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Stihl wieder mit Umsatzplus

Der deutsche Gerätehersteller geht heuer von einem Wachstum von zwei bei bis vier Prozent aus. Mit Innovationen für Garten bis Forst ist man gut für die Zukunft gerüstet. Dennoch ist nicht alles eitel Wonne.

Stihl is back. Nach einem Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2023 und einem leichten Plus von 1,1 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro im letzten, verzeichnet der Motorgerätehersteller heuer bis dato einen Anstieg „im mittleren einstelligen Bereich und solide Absatzzahlen“, so  Michael Traub, CEO der Stihl AG diese Woche bei der internationalen Pressekonferenz in Waiblingen. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet er ein „moderates Wachstum“ zwischen zwei und vier Prozent. 

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Michael Traub, CEO der Stihl AG

Die Bäume wachsen dennoch nicht in den Himmel und nicht so, wie man sich das vor wenigen Jahren noch vorgestellt hat. So hat der Stihl-Vorstand Ende Juli heuer beschlossen, das Geschäftsfeld Robotik neu auszurichten und dem Standort China zukünftig die Federführung für Entwicklung und Produktion der Mähroboter zu übertragen. Noch zur Covid-Zeit, als insbesondere der Gartengerätebereich boomte, wollte Stihl ein „Acht-Milliarden-Euro-Unternehmen“ werden.  Inzwischen ist man auf dem Boden der Realität angekommen. Traub: „Das wird nicht passieren. Die Märkte werden uns das nicht erlauben“. Der angekündigte Abbau von 500 Stellen in den nächsten zwei Jahren sei daher „nach wie vor Realität“. 

Ein Unsicherheitsfaktor für die zukünftige Entwicklung sind die Zölle. Wie auch andere Exporteure leidet Stihl darunter. Die starke Präsenz in den USA bringt jedoch einen Vorteil: Stihl produziert in Virginia Beach mehr als 100 Modelle, darunter mehr als 30 Akku-Werkzeuge und elf Akku-Typen, wobei etwa 60 Prozent der Beschaffung in den USA regional erfolgt. „Wenn die Zölle für Importe in die USA jedoch 15 Prozent oder mehr erreichen, können die Kosten nicht mehr aufgefangen werden; mit der Zeit wirkt sich dies auf die Preise aus“, so Traub.

Sowohl Benzin als auch Strom

Wie auch schon in der Vergangenheit setzt Stihl auf eine duale Technologie. „Profis benötigen nach wie vor Benzin für die härtesten Arbeiten und wir gehen davon aus, dass bis 2030 ein erheblicher Marktanteil in Europa und Nordamerika weiterhin benzinbetrieben sein wird – vermutlich im Bereich von 15 bis 25 Prozent“, schätzt Traub.

Gleichzeitig wächst der Batterieantrieb rasant. Bis 2030 könnte dieser Anteil über 60 Prozent des Umsatzes erreichen. Bei Stihl geht man davon aus, dass Westeuropa dieses Ziel zuerst erreichen wird, während Osteuropa und Nordamerika mit der Zeit aufholen sollen. „Für uns ist die Zukunft keine Entweder-oder-Situation“, sagte der CEO, der sich pragmatisch zeigte: „Wünscht ein Kunde Benzin, sollte er das beste Produkt von Stihl dazu bekommen. Wünscht er Akku, sollte er das beste System von Stihl dazu bekommen“. 

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Mit der richtigen Ausrüstung dringen E-Geräte in neues Terrain vor.

Mit Batterie geht im Forst mehr als gedacht

Bei Profis im Garten- und Landschaftsbau oder in Kommunen hat sich indes der batterieelektrische Antrieb bereits weitgehend durchgesetzt. Mittlerweile kommen Akku-Geräte mit geringerer Lärm- und keiner Abgasbelastung sowie weniger störenden Vibrationen aber auch im Forst verstärkt zum Einsatz. Tragesysteme verbessern dabei die Ergonomie und können vielfältig genutzt werden. 

Zur Etablierung der Akkutechnik in diesem Anwendungsfeld trägt auch ein zweijähriges Praxisprojekt von Stihl mit Forst Baden-Württemberg (ForstBW) bei, in dessen Rahmen bestehende Geräte weiterentwickelt, „Strom in den Wald gebracht“ und neue Arbeitsverfahren etabliert wurden. 

Das Projekt zeigt: Akku im Forst, vor allem bei Jungbestandspflege und Kultursicherung, macht Sinn, benötigt aber durchdachte Lösungen insbesondere für die Energieversorgung der Geräte. Einen vielversprechenden Ansatz sollen modulare Systemlösungen, bestehend aus einem geeigneten, elektrifizierten Fahrzeug und anschließender Bestückung mit Ladeinfrastruktur nach individuellen Bedürfnissen, bieten – im Rahmen des Projektes zum Beispiel durch die Kombination einer CB-1 Ladebox mit der portablen Stromversorgung PS 3000. 

Die Nutzung von Akku-Geräten im Forst bringt auch neue Arbeitsverfahren und den Einsatz von Gerätekategorien mit sich, die als Benzinvarianten im Wald bislang nicht genutzt wurden. So soll die leichte Akku-Heckenschneider Stihl HLA 135 auch unerfahrenen Nutzenden ein präzises und effizientes Arbeiten bei der Freistellung von Jungpflanzen bei zugleich geringeren Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung ermöglichen.

Gleichzeitig gibt es immer noch Anwendungen, für die Benzin-Geräte die geeignetere Wahl darstellen. Um hier möglichen Regulatorik-Richtlinien in Zukunft zu entsprechen, arbeitet Stihl heute schon an Lösungen wie Sonderkraftstoffen. Zudem will man Kunden mit dem „Stihl Akku-Wirtschaftlichkeitsrechner“ bei der individuellen wirtschaftlichen Abwägung beider Antriebskonzepte unterstützen.

Compliance-Hinweis: Die für den Bericht entstandenen Reisekosten der BauernZeitung wurden vom Hersteller übernommen.

Neue Geräte und Lösungen von Stihl

Für „Profis“
• Akku-Blasgerät Stihl BRA 280 B
• Akku-Blasgeräte BRA 500 und BRA 600
• Akku-Freischneider FSA 250
• Akku-Rasenmäher RMA 750 V, RMA 756 V und RMA 7 RV
• Akku-Trennschleifer TSA 350
• Akku-Trennschleifer TSA 500
• MSA 300 Rettung & TSA 300 Rettung für Einsätze bei Feuerwehr und im Katastrophenschutz
• Ladesteuerung CM 10

Für „Privatanwender“
• Hochdruckreiniger RE 140 Vario Control
• Akku-Hoch-Entaster HTA 30
• Akku-Gehölzschneider GTA 30
• Akku-Motorsense FSA 70 R
• Akku-Motorsense FSA 110 R
• AP 20 & AP 30 Akku-Packs

Ausgezeichnet

Hans Peter Stihl, heute Ehrenvorsitzender von Beirat und Aufsichtsrat der Andreas Stihl AG & Co. KG, wurde in Berlin mit dem Deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Damit würdigte die Jury seine außerordentlichen unternehmerischen Leistungen sowie sein jahrzehntelanges gesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement. Hans Peter Stihl (geb. 1932) trat 1960 in das Unternehmen seines Vaters und Firmengründers Andreas Stihl ein und führte es von 1973 bis 2002 als geschäftsführender Gesellschafter.

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