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Fairnessbüro setzt auf Vermittlerrolle

Die Marktkonzentration im heimischen Lebensmittelhandel ist im Vorjahr durch die Schließung der Handelskette Unimarkt weiter gestiegen. Beinahe 95 Prozent der Marktanteile halten die vier größten Ketten – Spar, Rewe, Hofer und Lidl – gemeinsam. Im EU-Vergleich haben nur Finnland und Schweden noch größere Player auf der Handelsseite.

255 Beschwerden, 65-mal vermittelt

Für das Fairness-Büro, das in Österreich seit nunmehr vier Jahren zwischen Produzenten und Handel gemäß Faire-Wettbewerbsbedingungen-Gesetz vermittelt, gibt es entsprechend viel zu tun. Laut dem diese Woche vorgelegten Bericht gingen 2025 255 unmittelbare Beschwerden sowie 220 weitere Anfragen bei der dem Agrarministerium zugeordneten, aber nicht weisungsgebundenen Einrichtung ein. Insgesamt waren dem Bericht zufolge mehr als 750 Marktteilnehmer unmittelbar oder mittelbar betroffen. In 65 Fällen wurde durch Mediationsgespräche aktiv vermittelt und eine positive Lösung erreicht.

Minister Norbert Totschnig zufolge sei genau das der angestrebte Weg. Man sehe sich als „Brückenbauer“, um „Konflikte frühzeitig zu lösen und Strafen zu vermeiden“. Diesen Ansatz will man künftig auch durch gezielte Aufklärungsangebote für alle Beteiligten ausweiten. Laut Doris Hold vom Fairnessbüro soll noch heuer eine Bildungskampagne in Landwirtschaftlichen Schulen anlaufen. Auch eine Ausrollung in Richtung Verbraucher sei denkbar. Damit will man diesen etwa erklären, wer die Kosten für die im Handel allseits beliebten Aktionen wirklich trägt.

Totschnig bringt sich bei der EU-Novelle ein

Der österreichische Weg findet auch EU-weit Anklang. Totschnig: „Wir nützen unsere Erfahrungen, um die Überarbeitung der zugehörigen EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken auf EU-Ebene voranzutreiben.“ Hierzulande äußert sich auch Bauernbund-Präsident Georg Strasser durchaus positiv zu den Aktivitäten des Fairnessbüros: „Es zeigt, dass es in der Lebensmittelkette klare Spielregeln braucht und dass es richtig war, diese wertvolle Anlaufstelle einzurichten. Davon profitieren nicht nur unsere Bäuerinnen und Bauern, sondern auch die Konsumenten, denn faire Bedingungen sind die Grundlage für Qualität, Versorgungssicherheit und Vertrauen.“

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