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Neue App: SatGrass liefert Ertrags- und Qualitätsprognosen per Satellit

Österreichs landwirtschaftliche Betriebe können ab sofort auf ein neues digitales Werkzeug für das Grünlandmanagement zugreifen. Mit der SatGrass-App, entwickelt von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, steht Bäuerinnen und Bauern ein kostenloses Tool zur Verfügung, das direkt am Smartphone oder PC genutzt werden kann. Ziel ist es, Entscheidungen im Betriebsalltag einfacher und präziser zu machen, etwa bei der Planung der Mahd oder der Einschätzung von Ertrag und Futterqualität. „Mit SatGrass ist es gelungen, ein wissenschaftliches Forschungsprojekt in ein praxisnahes digitales Werkzeug für die österreichische Landwirtschaft zu überführen“, erklären Projektleiter Andreas Schaumberger und Andreas Klingler. Ursprünglich als Idee gestartet, um das Wachstum auf Mähwiesen mittels Satellitendaten zu beobachten, habe sich das Projekt in den vergangenen Jahren zu einem Modell entwickelt, das Schätzungen zu Ertrag und Futterqualität nahezu in Echtzeit ermöglicht.

Entscheidungshilfe für den optimalen Schnittzeitpunkt

Die App soll Landwirtinnen und Landwirten konkrete Unterstützung bei der Bewirtschaftung ihrer Grünlandflächen bieten. Mit wenigen Klicks lassen sich Prognosen zum optimalen Schnittzeitpunkt abrufen. Darüber hinaus liefert die Anwendung Einschätzungen zu Ertrag und Futterqualität und verbindet diese mit Wetter- und Wachstumsprognosen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sieht darin einen wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Digitale Innovationen könnten helfen, Arbeitsabläufe zu erleichtern und Ressourcen effizienter zu nutzen. Die SatGrass-App ermögliche es, Futterqualität zu verbessern und gleichzeitig höhere Erträge zu erzielen, indem der ideale Zeitpunkt für die Ernte berechnet werde.

Satellitendaten als Grundlage

Technische Basis der Anwendung sind hochauflösende Daten der Sentinel-Satelliten des europäischen Weltraumprogramms. Ergänzt werden sie durch Wetterdaten sowie umfangreiche Datensätze aus mehr als 180 Grünlandflächen in verschiedenen Klimaregionen Österreichs, die über mehrere Jahre untersucht wurden. Auch die Europäische Weltraumorganisation ESA war an dem Projekt beteiligt. Laut Nicolaus Hanowski, Leiter der Satellitenmission der ESA, soll der Dienst Landwirtinnen und Landwirten sowie öffentlichen Stellen Zugang zu aktuellen und verlässlichen Informationen über den Zustand von Grünland ermöglichen.

Forschung und Praxis eng verknüpft

Die SatGrass-App wurde im Zuge der Fachtagung „Digitale Innovationen für Grünland- und Viehwirtschaft“ gemeinsam mit 14 weiteren digitalen Lösungen vorgestellt. Ab 2026 steht sie allen landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich kostenlos zur Verfügung. Für Johann Gasteiner und Andreas Steinwidder von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zeigt das Projekt exemplarisch, wie aus öffentlich finanzierter Forschung konkrete Anwendungen entstehen können. Forschungseinrichtungen mit starkem Praxisbezug spielten eine zentrale Rolle, um neue Technologien gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben zur Anwendungsreife zu bringen. Gerade im Grünland, das mit rund 1,34 Millionen Hektar etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs ausmacht und die Futterbasis für mehr als 53.000 Viehwirtschaftsbetriebe bildet, gilt Digitalisierung als wichtiger Hebel für eine effizientere Bewirtschaftung.

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