Eine Tanne wird gefällt.

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Holzmarkt Mai '26: Sinkende Nachfrage, fallende Preise

Die Konjunkturflaute schlägt nun auch im Geschäft mit Nadelsägerundholz zu. Fallende Preise und volle Lagerplätze bei Sägewerken sind die Folge.

Durch die sich ständig ändernden Gegebenheiten rund um den Krieg im Iran und insbesondere die Straße von Hormus bleiben die Energiepreise auf hohem Niveau. Das belastet bekanntlich die gesamte Wirtschaftsentwicklung, vor allem die ohnehin angeschlagene Baubranche. „Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage ist der Absatz von Nadelsägerundholz zurückgegangen“, resümieren auch die Experten der Fachabteilung Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich über die vergangenen Tage und Wochen. In Kombination mit einem hohen Angebot und „zumeist gut bevorrateten Sägewerken“ sei die aktuelle Nachfrage nach Nadelsägerundholz sehr gering. „Während in Niederösterreich sowie den Schadgebieten der Steiermark bestehende Waldlager wegen kontingentierter Zulieferung nur sehr zögerlich abtransportiert werden, sind diese im übrigen Bundesgebiet nahezu abgebaut“, können die Marktanalysten immerhin vermelden. Vor dem Hintergrund der heuer massiven Frühjahrstrockenheit sollten Forstwirte mit Waldlagern ohnehin vorsichtig sein. „Das Niederschlagsdefizit des Frühjahrs ist weiterhin sehr ausgeprägt, die Disposition einzelner Bestände gegenüber Borkenkäferbefall hoch“, weiß man in Wien. Regional noch im Wald befindliches brutfähiges Material müsse ehestmöglich entfernt werden, um der Käfervermehrung Einhalt zu gebieten.

Für solche Sortimente müssen Waldbauern derzeit allerdings rückläufige Preise in Kauf nehmen, auch für Blochholz. „Die Preise wurden ob der Angebots-Nachfrage-Situation abgesenkt“, teilt man mit. Für das Leitsortiment Fichte/Tanne (Kl. A, B, C, 2b) sind im Bundesmittel 121,70 Euro pro Festmeter frei Straße (netto) erzielbar. Gegenüber dem Vormonat haben die Preise somit im Schnitt um 4 Euro nachgegeben. Am größten fiel der Rückgang im schon länger gut versorgten Oberösterreich aus. Insgesamt wird aber aus allen Bundesländern eine Preisunterkante um die 120 Euro gemeldet. Auch die Vermarktung von Kiefer gestaltet sich laut den Experten schwierig. Der Preis (Kl. A, B, C, 2a+) ging im Österreich-Mittel ebenso um 4 Euro auf knapp 84 Euro pro Festmeter zurück. Das Preisband reicht von 75 Euro in Oberösterreich bis zu Spitzenpreisen von 95 Euro in Niederösterreich.

Aus forstlicher Sicht raten die Fachberater bei Kieferneinschlag dieser Tage witterungsbedingt ohnehin zur Vorsicht, Stichwort Verblauung. Diesbezüglich wird auf Paragraf 19 der österreichischen Holzhandelsusancen verwiesen. Nach Bereitstellungsmeldung hat der Käufer sieben Werktage Zeit, das Holz abzufrachten. „Nach Ablauf dieser Frist geht das Risiko der Qualitätsverschlechterung auf den Käufer über“, erinnern die Experten. Zur Beweissicherung rät man zu Fotos der Bloche. Preislich wacker schlägt sich übrigens der Rundholzpreis für Lärche. Dieser gab im Schnitt nur wenige Cent nach und blieb mit mehr als 150 Euro pro Festmeter stabil.

Belebung bei Industrieholz

Anders sieht die Lage bei Nadelindustrieholz aus. Laut den LK-Analysten sind die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie unterdurchschnittlich mit Rohstoff bevorratet. Ein geringeres Angebot an Sägenebenprodukten, Altholz und Industrierundholz führe zu einer gestiegenen Nachfrage, die sich auch in gestiegenen Preisen widerspiegelt. „Bereitgestellte Sortimente werden zügig abtransportiert und rasch übernommen“, wird informiert. Preislich liegt Faserholz (Fichte/Tanne) derzeit im Mittel bei rund 43 Euro pro Festmeter und entwickelt sich damit in allen Bundesländern leicht steigend. In Salzburg kratzen die Höchstpreise gar schon an der 50-Euro-Marke. Auch beim Buchenindustrierundholz konnte regional eine Preissteigerung verzeichnet werden.

Regionale Unterschiede bei Energieholz

Der Energieholzmarkt entwickelt sich indes regional unterschiedlich. „Während in Niederösterreich die verlängerte Heizsaison einen anhaltenden Materialverbrauch und entsprechenden Mehrbedarf bedingt, ist in Oberösterreich die Vermarktung abseits von Langfristverträgen schwierig“, berichten die Marktbeobachter. Im restlichen Bundesgebiet nehme der Energieholzmarkt den saisonüblichen Verlauf. Dieser saisonübliche Verlauf dominiert auch die Durchschnittspreise. Brennholz (weich) liegt aktuell bei knapp 84 Euro pro Raummeter, mit leichten Rückgängen im Westen. Hartholz wird indes stabil für etwa 113 Euro je Raummeter gehandelt. Auch Hackgut zeigt einen saisonbedingt minimalen Rückgang. Im Schnitt können frei Werk 116 Euro pro Atrotonne für qualitativ hochwertige Ware erzielt werden. Höchstpreise von bis zu 165 Euro werden aus Niederösterreich gemeldet. Durchschnittliche Qualitäten wechseln deutlich darunter den Besitzer, im Mittel für 106 Euro je Atrotonne.

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