BauernZeitung: Herr Kogler, seit gut drei Wochen stehen Sie an der Spitze der Kärntner Jungbauernschaft, der Jugendorganisation des Bauernbundes. Schon eingelebt in der neuen Rolle?
KOGLER: Ich bin schon länger in der Jungbauernschaft aktiv, unter anderem seit vier Jahren als Bezirksobmann in Feldkirchen. Die Funktion des Landesobmanns ist aber natürlich eine ganz neue Aufgabe mit viel Verantwortung. Erste Anfragen und Veranstaltungen haben wir als Team gut gemeistert. Demnächst startet der Vorstand auch in die Klausur und dann starten wir richtig durch. Mit einem engagierten Team ist man natürlich motiviert, etwas anzugehen.
Welche Ziele verfolgen die Jungbauern in der nun gestarteten Funktionsperiode?
Wir wollen eine starke Interessenvertretung und Gemeinschaft für die jungen Bäuerinnen und Bauern in Kärnten sein. Darüber hinaus wollen wir nach außen hin zeigen, dass es eine engagierte junge Generation gibt, die die Landwirtschaft aktiv mitgestaltet.
Der Dialog mit der Gesellschaft, mit den Konsumentinnen und Konsumenten ist mir ein persönliches Anliegen. Um die Vernetzung nach innen wie nach außen zu fördern, sind wir auch eifrig dabei, Gruppen in allen Bezirken auf die Beine zu stellen.
Wir wollen zeigen, dass es eine junge Generation gibt, die die Landwirtschaft aktiv mitgestaltet.
Maximilian Kogler
Wie ist hier der Stand?
Im Landesvorstand sind nun alle Bezirke vertreten. In Wolfsberg, Spittal und Feldkirchen haben wir auch Bezirksgruppen, in den übrigen sind diese auf einem guten Weg.
Das heißt, Interessierte sind weiterhin willkommen?
Ja, auf jeden Fall. Jeder, der Interesse an der heimischen Landwirtschaft hat, ist herzlich willkommen. Natürlich liegt unser Fokus auf Hofübernehmern und jenen, die auf Betrieben mitarbeiten. Wir freuen uns aber über jeden, der aktiv die Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten will, der seine Meinung und seine Perspektiven einbringt.
Sie stammen selbst von einem Betrieb. Was sind die Schwerpunkte am elterlichen Hof?
Meine Eltern betreiben eine Schweinezucht und -mast. Das Besondere: Wir veredeln alle produzierten Schweine unter der Marke „Kärntner Molke-schweine“ komplett selbst. Das ist viel Arbeit, aber auch ein Alleinstellungsmerkmal. Am Hof helfe ich neben dem Studium und den ehrenamtlichen Funktionen jede freie Minute mit.
Wenn im Handel nur der Preis zählt, dann verlieren am Ende alle: die Bauern, der ländliche Raum, jeder einzelne Mensch.
Maximilian Kogler
Der Österreichische Bauernbund machte kürzlich auf Rabattschlachten bei Import-Edelteilen vom Schwein im Gastrogroßhandel aufmerksam. Wie geht es einem als Schweinebauer, wenn man solche Ramschpreise zu Gesicht bekommt?
Vorweg: Wir selbst liefern kein Frischfleisch an den Handel. Aber als Schweinebauer, als Landwirt ist so etwas trotzdem frustrierend. Wir Bauern wissen, mit welchem Aufwand und nach welchen Standards wir in Österreich produzieren. Solche Billig-Aktionen entwerten diese Arbeit massiv. Wenn im Handel nur der Preis zählt, dann verlieren am Ende alle: die Bauern, der ländliche Raum, jeder einzelne Mensch.
Wie kann es gelingen, dass diese Botschaft auch bei den Verbrauchern und Gastronomen ankommt?
Wir müssen als Landwirtschaft wieder stärker in den Dialog mit der Gesellschaft treten, damit die Leute wieder besser verstehen, wie Lebensmittel produziert werden und dass sie einen Wert haben. Auch das sehen wir Kärntner Jungbauern als unsere Aufgabe.
Welche Sorgen plagen im Speziellen die angehenden Landwirtinnen und Landwirte?
Die grundsätzlichen Herausforderungen sind natürlich die Erzeugerpreise, dazu die steigenden Betriebsmittelkosten. Wer übernimmt, muss investieren, um künftig die hohen Produktionsstandards, die die Gesellschaft fordert, auch einzuhalten. Dann kommen noch Themen wie der Wolf hinzu, die trotz der funktionierenden Regulierung Sorgen machen. Da kommen sicher da und dort Zweifel auf, ob man sich das antut. Unser Ansatz ist hier das Netzwerk. Wenn man als Jungbauer überlegt, einen Betrieb zu übernehmen, ist es immer ratsam, sich auch mit Leuten, die die gleichen Probleme haben, auszutauschen. In einer starken Gemeinschaft können wir mehr bewirken.
Zur Person
Maximilian Kogler (Jg. 2001) studierte Lebensmittelmanagement an der FH Joanneum in Graz sowie derzeit Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Universität für Bodenkultur. Kogler ist seit vier Jahren Obmann der Jungbauernschaft Feldkirchen, zudem Gemeindevorstand in seiner Heimatgemeinde St. Urban. Am elterlichen Hof arbeitet Kogler als künftiger Übernehmer mit. Der Vollerwerbsbetrieb setzt auf Direktvermarktung und Veredelung der am Hof produzierten „Molkeschweine“ sowie Kalbinnenmast.
Copyright © Kärntner Jungbauernschaft
Kogler (M.) wird im Vorstand von Florian Stürzenbecher, Larissa Pobaschnig, Ramona Rutrecht, Philipp Glawar-Barth und Daniel Gfrerer (v. l.) unterstützt.
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