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Frau von Kuhherde in Osttirol tödlich verletzt

Vergangenen Sonntag wurde eine Frau auf einem Wanderweg in der Nähe von Oberlienz in Osttirol von Kühen angegriffen und dabei tödlich verletzt. Bewusstseinsbildung im Umgang mit Weidetieren rückt wieder stärker in den Fokus, um Unfälle bestmöglich zu vermeiden.

Am 17.05.2026 gegen 12.30 Uhr, verletzte eine Kuhherde im Gemeindegebiet von Oberlienz im Bereich eines ausgeschilderten Weidegebietes zwei Personen schwer. Eine 67-jährige Österreicherin erlag vor Ort ihren Verletzungen. Ihr 65-jähriger Ehemann wurde schwer verletzt mit dem Notarzthubschrauber in die Klinik Innsbruck geflogen. Der Unfallhergang ist derzeit noch Gegenstand laufender Erhebungen. Im Weidegebiet befanden sich eine mittlere, zweistellige Anzahl von Kühen eines Zusammenschlusses aus Bauern in der Umgebung.

Im Laufe der polizeilichen Ermittlungen meldeten sich noch drei weitere Personen, die am 17.05.2026 in dem angeführten Weidegebiet durch eine Kuh verletzt wurden.

Beim ersten Vorfall wurde ein 70-jähriger, schon lange in Österreich lebender, Deutscher gegen 09.25 Uhr am Wanderweg im Weidegebiet von einer Kuh attackiert und zu Boden gestoßen, wobei er sich Verletzungen unbestimmten Grades zuzog. Der Mann begab sich am Abend selbständig ins Bezirkskrankenhaus Lienz, wo er ambulant behandelt wurde. Die Anzeige über diesen Vorfall erstattete er erst am 18.5.2026 am Vormittag.

Beim zweiten Vorfall, der sich gegen 12.00 Uhr des 17.05.2026 zugetragen hat, wurden ein 61-jähriger Österreicher sowie eine 55-jährige Österreicherin von einer Kuh im selben Weidegebiet attackiert und zu Boden gestoßen. Diesen Vorfall meldeten sie am 17.05.2026 am frühen Abend. Die beiden Personen wurden bei diesem Vorfall unbestimmten Grades verletzt, meldeten diese Verletzungen jedoch erst am 18.05.2026 am frühen Nachmittag bei der Polizei.

Der schwer verletzte 65-jährige Österreicher befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr.

(Stand 19. Mai)

Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh

Um Unfälle bestmöglich zu vermeiden, wurden mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft sowie "Bergwelt Tirol" gemeinsame Verhaltensregeln erarbeitet, die bereits seit Jahren Gültigkeit haben. Aufklärung und Bewusstseinsbildung durch die beteiligten Akteure, sowohl für Touristen als auch für Einheimische, bleibt weiterhin das Gebot der Stunde.

  • Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!

  • Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!

  • Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden.

  • Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen!

  • Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!

  • Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!

  • Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!

  • Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!

  • Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!

  • Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!

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