In einer Phase „zwischen Stabilisierung und hoher globaler Unsicherheit“ sieht Gerd Ebner die österreichische und europäische Holzbranche. Ebner ist Chefredakteur des „Holzkurier“ und einer der führenden Analysten der mitteleuropäischen Holz- und Sägeindustrie. „Während sich der Rund- und Schnittholzmarkt derzeit auf niedrigerem Niveau stabilisiert, belasten schwache Baukonjunktur, volatile Preise, hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Krisen die Planbarkeit der Betriebe“, so Ebner.
Gute Wertschöpfung bringt positive Aussichten
Für Oberösterreich sieht er auch besondere Stärken: Die vollständige Wertschöpfungskette – vom Wald über die Sägeindustrie bis zum modernen Holzbau – mache den Standort widerstandsfähig und zukunftsfähig. Gerade höherwertige Produkte wie Brettsperrholz, Brettschichtholz und industrielle Vorfertigung bieten aus seiner Sicht große Chancen, weil damit mehr regionale Wertschöpfung erzielt werden kann als im reinen Schnittholzexport. Langfristig sieht der Experte positive Perspektiven für die heimische Holzbranche, insbesondere durch modernen Holzbau, nachhaltige Baukonzepte und die technische Kompetenz der Betriebe.
„Stabile Holzpreise sind entscheidend, damit unsere Waldbesitzer ihre Wälder aktiv bewirtschaften, pflegen und klimafit umbauen können. Wer klimafitte Wälder will, muss auch die wirtschaftliche Grundlage der Waldbewirtschaftung sichern“, betont Agrarlandesrätin Langer-Weninger.
Die Holzeinschlagsmeldung für das Kalenderjahr 2025 weist für Oberösterreich eine geerntete Holzmenge von 3,19 Millionen Erntefestmetern aus. Damit lag der Gesamteinschlag um 0,7 % höher als 2024 und rund zwei Prozent über dem Zehnjahresmittel von 3,14 Millionen Erntefestmetern. Rund 80 % der Einschlagsmenge entfielen auf Nadelholz, 20 % auf Laubholz.
Weniger Schadholz als zuletzt
Erfreulich ist die Schadholz-Entwicklung: Mit 690.000 Erntefestmetern bzw. 22 % des Gesamteinschlags lag der Schadholzanteil deutlich unter dem langjährigen Mittel. Gegenüber 2024 hat sich die Schadholzmenge halbiert. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der Borkenkäferkalamität 2019 lag die Schadholzmenge mit 2,64 Millionen Erntefestmetern rund viermal so hoch. „Die rückläufige Schadholzmenge ist eine positive Nachricht für unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern. Sie ist aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Ein Sturmereignis, Schneebruch oder eine längere Trockenphase können die Lage rasch wieder verschärfen. Konsequente Waldpflege, rasche Aufarbeitung und ein aktives Borkenkäfermonitoring bleiben entscheidend“, so Langer-Weninger.
Das Risiko Borkenkäfer bleibt
Nach den intensiven Borkenkäferjahren 2018 und 2019 hatte sich die Schadholzsituation zwischenzeitlich entspannt. In den Jahren 2023 und 2024 waren es Schneebrüche und Stürme, die wieder zu höheren Schadholzmengen führten. Auch heuer bleibt die Entwicklung stark von der Witterung abhängig. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn und steigende Temperaturen erhöhen die Anfälligkeit der Fichte. „Gerade jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Frischer Stehendbefall muss früh erkannt und befallenes Holz rasch aus dem Wald gebracht werden. Nur so können wir verhindern, dass sich der Borkenkäfer regional wieder massiv vermehrt“, unterstreicht Langer-Weninger.
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