Kärntner Vizfack-Sieger

Copyright © LK Kärnten/Archiv

Die Kärntner Vifzack-Sieger vor dem Vorhang

Vor gut zwei Wochen wurde der agrarische Innovationspreis Vifzack verliehen. Die BauernZeitung hat bei den drei Siegern nachgefragt, was ihre Höfe auszeichnet.

Aus einem Pool von 24 Einreichungen kürte eine Fachjury aus Vertretern des Landes, der LK, des Landesverbandes der bäuerlichen Direktvermarkter, der Universität für Bodenkultur und der Kleinen Zeitung zehn Finalisten für die diesjährige Auflage des Vifzack-Innovationspreises. Nach einem Online-Publikumsvoting mit mehr als 12.500 Stimmabgaben standen die finalen Sieger fest. Den mit 3.000 Euro dotierten Hauptpreis sicherte sich Familie Schneeweiß aus Ebenthal. Platz zwei ging an Johannes Rauter aus St. Lorenzen im Lesachtal, den dritten Preis sicherte sich Familie Rohrer aus Kleblach-Lind. Das zeichnet die drei Gewinner-Höfe aus:

Catering und Tierwohlschweine

Hans und Katharina Schneeweiß gehen auf ihrem Hof mit rund 20 Hektar in Ebenthal einen eigenwilligen Weg. „Unser Betrieb war bis 1995 eine gemischte Landwirtschaft mit sechs bis sieben Milchkühen, einigen Muttersauen und angeschlossener Schweinemast“, erklärt das Paar. Schon die Vorgängergeneration spezialisierte sich auf Schweine und Direktvermarktung.

Seit 15 Jahren wird zusätzlich ein gewerblicher Cateringbetrieb unterhalten. Vor rund fünf Jahren folgte dann der nächste Schritt: „Nach intensiver Planung und der Unterstützung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein fassten wir nach wenigen Monaten den endgültigen Entschluss für den Umbau zu einem Tierwohlstall.“

Uns bietet die Veredelung über das Catering die höchstmögliche Form der Wertschöpfung.

Katharina Schneeweiß

Den Umbau auf nunmehr 250 Mastplätze habe man nicht bereut, so Familie Schneeweiß. Und Katharina erklärt das runde Hofkonzept kompakt: „Nicht nur unsere Kunden in der Direktvermarktung, sondern auch im Catering schätzen die Herkunft unserer Produkte aus der eigenen Landwirtschaft. Uns bietet die Möglichkeit der Veredelung des eigenen Schweinefleischs über das Catering die höchstmögliche Form der Wertschöpfung.“

Copyright © Schneeweiß

Der Tierwohlstall der Familie Schneeweiß zählt 250 Mastplätze.

Eier und bald Nudeln vom Berg

Weniger um Spezialisierung, sondern eine weitere Diversifizierung zeichnet den Hof von Johannes Rauter in St. Lorenzen im Lesachtal aus. Der Hof der Rauters liegt auf 1.300 Meter Seehöhe. Pustertaler Sprinzen, Pinzgauer Rinder und Kärntner Brillenschafe standen traditionell im Stall und den Weiden des zwölf Hektar großen Hofs. 2024 kam eine neue Tierart hinzu. „Bei uns in der Region gab es keinen professionellen Legehennenhalter“, schildert Johannes Rauter die Ausgangslage.

Er wollte das ändern, das „Lesachtaler Berg-Ei“ war geboren. Das Besondere: Die Hennen werden in – nunmehr zwei – Mobilställen zu je 200 Stück gehalten. Und das in Hanglage. Das Versetzen der Ställe nimmt entsprechend mehrere Stunden in Anspruch.

Man soll sich auch trauen, etwas Neues zu wagen.

Johannes Rauter

Die Nachfrage der regionalen Gastro- und Hotelleriebetriebe mache das aber wett, so der Neo-Hühnerbauer. Er hat auch schon ein neues Projekt in Umsetzung: Demnächst startet am Bergbauernhof die Nudelproduktion. So werden ab sofort die Brucheier veredelt, ohne externe Verarbeitungskosten anzuhäufen. Seinen Berufskollegen und insbesondere Jungbäuerinnen und Jungbauern rät er: „Man soll sich auch trauen, etwas Neues zu wagen.

Eine bunte Produktpalette zeichnet auch den dritten Sieger im Bunde aus. Johannes Rohrer betreibt mit seiner Familie den Banklerhof in Kleblach-Lind im Drautal. Der Hof setzt seit einem Vierteljahrhundert auf Direktvermarktung von Bauernbrot, Edelbränden, vor allem aber auf Fleisch- und Wurstwaren.

Copyright © Privat/Rauter

Rauter benötigt mehrere Stunden für die Einrichtung der Mobilställe im Hang.

Fleischer und Bauer

Der junge Bauer perfektionierte diesen Betriebszweig durch die Ausbildung zum Fleischermeister. Mittlerweile sind fünf Personen fest am Hof beschäftigt. Im Stall konzentriert man sich auf die Ferkelproduktion mit 120 Zuchtsauen. So beliefert man zahlreiche Direktvermarkter der Region mit Ferkeln, ein Teil geht auch in die eigene Produktveredelung. Vermarktet wird über eine Selbstbedienungshütte direkt am Hof und Regionalecken im örtlichen Handel, wobei das Sortiment saisontypisch variiert. „Man muss laufend auf die Rückmeldungen der Kunden reagieren“, berichten die Rohrers dazu.

Copyright © Schneeweiß

Produktveredelung steht bei allen drei Ausgezeichneten im Mittelpunkt.

Weitere Artikel