Brennendes Sofa in einem Wohnzimmer.

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Brandursache Strom: Gefahr durch Akkus in jedem Haushalt

Lithium-Ionen-Akkus sind mittlerweile allgegenwärtig. Sorglosigkeit im Umgang mit ihnen kann zu Bränden und damit hohen Schäden führen.

Sie entstehen nicht spektakulär, sondern still und oft im Verborgenen: Elektrobrände. Denn Leitungen, Steckdosen und Geräte funktionieren oft über lange Zeit einwandfrei, ehe es durch Verschmutzung, Alterung, schlechte oder ausgeleierte Kontakte oder Überlastung plötzlich zu Schwelbränden kommt.

Elektrische Energie ist eine unterschätzte Gefahrenquelle. In Österreich sind in den Jahren 2020 bis 2024 etwa 15 Prozent aller Brände durch elektrische Energie verursacht worden. Allein im Jahr 2024 waren es 1.153 aller Brände in Österreich.

Gefahrenquelle Mehrfachsteckdose

Eine Gefahrenquelle sind Mehrfachsteckdosen. Werden sie überlastet, kann es leicht zu Bränden kommen. „Leistungsstarke Geräte wie Waschmaschine, Trockner oder Bügeleisen gehören nicht an die Mehrfachsteckdosen. Ab 1000 Watt besser direkt an der Steckdose anstecken“, sagt Günther Schwabegger von der Brandverhütungsstelle (BVS) für Oberösterreich. Werden die Steckdosenleisten hinter Möbeln oder Vorhängen „versteckt“, so erhöht sich das Risiko aufgrund eines möglichen Wärmestaus zusätzlich. Auch rund um Netzteile und die Elektrogeräte selbst sollte die Luft frei zirkulieren können.

Sorglosigkeit im Umgang mit Akkus

Zu einem in den vergangenen Jahren wachsenden Risiko sind Lithium-Ionen-Akkus geworden. Solche Akkus werden üblicherweise in Mobiltelefonen, E-Scootern, Werkzeugen oder Gartengeräten verwendet – es gibt sie also so gut wie in jedem Haushalt. Laut einer aktuellen Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) hat jeder Haushalt im Schnitt zwischen zehn und 14 Akkus oder akkubetriebene Geräte – die jedoch oft unsachgemäß gelagert und geladen werden. „Große Wissenslücken und Sorglosigkeit“ ortet KFV-Direktor Christian Schimanofsky als Gründe dafür. Etwa ein Drittel der Befragten setzt die Geräte sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen aus. 41 Prozent gaben an, Geräte über Nacht zu laden, weitere zehn Prozent tun dies, obwohl sie nicht zuhause sind. Ein weiteres Drittel legt das Gerät beim Ladevorgang nahe oder direkt auf brennbaren Oberflächen ab. „17 Prozent der Befragten haben tatsächlich schon kritische Situationen mit einem Akku erlebt“, so Schimanofsky. Meist kam es dabei zu einer Überhitzung, aber auch dramatischere Folge wie Rauchentwicklung oder Explosionen haben acht Prozent der Befragten schon erlebt.

Die Akkus können bei Beschädigung, Überladung oder unsachgemäßer Ladung sehr heiß werden und sich entzünden. „Solche Akkus sind sehr leistungsstarke Energiebündel, entsprechend viel Energie wird im Schadensfall auch freigesetzt“, so Schwabegger. Er appelliert, elektrische Geräte professionell installieren zu lassen und regelmäßig zu warten. Installierte Rauchwarnmelder und Schutzeinrichtungen, deren Funktion regelmäßig überprüft werden, tragen zu mehr Sicherheit bei.

Mängel bei billigen Ladekabeln

Tests mit Ladegeräten und Kabeln im unteren und oberen Preissegment hätten eindeutig gezeigt, dass die teureren Produkte in der Regel eine bessere Qualität aufweisen und das Brandrisiko senken können. Günstigere Produkte verfügen oft über keine oder unzureichende Schutzschaltungen, wodurch innerhalb weniger Minuten Oberflächentemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius am Ladegerät erreicht werden können..

Christian Eltner vom Österreichischen Versicherungsverband: „Haushaltsbrände verursachten in Österreich allein im Jahr 2024 Schäden von 174 Millionen Euro. Allein auf Oberösterreich entfielen rund 27,6 Millionen Euro.“ Brände durch Lithium-Ionen-Akkus würden zwar grundsätzlich eher selten vorkommen, doch meist deutlich heftiger verlaufen. Beschädigte Lithium-Ionen-Akkus könnten sich wiederholt entzünden und seien daher schwer zu löschen.

Wie man sich vor Akkubränden schützen kann

  • Beschädigte oder auffällige Akkus nicht weiterbenutzen.

  • Warnsignale wie starke Erwärmung, Geruch oder Verformung ernst nehmen.

  • Beim Laden ein Auge auf Geräte und Akkus haben.

  • Geräte beim Laden auf eine feste, nicht brennbare Unterlage achten, nicht in der Nähe von Textilien laden.

  • Nur passende und hochwertige Ladegeräte und Kabel verwenden.

  • Unbenutzte Geräte und lose Akkus geordnet lagern oder fachgerecht entsorgen.

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