Agrar-Studenten auf einem Bauernhof.

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Agrarstudium an der Fachhochschule OÖ: Ab Herbst 2026 noch praxisnäher

Das agrarische Studienangebot der Fachhochschule OÖ startet im Herbst 2026 mit neu strukturierten und dem Bedarf angepassten Lehrplänen.

Oberösterreich ist nicht nur das vielzitierte „Agrarbundesland Nummer eins“, sondern auch das einzige Bundesland in Österreich, in dem eine agrarische Ausbildung von der Fachschule über den Master bis zum Doktorat angeboten wird. An der Spitze stehen die Studienangebote am Fachhochschul-Campus Wels und Steyr: das Bachelorstudium „Agrartechnologie und -management“ in Wels und das Masterstudium „Agrarmangement und -innovation“ in Steyr.

Beide Studiengänge wurden weiterentwickelt und präsentieren sich ab dem kommenden Studienjahr mit Neuerungen. Befragungen von Absolventen, der Austausch mit landwirtschaftlichen Schulen und Rückmeldungen aus der Agrarbranche flossen in die Analyse ein. Michael Rabl, Präsident und Geschäftsführer der FH Oberösterreich, sieht im neuen Konzept ein „Bekenntnis zur Zukunft der Landwirtschaft“. Jungen Menschen solle eine Ausbildung geboten werden, die „wissenschaft­liche Kompetenz, unternehmerisches Denken und praktische Erfahrung verbindet“.

Claudia Probst, Studiengangs­leiterin in Wels, verweist zum einen auf ein bundesweit einzig­artiges Zeitmodell, das es ermög­licht, parallel zum Studium auch eine Landwirtschaft zu führen. Mehr Inhalte im Winter, Lehrveranstaltungen zur Theorie auch abends, online oder zum Nachhören. Zum anderen sorge ein überarbeiteter Lehrplan, in dem neue Themen wie Berg- und Grünland, Tierwohl oder Wein- und Obstbau hinzukommen, noch mehr auf die Bedürfnisse hierzulande einzugehen. „An Bedeutung gewinnt etwa auch das Thema Energiemanagement, das vor acht Jahren noch nicht so sehr im Fokus lag“, so Probst. Die Technik im Bachelorstudium werde künftig stärker mit den agrarwissenschaftlichen Fächern verknüpft sein.

Hofübernehmer im Visier

Im Visier des Bachelor-Studi­engangs liegen vor allem Hofübernehmer. „Uns ist wichtig, dass mit dem Studium Bäuerinnen und Bauern sagen können ‚Das bringt meinem Hof wirklich etwas und wir gehen mit Zuversicht in die Zukunft‘“, so Probst. Dass auch angewandte Forschung eine Rolle spielt, beweist etwa das Projekt „DigiNase“: Entwickelt wurde eine digitale Nase, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Gerüche interpretieren kann – und so zum Beispiel Borkenkäferbefall im Wald ermitteln kann.

Michael Schmidthaler leitet den Master-Studiengang in Steyr. Dort werde man künftig auch auf den sich dynamisch entwickelnden Bedarf eingehen. „Auf geopolitischer und politischer Ebene, Stichwort Gemeinsame Agrarpolitik“, so Schmidthaler.

„Die Landwirtschaft ist seit jeher im Wandel begriffen. Aktuell ist dieser tiefgreifend. Um sich besser anpassen zu können, braucht es eine entsprechende Ausbildung“, so Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. Mit der Neustrukturierung der Studiengänge komme man den Anforderungen der Zeit entgegen.

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Von links Claudia Probst, Michael Rabl, Michaela Langer-Weninger, Michael Schmidthaler

Tage der offenen Tür

• Am Fachhochschul-Campus Wels wird am Freitag, dem 20. März 2026 von 9 bis 17 Uhr zum „Open House“ geladen.

• Am Fachhochschul-Campus Steyr können sich Interessierte am Samstag, dem 21. März 2026 von 9 bis 13 Uhr informieren.

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Die "digitale Nase" im Einsatz auf einem Roboter im Wald - zum Auffinden eines toten Wildschweins.

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