Referent war der Biohochlandimker Peter Frühwirth aus Oberösterreich. Frühwirth ist zudem Grünlandexperte, war er doch über Jahrzehnte der Grünlandreferent der LK Oberösterreich. Die Berglandwirtschaft liefert das Fundament für das Leben in den ländlichen Gebieten, so bringt es Referent Professor Peter Frühwirth auf den Punkt. Und er stellt dabei der Grünlandwirtschaft und insbesondere der Berglandwirtschaft, wie sie in einzigartiger Weise im Bezirk Landeck betrieben wird, ein sehr gutes Zeugnis aus. Das Grünland - ausgehend von den Mehrmähdigen Wiesen im Tal bis hinauf zu den Bergmähdern und Almweiden - das ist herausragend. Die Berglandwirtschaft ist der Garant für die Biodiversität und das gilt für alle genutzten Dauergrünlandflächen, weil es um die Biodiversität „an sich“ geht, so der Experte. Professor Frühwirth sprach in seinem Vortrag auch die Leistungen von Grünland für die Gesellschaft an.
„Die Photosynthese ist die Grundlage allen Lebens. Dabei wird Kohlenstoff gebunden und gleichzeitig Sauerstoff produziert. Bewirtschaftetes Grünland produziert wesentlich mehr Sauerstoff als der Wald, darüber redet niemand, aber das ist eine Tatsache. Die hohen Humusgehalte der Grünlandböden in Tirol, haben den Referenten überrascht und sie zeigen von einer hohen Funktionsfähigkeit und einem sehr intakten Bodenleben. Allerdings darf man sich auch nicht von allzu romantischen und auch Falschdarstellungen irreführen lassen. Damit das Grünland seine Leistungen erfüllen kann braucht es eine angepasste Nährstoffversorgung nach dem Prinzip des ökologischen Kreislaufs (Boden-Pflanze-Tier-Mensch), damit unsere Böden nicht ausgehungert werden."
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Vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft
Im zweiten Vortragsteil ging der Referent auf die Bedeutung des Grünlandes für Bienen und andere blütenbestäubende Insekten ein. Als Bio-Imker, der um die 150 Völker betreut, hat er in diesem Bereich sehr viel Erfahrung. Und er gibt dabei sein Wissen auch weiter – kürzlich ist die Broschüre „Wiesenpflanzen für Honigbienen und wilde Bestäuber“ erschienen. Berglandwirtschaft hat einen sehr hohen imaginären Wert, der bei den bisherigen Modellen der Leistungsabgeltungen nicht berücksichtigt wurde, gibt der Referent einen Anstoß, über neue Modelle der Abgeltungen nachzudenken und solche zu entwickeln. „Berglandwirtschaft ist vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Berglandwirtschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Alle Menschen die hier leben, müssen dafür kämpfen“ sagt Frühwirth in seiner Zusammenfassung.
Der Obmann der Bienenzüchter Stefan Gröber hat die Bedeutung dieser Vortragsveranstaltung hervorgehoben und bedankte sich bei der Bauernkammer Landeck für die Zusammenarbeit.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes Klima-Landwirtschafts-Modellregion Landeck ausgerichtet. Das Projekt wird unterstützt aus Mitteln des Landes, des Bundes und der Eruopäischen Union. Die nächste Fachveranstaltung zum Projekt findet am 24. Juli auf der Verpeilalm im Kaunertal mit dem Almexperten Dr. Michael Machatschek statt.
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