Der Naturschutzbund Österreich hat den Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) zum „Neophyten des Jahres 2026" gekürt und rückt damit eine der beliebtesten Heckenpflanzen des Landes in den kritischen Fokus. Die ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien stammende Pflanze gilt als invasive Art mit zunehmend negativen Folgen für die heimische Biodiversität.
Was den Kirschlorbeer im Garten attraktiv macht, wie etwa rasches Wachstum, Robustheit und immergrünes Laub, wird in der freien Natur zum Problem. Die Art breitet sich unkontrolliert aus, dringt in Wälder und Wiesenränder vor und bildet dort dichte Bestände, die heimischen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Bärlauch kaum Licht und Nährstoffe lassen. Für Tiere bietet die Pflanze wenig Nutzen: Bestäuber finden in den Blüten kaum Nahrung, und als Lebensraum ist sie weitgehend wertlos. Dazu kommt, dass alle Pflanzenteile giftig sind und das ist ein Risiko für Kleinkinder, Haustiere und bei unsachgemäßer Entsorgung auch für Kleintiere.
Der Naturschutzbund fordert gemeinsam mit „Gartenpolylog" und dem „Forum Urbanes Gärtnern" ein Verkaufsverbot in Österreich und appelliert an Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, bestehende Kirschlorbeer-Hecken schrittweise durch heimische Gehölze zu ersetzen. In der Schweiz ist der Verkauf bereits seit September 2024 verboten, in Deutschland wird darüber diskutiert. In Österreich sei die Pflanze hingegen weiterhin frei erhältlich und werde laut Naturschutzbund mancherorts sogar als „bienenfreundlich" beworben.
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