Extremereignisse wie die Muren im Gschnitztal im Sommer 2025 zeigen laut Verantwortlichen deutlich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Gemeinden und Einsatzorganisationen ist.
Die Mittel für den Naturgefahren-Schutz in Tirol kommen vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, der Europäischen Union, dem Land Tirol, den beteiligten Gemeinden, Infrastrukturträgern sowie Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern.
Die Aufteilung der 106,7 Millionen Euro für 2026:
36,9 Mio. Euro: Schutzmaßnahmen an Tal- und Hauptgewässern (Hochwasserschutz)
34,8 Mio. Euro: Maßnahmen an Wildbächen
18,3 Mio. Euro: Erhaltung des Schutzwaldes
12,1 Mio. Euro: Lawinenschutz
4,6 Mio. Euro: Erosions- und Steinschlagschutz
Regional liegt der Schwerpunkt der Investitionen heuer im Bezirk Lienz mit 26,1 Millionen Euro. Weitere größere Pakete gehen in den Bezirk Innsbruck-Land (16,2 Millionen Euro) sowie den Bezirk Schwaz (14,5 Millionen Euro).
Umweltminister Norbert Totschnig betont die Bedeutung dieser Investitionen: „Der Schutz vor Naturgefahren ist für Tirol von existenzieller Bedeutung. Ein wirksamer Hochwasserschutz bedeutet Sicherheit für Familien, Gemeinden und Betriebe. Gemeinsam mit Land und Gemeinden setzen wir gezielt Projekte um, die Menschen und Lebensräume nachhaltig schützen.“
Allein im Jahr 2025 wurden für Tirol bereits 23 Millionen Euro für 37 Hochwasserschutzprojekte zugesichert.
Naturgefahren 2025: Murereignis im Gschnitztal als Beispiel
Ein prägendes Ereignis des vergangenen Jahres war das Murereignis im hinteren Gschnitztal am 30. Juni 2025. Ein lokal sehr intensives Gewitter brachte stellenweise über 100 Millimeter Niederschlag innerhalb von zwei Stunden.
Die Folgen:
mehrere Murabgänge in Seitenbächen
vollständige Verlegung des Gschnitzbaches
massive Überschwemmungen im Tal
Laut Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, wurden nach dem Ereignis rasch umfangreiche Räumarbeiten gestartet.
Aus dem Gschnitzbach wurden rund 32.000 Kubikmeter Geschiebe entfernt. Insgesamt wurden mehr als 250.000 Kubikmeter Material geräumt oder weiterverwertet.
Die Arbeiten erfolgten in enger Zusammenarbeit zwischen Wasserbau, Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) sowie den lokalen Einsatzorganisationen.
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Nach den Muren im Gschnitztal hat die WLV einen wesentlichen Teil des zu räumenden Geschiebes beim Bau neuer Schutzdämme im Bereich des Sandesbaches verwendet.
Zusammenarbeit als Schlüssel für mehr Sicherheit
Für Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung, zeigt das Ereignis deutlich, wie wichtig abgestimmtes Handeln ist: „Ereignisse wie die Muren im Gschnitztal zeigen ganz deutlich die Notwendigkeit und den Mehrwert der engen Zusammenarbeit. Von der Einsatzleitung bis zu schnellen Akutmaßnahmen war eine enge Abstimmung erforderlich.“
Ein Teil des geräumten Materials wurde direkt wiederverwendet – etwa beim Bau neuer Schutzdämme am Sandesbach.
Hintergrund: 97 Prozent der Tiroler Landesfläche liegen in Einzugsgebieten von Wildbächen oder Lawinen.
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Nach der Aufarbeitung werden betroffene Schutzwaldbestände wie hier im Bezirk Kufstein rasch wiederbewaldet –2025 wurden mehr als 2,8 Mio. standortgerechte Forstpflanzen in den heimischen Wäldern gepflanzt
Tiroler Wald erholt sich – Fokus auf Schutzwälder
Nach mehreren schwierigen Jahren war 2025 laut Forstexperten ein gutes Waldjahr.
Wie Harald Oblasser, Vorstand der Gruppe Forst, berichtet, gab es weniger neue Schäden, ausreichend Niederschläge im Sommer und bessere Widerstandskraft der Bäume gegen den Borkenkäfer
Über den Landesforstgarten wurden erneut mehr als drei Millionen standortgerechte Forstpflanzen verkauft.
Dabei verändert sich die Baumarten-Zusammensetzung hin zu weniger Fichte, aber mehr Lärche, Tanne, Zirbe, Kiefer und Laubhölzer.
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DI Harald Oblasser, DI Gebhard Walter, LH-Stv. Josef Geisler, DI Markus Federspiel
Schutzwald bleibt wichtigste natürliche Schutzmaßnahme
Trotz positiver Entwicklungen bleibt der Druck auf die Wälder hoch. Rund 60 Prozent des Holzeinschlags bestehen weiterhin aus Schadholz.
Für 2026 stehen im Forstbereich weniger Mittel zur Verfügung. Deshalb setzt das Land klare Prioritäten.
„Wir konzentrieren uns konsequent auf Objektschutzwälder im Siedlungs- und Wirtschaftsraum. Sie sind die effizienteste und kostengünstigste Methode, um Menschen und Infrastruktur zu sichern“, erklärt Oblasser.
Eine aktuelle Hinweiskarte des Bundesministeriums zeigt zudem die enorme Bedeutung der Wälder:
87 Prozent der Tiroler Wälder erfüllen eine vorrangige Schutzfunktion.
Bei mehr als der Hälfte steht der Schutz von Siedlungen, Betrieben und Infrastruktur im Mittelpunkt.
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