Die gestiegenen Kosten bringen landwirtschaftliche Betriebe stark unter Druck. Experten gehen davon aus, dass sich die hohen Energiepreise mit zeitlicher Verzögerung auch auf weitere Betriebsmittelpreise auswirken werden. „Die aktuellen Achterbahnfahrten im Agrarsektor – steigende Produktionskosten, Energiepreise und Düngemittelpreise – schnüren den Bäuerinnen und Bauern zunehmend die Luft ab. Deshalb brauchen wir jetzt gezielte Entlastungen für unsere Familienbetriebe“, fordert Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. Auch der Bauernbund hat in der heutigen Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich ein umfassendes Entlastungspaket für bäuerliche Betriebe gefordert.
Düngemittelpreise als zentraler Kostentreiber
Besonders stark ins Gewicht fallen derzeit die Kosten für Düngemittel. Sie machen mittlerweile bis zu 30 Prozent der Produktionskosten aus und zählen damit zu den größten Preistreibern in der landwirtschaftlichen Produktion. Zusätzlichen Druck erwarten viele Betriebe durch den CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU (CBAM), der Düngemittel künftig weiter verteuern werde. Gleichzeitig verschärfen bestehende Zölle die Situation auf dem Weltmarkt. Diese Entwicklungen könnten nicht nur zu weiteren Preissteigerungen führen, sondern auch die Versorgung mit Düngemitteln erschweren.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat daher beim letzten EU-Agrarministerrat ein Maßnahmenpaket eingebracht, das von zwölf weiteren Mitgliedstaaten unterstützt wird. Konkret wird unter anderem eine vorübergehende Aussetzung des CO2-Grenzausgleichs für Düngemittel gefordert, bis dessen Funktionsfähigkeit sichergestellt ist. Zudem wird ein fairer Ausgleich für Wettbewerbsnachteile verlangt. Während der Mechanismus die europäische Düngemittelindustrie schützt, werden die zusätzlichen Kosten derzeit direkt an die Bäuerinnen und Bauern weitergegeben. Daher soll ein System geschaffen werden, der diese Nachteile für die Landwirtschaft ausgleicht.
Darüber hinaus fordern heimische Bauernvertreter mehr Transparenz am Düngemittelmarkt sowie eine gemeinsame EU-Strategie zur Sicherung der Versorgung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs. Künftige EU-Maßnahmen sollen außerdem verpflichtend auf ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft geprüft werden. Ergänzend dazu wird eine vorübergehende Aussetzung bestehender Zölle vorgeschlagen, um den Preisdruck zu reduzieren.
Das oberösterreichische Bauernparlament richtet in diesem Zusammenhang einen Appell an Landwirtschaftsminister Totschnig: Er solle sich auf EU-Ebene weiterhin konsequent für entsprechende Zollentlastungen und eine temporäre Aussetzung des CO2-Grenzausgleichs einsetzen, um die Preise für Düngemittelimporte aus Drittländern zu senken.
Agrardiesel wiedereinführen und Stromkosten senken
Neben den Düngemittelkosten stehen auch die Energiepreise im Fokus der aktuellen Debatte. Im Zuge der ökosozialen Steuerreform wurde für die Landwirtschaft eine Rückvergütung der CO2-Kosten für Agrardiesel sowie eine zusätzliche temporäre Agrardieselvergütung eingeführt. Diese Maßnahmen sind jedoch Ende 2025 ausgelaufen.
Agrarlandesrätin Langer-Weninger fordert daher die Fortführung beziehungsweise eine dauerhafte Verankerung eines Bodenbewirtschaftungsbeitrags in Form einer CO2-Rückvergütung. Auch in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer wurde die Wiedereinführung einer Mineralölsteuerrückvergütung für Agrardiesel gefordert.
Zudem wurde in der Vollversammlung ein weiterer Handlungsbedarf bei den Energiekosten geortet. „Es sind dringend weitere Entlastungsschritte im Stromkostenbereich für die Landwirtschaft erforderlich“, betont Bauernbund-Fraktionsobfrau Rosemarie Ferstl.
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