Seit dem Ende der Milchquote im Jahr 2015 ist die Milchproduktion in der EU demnach bis 2024 um rund sieben Prozent gestiegen.
Weniger Betriebe, größere Mengen
Die Zahl der milchliefernden Betriebe sank, gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Anlieferungsmengen pro Milchbetrieb. Auch die Zahl der Verarbeitungsbetriebe ist in den drei Ländern zurückgegangen, allerdings führte das Quotenende in Deutschland zunächst zu einem kurzfristigen Anstieg der Molkereiunternehmen. Unterschiede zeigen sich auch bei der Bündelung in Erzeugerorganisationen: So haben sich in Deutschland und Frankreich seit 2015 verstärkt Erzeugerorganisationen etabliert, während in Österreich die Genossenschaftsstruktur weiterhin die zentrale Rolle spielt.
Die spezielle Situation in Österreich
Das Auslaufen der Milchquote hatte in Österreich den Experten zufolge einen Einbruch der Erzeugerpreise zur Folge. Es kam zu vermehrten Betriebsaufgaben, Molkereischließungen sowie Anpassungen der Handelsströme. Viele dieser Entwicklungen sind jedoch laut Bericht eher auf den allgemeinen Strukturwandel im ländlichen Raum seit dem EU-Beitritt im Jahr 1995 zurückzuführen.
In den letzten drei Jahrzehnten war der österreichische Milchmarkt jedenfalls durch ein deutliches Produktionswachstum gekennzeichnet. Während 1995 eine Gesamtmenge von 2,29 Mio. Tonnen Rohmilch angeliefert wurde und 2015 3,10 Mio. Tonnen erfasst wurden, waren es 2024 rund 3,58 Mio. Tonnen; das entspricht einem Plus von 56 Prozent (gegenüber 1995) bzw. 21 Prozent (gegenüber 2015).
Allerdings hat die Abschaffung der Quoten den Strukturwandel stark befeuert. Im Jahr 2015 zählte Österreich insgesamt 29.124 milchliefernde Betriebe; 2024 waren es nur noch 21.557. In den letzten drei Jahrzehnten haben fast drei Viertel der Milchviehbetriebe aufgegeben. Im Jahr 1995 waren es noch 83.793 gewesen.
Mehr Biomilch
Der Produktmix der deutschen und französischen Milchindustrie blieb nach Abschaffung der Milchquote weitgehend stabil. In Österreich wurde hingegen die Käseerzeugung ausgeweitet und auch die Herstellung von Mischtrunk nahm zu. Zudem weist Österreich den mit Abstand höchsten Anteil an Biomilch in der EU auf. Seit dem Ende der Quotenregelung konnte der Bio-Anteil an der gesamten Milchanlieferung nochmals deutlich zulegen, stärker als in Deutschland und Frankreich.
Die Studie "Welche Entwicklungen gab es nach dem Ende der Milchquotenregelung in Europa im Milchsektor?" wurde im Rahmen der Kooperation der Agrarmarkt Austria (AMA) mit der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der französischen Behörde für landwirtschaftliche und maritime Erzeugnisse (FranceAgriMer) erstellt.
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