Im Hinblick auf die Umbrüche, die sich aktuell geopolitisch und wirtschaftlich vollziehen, sagte Landesobmann Daniel Gasser in seiner Eröffnungsrede zur Landesversammlung des Südtiroler Bauernbundes: „Wandel gehört zur Landwirtschaft.“ Er sei etwas Gutes, wenn man ihn als Chance begreift. „Der Bauernhof ist ein Unternehmen, wir Bäuerinnen und Bauern sind Unternehmer. Wir treffen tagtäglich – hoffentlich kluge – wirtschaftliche Entscheidungen“, erklärte der Landesobmann.
Die großen Drei
Chancen, mit dem eigenen Hof erfolgreich zu sein, gebe es heute so viele wie noch nie. Sie seien zu nutzen. Gasser unterstrich: „Ich bin überzeugt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg für alle – aber für alle einen richtigen Weg!“
Er müsse nicht unbedingt in den Nischen liegen, in neuen Produkten oder Verfahren, sondern nach wie vor auch bei den großen Drei: Äpfel, Milch und Wein werden von Südtirols Bäuerinnen und Bauern professionell produziert und von den Genossenschaften professionell vermarktet, das sei eine große Stärke. „Qualitätsdenken und Qualitätsanspruch müssen weiter vorangetrieben werden, so können wir wettbewerbsfähig und widerstandsfähig bleiben“, meinte der Landesobmann.
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Neben vielen Mitgliedern sind auch zahlreiche Ehrengäste der Einladung gefolgt. Im Bild v. l. Bayerns Bauernverbandspräsident Günther Fleißner, Tirols Bauernbund-Obmann Josef Geisler, Landesrat Luis Walcher, Landesobmann Daniel Gasser, ARD-Wirtschaftsexpertin Anja Kohl, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesbäuerin Antonia Mair Egger, der Österreichische Bauernbund-Präsident Georg Strasser, der EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann und der Präsident von Confagricoltura, Massimiliano Giansanti.
Wandel als Chance sehen
Weiterbildung sei ein Schlüssel zum Erfolg, aber auch Innovation. Und Nachhaltigkeit stärke Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. „Auch beim Klima- und Umweltschutz müssen wir den Mitbewerbern einen Schritt voraus sein und das deutlich zeigen“, forderte Gasser. Gleiches gelte für das Tierwohl.
Eine Chance ist laut Gasser die Energiewende, die Landwirtschaft sei dabei Teil der Lösung: Etwa durch erneuerbare Energien wie Holz, Biogas, Photovoltaik oder Agri-Photovoltaik. Möglichkeiten biete auch die Direktvermarktung. Sie bedeute zwar mehr Arbeit, aber in der Regel auch eine höhere Wertschöpfung. Zentrale Partner der Landwirtschaft seien zudem Tourismus und Handel. Und zuletzt erklärte der Landesobmann: „Erfolgreich wirtschaften bedeutet nicht nur, Einnahmen zu erwirtschaften und zu steigern, sondern auch, Kosten zu sparen.“ Hier gebe es viele Möglichkeiten, etwa den überbetrieblichen Maschineneinsatz. Ein Gamechanger seien neue Technologien, Automatisierung und Robotik – und die Künstliche Intelligenz.
EU, Österreich und Bayern vertreten
„Wenn sich die Welt neu sortiert, gibt es Gefahren, aber auch Chancen“, sagte Europaparlamentarier Herbert Dorfmann. Europa müsse seine Rolle in diesem generellen Umbruch gut spielen. Das heiße auch, Ballast abzuwerfen und flexibler zu werden. In dieser sich schnell ändernden Welt werde vielen wieder bewusst, dass auch die Versorgung mit Lebensmitteln zur allgemeinen Sicherheit beiträgt. Das spiele der Landwirtschaft in die Hände, wenn es um die Debatte zur nächsten GAP-Periode geht. Die werde zwar nicht mehr Geld bringen, aber zumindest so viel wie bisher. Und hoffentlich mehr für diejenigen, die Landwirtschaft unter erschwerten Bedingungen betreiben. Denn das sei nun die große Herausforderung in Brüssel. Daran werde Dorfmann arbeiten.
Georg Strasser, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, brachte aufbauend auf das Grundthema vier Thesen: Man müsse die Chancen als landwirtschaftlicher Unternehmer sehen und sie nutzen, den europäischen Binnenmarkt als Sicherheit schätzen, gemeinsam mit Argumenten Ziele verfolgen und als verlässlicher Partner Zukunft mitgestalten. Er beschwor den europäischen Gedanken: „Wir gehören zusammen.“
Diese Gemeinschaft innerhalb Europas beschwor auch Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes und Vize-Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Gerade die Bergbauernfamilien seien Vorbild, meinte Felssner. Es brauche auch in Europa deren Mut, Innovationsgeist und Arbeitswillen, um die anstehenden Aufgaben zu meistern.
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