieses Jahr im Marmorsaal des Bundesministeriums am Stubenring abhalten kann”, betont Lindner. Bei diesem Vernetzungstreffen werden sich wieder Vertreter der zahlreichen Partnerorganisationen aus allen Nutztierbranchen, der bäuerlichen Interessenvertretung, der Agrarpolitik und Behörden einfinden, um im Jahr 2018 neue Ideen für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Nutztierhaltung zu sammeln und in der Zukunft gemeinsam umzusetzen.

- Bildquellen -

  • Jungvieh TMR 2 ID75816: agrarfoto.com
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