Rehkitzrettung

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Drohnen mit Wärmebildkameras starten in Tirol wieder zur Rehkitzrettung

Die erfolgreiche Bilanz des Jahres 2025 zeigt die steigende Bedeutung der Rehkitzrettung in der Mähsaison. Das Land Tirol und der Jägerverband rufen zur Zusammenarbeit auf.

Mit dem Beginn der Mähsaison im späten Frühling startet in Tirol erneut eine wichtige Initiative: die Rehkitzrettung mittels Drohnen. In den frühen Morgenstunden fliegen DrohnenpilotInnen mit Wärmebildkameras systematisch über Wiesenflächen, um versteckte Rehkitze rechtzeitig vor dem Mähtod zu bewahren. Die Kombination aus moderner Technologie, praktischer Erfahrung und enger Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Jägerschaft und freiwilligen HelferInnen hat sich in den vergangenen Jahren bewährt.

„Die Mahd fällt genau in jene Zeit, in der Rehkitze von ihren Muttertieren im hohen Gras abgelegt werden. Durch ihr instinktives Verhalten sind sie für das menschliche Auge kaum sichtbar und daher besonders gefährdet. Die Drohnen ermöglichen es, diese Tiere rechtzeitig zu finden und zu retten“, betont LH-Stv. Josef Geisler.

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Die Rehkitzrettung wurde im vergangenen Jahr auch filmisch begleitet.

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Erfolgreiche Bilanz 2025

Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr unterstreichen den Erfolg der Initiative eindrucksvoll: Im Jahr 2025 wurden in Tirol bei insgesamt 939 Drohneneinsätzen rund 7.527 Hektar Wiesenfläche abgesucht. Dabei konnten 1.188 Rehkitze gefunden und vor dem Mähtod bewahrt werden.

Besonders erfreulich ist der kontinuierliche Anstieg an engagierten HelferInnen: Derzeit stehen über 80 registrierte DrohnenpilotInnen für Einsätze zur Verfügung. Über die Plattform www.rehkitzrettung.at können Landwirte sowie Jäger schnell und unkompliziert Kontakt zu Drohnenpiloten in ihrer Region aufnehmen.

Gemeinsamer Einsatz für Tier und Landwirtschaft

Neben dem Drohneneinsatz tragen auch bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von Mähverlusten bei – etwa Vergrämungsmittel oder angepasste Mähtechniken. Entscheidend bleibt jedoch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Die Zahlen zeigen klar, wie wichtig und wirkungsvoll die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und Drohnenpilotinnen und -piloten ist. Jedes gerettete Kitz bedeutet auch, dass Tierleid verhindert wird. Unser Dank gilt allen Freiwilligen, die oft in den frühen Morgenstunden im Einsatz stehen. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich und verdient höchste Anerkennung“, betont Landesjägermeister Anton Larcher.

Das Land Tirol unterstützt die Rehkitzrettung auch im Jahr 2026 finanziell mit rund 20.000 Euro. Registrierte Drohnenpiloten erhalten Zuschüsse, die sich nach der Anzahl der Einsatztage und der abgeflogenen Fläche richten. „Die Rehkitzrettung zeigt, wie gut das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Jägerschaft und freiwilligen Helferinnen und Helfern in Tirol funktioniert. Durch den gezielten Einsatz moderner Technik können Wiesenflächen vor der Mahd zuverlässig abgesucht werden, was einen reibungslosen Ablauf der Bewirtschaftung unterstützt und gleichzeitig den Schutz der Jungtiere sicherstellt“, so LH-Stv. Geisler.

Der Tiroler Jägerverband und das Land Tirol appellieren daher an Landwirte, Mähtermine frühzeitig bekannt zu geben, sowie an Drohnenpiloten, sich auf der Plattform zu registrieren.

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