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Vermehrer starten Qualitätsoffensive

Sieben Saatkartoffelvermehrer machen hierzulande ab sofort gemeinsame Sache. In einem Projekt wollen sie die Qualität des erzeugten Pflanzguts verbessern und die beteiligten Unternehmen besser vernetzen.

Die österreichischen Saatkartoffelvermehrer wollen sich besser vernetzen und den Grundstein für eine innovative Zukunft setzen, um eine Qualitätsverbesserung des regionalen Kartoffelpflanzguts zu erreichen. Im Projekt „Weiterentwicklung und Modernisierung des regionalen Saatkartoffelsektors zur nachhaltigen Sicherstellung der Versorgung mit hochwertigem Kartoffelpflanzgut“ haben sich sieben österreichische Vermehrungsorganisationen (NÖ Saatbaugenossenschaft, SteirerSaat, Raiffeisengenossenschaft Osttirol, Meleco, Sauwald Erdäpfel, Kärntner Saatbau und Agrana Stärke) unter der Projektleitung der LK Niederösterreich zusammengetan.

Die beteiligten Betriebe bewirtschaften 87 Prozent der österreichischen Vermehrungsfläche im Pflanzkartoffelbereich. Das Projekt startete mit August 2025 und wird über vier Jahre im Rahmen der ländlichen Entwicklung gefördert.

Vermehrungsbetriebe im Mittelpunkt

Im Zentrum des Projekts stehen die Beratung und Vernetzung der Kartoffelvermehrungsbetriebe. Moderne Technik erleichtert den Betrieben, relevante Daten zu Produktion, Lagerung und Pflanzenschutz schnell und unkompliziert zu sammeln sowie mittels App zu dokumentieren und anonymisiert auch anderen Betrieben zugänglich zu machen. So können sich die Betriebe untereinander vergleichen, etwa mit Betrieben, die dieselbe Sorte vermehren, und feststellen, welche Maßnahmen für ihre Sorten am besten funktionieren und wie daraus abgeleitet das eigene Betriebsergebnis verbessert werden kann. Im Zuge der Umsetzung werden die teilnehmenden Betriebe jährlich durch Mitarbeiter der LK Niederösterreich besucht und beratend unterstützt.

Durch gegenseitige Besuche der Vermehrungsorganisationen soll auch ein bundesländerübergreifender Austausch stattfinden, um vorhandenes Know-how effizienter nutzen zu können und den internationalen Vergleich nicht scheuen zu müssen.

Über die Projektlaufzeit sollen internationale Vorzeigebeispiele besucht werden, mit dem Ziel, die österreichischen Saatkartoffelvermehrer fit für die Zukunft zu halten und vorhandene Innovationen auch hierzulande zu nutzen.

KI soll kranke Pflanzen eliminieren

In Zusammenarbeit mit der LK-Technik Mold und dem Josephinum Research soll eine Künstliche Intelligenz entwickelt werden, die kranke Pflanzen im Vermehrungsbestand erkennt und im nächsten Schritt auch automatisch entfernt. Um den Vermehrungsbetrieben zukunftsträchtige Innovationen zugänglich zu machen, werden zudem technische Neuentwicklungen am Markt, wie etwa modernste Sortieranlagen, unter die Lupe genommen und auf ihre Brauchbarkeit und praktische Anwendbarkeit speziell im Saatkartoffelbau getestet.

Besonders im Erdäpfelbereich wird in einigen Regionen immer noch Nachbausaatgut verwendet, wodurch Qualitäts- und Erntemengenpotenzial verschenkt wird. Zertifiziertes Pflanzgut aus regionalem Anbau hat unbestreitbare Vorteile, die den heimischen Erdäpfelbäuerinnen und -bauern vermittelt werden sollen, um hier die Wertschöpfung im Land zu halten und noch zu erhöhen.

Erdäpfel sind ein Grundnahrungsmittel und ein hoher Selbstversorgungsgrad mit hochwertigen Knollen in Österreich ist daher im Interesse der Allgemeinheit. Mit diesem Projekt sollen Informationen und Erfahrungen gesammelt werden, um hochwertiges, verlässliches Kartoffelsaatgut aus Österreich anbieten zu können und durch Qualitätssteigerung die Wertschöpfung zu erhöhen.

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