Eine Fichte wird gefällt.

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Holzmarkt April '26: Trendumkehr bei Absatz und Preis

Nach Monaten mit steigenden Preisen schlagen nun die Verwerfungen durch den Iran-Krieg auch am Holzmarkt durch. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz sinkt, die Preise fallen.

Sechs Wochen nach Kriegsbeginn im Iran schaut die Welt(-wirtschaft) nach wie vor gebannt in Richtung Teheran und Washington. Dass das Kräftemessen um die Sperre der Straße von Hormus die Preise von Rohöl, Erdgas und Dünger und damit unweigerlich die wirtschaftliche Entwicklung (auch jene Österreichs) maßgeblich beeinflusst, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Neu ist, dass dies auch auf den seit Monaten im Höhenflug befindlichen Nadelsägerundholzmarkt durchschlägt.

Die jüngsten Prognosen der heimischen Wirtschaftsforscher schwanken für 2026 zwischen 1,1 und 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum. „In diesem Fall wären auch in der Bauwirtschaft erneut negative Entwicklungstendenzen zu beobachten“, weiß man in der Fachabteilung für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich.

Weiterer Preisverfall bei Sägerundholz absehbar

Das beeinflusst auch das Geschäft mit Holz. Derzeit sei die österreichische Sägeindustrie „sehr gut“ mit Nadelsägerundholz bevorratet. „Die Nachfrage ist angesichts der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation sowie einer starken Erntesaison entsprechend gedämpft“, analysieren die LK-Experten. Indes steigen aber die Waldlagerstände. Kontingentierte Zulieferung, witterungsbedinge Straßensperren, fehlende Frachtkapazitäten sowie Probleme bei der Waggonbereitstellung seien derzeit hier die Herausforderungen.

Die jüngsten Entwicklungen schlagen sich nun auch in den erzielbaren Preisen nieder. Im Mittel der vergangenen vier Wochen wurde von Sägern für das Leitsortiment Fichte/Tanne (Kl. A, B, C, 2b) 125,94 Euro pro Festmeter frei Straße (netto) bezahlt. Im Vergleich zum Vormonat entspricht das einem Rückgang von bisher 3 Euro, wobei die unsichere Lage sich auch in den eingemeldeten Preisspannen niederschlägt.

In Niederösterreich schwanken die Preise zwischen 123 und 133 Euro, in der Steiermark zwischen 125 und 133 Euro je Festmeter. In Oberösterreich, wo die Sägeindustrie schon im März von vollen Lagern berichtete, blieb der Preis mit 129,50 Euro stabil. Aber Achtung: Die Schnelligkeit der Preisrückgänge ist momentan unbedingt zu beachten. „Die Preise wurden in aktuellen Schlussbriefen teilweise massiv abgesenkt. In der Preisstatistik ist dies jedoch noch nicht ersichtlich“, erklären die LK-Marktanalysten.

Die Preise wurden in den aktuellen Schlussbriefen teilweise massiv gesenkt.

LK Österreich

Ihren Ausführungen zufolge sei auch der Markt für Kiefer nun gesättigt. Gehandelte Bloche (Kl. A, B, C, 2a+) wechselten zuletzt für 87 Euro den Besitzer, vorerst ebenso ein Rückgang um 3 Euro gegenüber dem Zeitraum Februar bis März. „Die hohen Waldlagerstände sind zusätzlich der Gefahr des Qualitätsverlustes durch Verblauung ausgesetzt“, warnen die Forstexperten. Einzig Lärche trotzt mit im Bundesmittel 154 Euro pro Festmeter weiterhin allen Entwicklungen. Die Nachfrage sei nach wie vor „kaum zu decken“.

Die Nachfragebelebung halten konnte auch Industrieholz. „Die Bevorratung der Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie ist rückläufig. Entsprechend rege ist die Nachfrage“, wird informiert. Faserholz (Fichte/Tanne) konnte sich preislich erneut auf aktuell 42,45 Euro pro Festmeter verbessern. Höchstpreise werden in den westlichen Bundesländern und in Niederösterreich bezahlt.

Flaute beim Energieholz

Zu Brennholz und Energiehackholz teilen die Experten mit: „Am Ende der Heizsaison ist die Situation am Energieholzmarkt, insbesondere in Regionen mit nach wie vor hohen Angebotsmengen, angespannt und eine Vermarktung schwierig.“

Entsprechend dümpeln die Preise auf dem bekannten Niveau dahin. Scheitholz (weich bzw. hart) wird im Bundesschnitt unverändert für gut 85 und 113 Euro pro Raummeter gehandelt, mit der regional typischen, starken Streuung. Hackgut hoher Qualität erlöst frei Werk im Mittel 117 Euro. Einzelne Preissteigerungen seien auf gestiegene Energie- und Bereitstellungskosten zurückzuführen. So ist das etwa in Niederösterreich der Fall.

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