Mengenbedingt reißt die Abwärtsspirale beim österreichischen Bauernmilchpreis nicht ab. Die AMA spricht in ihrer jüngsten Auswertung der Februar-Zahlen von „einem unveränderten Bild“.
Der Erzeugermilchpreis gab demnach im Mittel aller Molkereien und Sennereien gegenüber Jänner um 2,77 Cent pro Kilogramm auf 48,76 Cent nach (GVO-freie Rohmilch, Durchschnitt aller Qualitäten, Sorten und Inhaltsstoffe, netto). „Einzig Bioheumilch konnte die 60-Cent-Marke halten“, berichten die AMA-Analysten.
Preisminus bleibt
Auch in den ersten Berechnungen für März gehen die Experten von einem Rückgang aus. Demnach sollen im Mittel aller Qualitäten 47,10 Cent ausbezahlt werden. „Abermals ist der Preisrückgang mit den neuerlich gesenkten Auszahlungspreisen der Molkereien um 1 bis 3 Cent und den weiter sinkenden Inhaltsstoffen zu begründen“, heißt es. Dem Vernehmen nach sollen auch die dieser Tage ergehenden Preisinformationen an die Lieferbetriebe für April ein Minus in dieser Größenordnung beinhalten. Dass das Preis-Schlamassel dem übervollen EU-Milchmarkt geschuldet ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Im Februar zeichnete sich hierzulande noch keine Mengenreduktion ab. Die gesamte Lieferleistung der österreichischen Milchbauern belief sich laut AMA auf 306.916 Tonnen, im Vorjahresvergleich ein Plus von mehr als 6 Prozent.
Deutsche Liefermengen bleiben hoch
Für die europäische Preisbildung wesentlich relevanter ist das Produktionsvolumen in Deutschland. Hier wurde Mitte März ein Plus zur Vorjahresmenge von 7 Prozent verzeichnet. Die dortigen Marktkenner sprechen bereits von „extremen Herausforderungen in Logistik und Verarbeitung“. Indes entwickeln sich die Kurse am deutschen Rohstoffmarkt uneinheitlich. Magermilchkonzentrat wurde nach einer zuletzt anhaltenden Schwächephase Mitte März zu leicht festeren Kursen gehandelt. Bei Rahm drehten die Spotkurse ins Minus, während der Blockbutterabsatz zu Monatsbeginn als lebhaft beschrieben wurde. Für Österreich wohl erfreulich: Auch der bundesdeutsche Käsemarkt wird demnach von regem Kaufinteresse bestimmt.
Rohstoffwert zieht an
Wohl auch deshalb setzte an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten im März vorsichtiger Optimismus ein. Der auf Basis der dortigen Notierungen vom Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) berechnete Kieler Rohstoffwert erholte sich. Der ife-Index spiegelt bekanntlich den durchschnittlichen Erlös der Verwertung von Fett und Eiweiß wider. Im März belief er sich auf 37,8 Cent pro Kilogramm Milch (ab Hof, 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß), was nach der Stagnation im Februar einem Plus von beinahe 4 Cent entspricht. Zur Einordnung: Im März 2025 befand sich der Wert bereits im Sinkflug, während hierzulande der Milchpreis noch zulegte.
Verona: Steigerung, aber von niedrigstem Niveau
Ein Plus verzeichnet auch die Notierung im italienischen Verona. Die dortige Handelskammer gibt wöchentliche Preise für Tankmilch aus Österreich und Deutschland (3,6 % Fett, frei Molkerei Norditalien, netto) heraus. Im gesamten Monat März wurden durchschnittlich 22,94 Cent pro Kilogramm bezahlt, nach wie vor der tiefste Wert seit Jahren und fast 60 Prozent weniger als im März 2026. Aber: Auch in der norditalienischen Verwertung zeichnet sich eine leichte Bodenbildung ab. Am Montag wurden wieder bis zu 24,74 Cent bezahlt. Ruft man sich das gegenwärtige Erzeugerpreisniveau in Erinnerung, dürfte sich der italienische Absatzmarkt (für Tankmilch) für heimische Verarbeiter aber mit Sicherheit nicht als Übermengenventil eignen.
Copyright © Österreichische BauernZeitung
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))
:quality(60))