Ostern ist das wichtigste Fest im christlichen Jahreskreis. Mit der Botschaft der Auferstehung Jesu vermittelt es Hoffnung und Neubeginn, passend zum Frühling, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht. Der Osterfestkreis reicht weit über den Ostersonntag hinaus. Dieser beginnt am Aschermittwoch, durchzieht die Karwoche und endet zu Pfingsten. Bräuche strukturieren diesen Zyklus, sie durchbrechen den Alltag und erzählen Geschichten, die Trennendes überwinden und Gemeinschaft stiften.
Ein besonders lebendiges Ritual ist das Ratschen in der Karwoche. Kinder ziehen als „Ratscherkinder“ morgens, mittags und abends durch Dörfer und Ortsteile und ersetzen die von Gründonnerstag bis Karsamstag verstummten Glocken. Ob Flügelratsche, Schubkarrenratsche, Turmratsche oder Klapperratsche – jede Form hat ihren eigenen Klang und ihre Funktion. Mit den lautstarken Geräuschen werden Gebete begleitet und die Dorfgemeinschaft zum Innehalten eingeladen. Ebenso beliebt ist das Eierpecken, bei dem das stärkste Ei siegt – ein fröhliches Spiel, das seit Generationen Jung und Alt verbindet.
Bräuche als Lebensrhythmus
Neben diesen bekannten Traditionen gibt es regional weitere Rituale, die eng mit Landwirtschaft und Natur verbunden sind. Besonders im Weinviertel prägt der Brauch des „in die Grean gehen“ den Ostermontag. Weinhauer, Freunde und Wanderer ziehen durch die frisch ergrünende Landschaft, trinken Wein, brechen Brot und genießen Geselchtes. Die Tradition erinnert an die Emmaus-Geschichte aus der Bibel, in der die Jünger Jesus nach seiner Auferstehung erkennen, als er das Brot bricht. „Die Segnung der Palmzweige, das Ratschen, der obligatorische Spinat am Gründonnerstag oder das besonders im Weinviertel beliebte ‚in die Grean gehen‘ – diese Traditionen strukturieren die festliche Zeit, erinnern an Kindheitserlebnisse und vermitteln Beständigkeit und Sicherheit“, erklärt Harald Froschauer, Geschäftsführer der Volkskultur Niederösterreich.
Natur, Gemeinschaft und Schutz des Hofes
Mit dem „in die Grean gehen“ werden nicht nur Freundschaften gepflegt, sondern auch Haus und Hof geschützt: Palmzweige werden an diesem Tag in die Kellerecken gestellt, um Unglück abzuwehren. Die Osterzeit verbindet so Religion, Kultur, Landwirtschaft und Kulinarik. Sie lädt ein, alte Traditionen zu entdecken, ihre Motive zu verstehen und die Freude am gemeinsamen Feiern neu zu erleben.
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