Fichte faellen

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Holzmarkt März `26: Holznachfrage gerät ins Stocken

Monatelang kannten die Nadelsägerundholzpreise nur eine Richtung: nach oben. Damit ist vorerst Schluss. Im Bauernwald kann der Fokus nun wohl oder übel auf die Borkenkäferprävention gelegt werden.

Nicht zuletzt durch die jüngsten Verwerfungen bei den Energiepreisen sind die Aussichten für ein Anspringen der Konjunktur weiter getrübt. Industrie und Bauwirtschaft ächzen unter der schwachen Auslandsnachfrage und wenig Aussicht auf Verbesserung in puncto Kostenlast.

Nach mehr als einem halben Jahr mit äußerst reger Nachfrage scheint nun auch die Sägein-dustrie wieder Zurückhaltung walten zu lassen. „Die österreichische Sägeindustrie ist sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet“, vermeldet die Forstabteilung der LK Österreich.

Die österreichische Sägeindustrie ist sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet.

LK Österreich

Während im Norden Österreichs die Nachfrage noch als normal bezeichnet werden
könne, gerate sie im Süden und Westen bereits ins Stocken, so die LK-Analysten. Der Abtransport bestehender Waldlager erfolge, nicht zuletzt wegen teilweise fehlender Frachtkapazitäten und regionaler Tauwettersperren sowie Kontingentierungen und Zufuhrsperren, verzögert. Immerhin: An den Preisen ändert das vorerst wenig. „Vereinzelt kommen sie leicht unter Druck“, so die Experten. Das belegen auch die Statistiken. Demnach erlöst das Leitsortiment Fichte/Tanne (A, B, C, 2b) derzeit im Bundesmittel 128,69 Euro pro Festmeter (frei Straße). Die Preise bewegten sich somit im vergangenen Monat seitwärts, lediglich in Oberösterreich und im Burgenland verringerte sich der Durchschnittspreis minimal, konkret um 50 Cent.

Bei Kiefer heißt es schnell sein

Jahreszeitlich gerade noch rechtzeitig trotzt Kiefer (A, B, C, 2a+) dem Preisverfall und bleibt mit im Durchschnitt 90 Euro pro Festmeter österreichweit stabil. Höchstpreise von bis zu 100 Euro sind etwa in Niederösterreich weiter möglich. „Bei Kiefer ist aufgrund steigender Temperaturen auf eine zeitnahe Abfuhr zu achten, um Qualitätsverluste zu vermeiden“, rät dazu die LK. Auch Lärchenblochholz trotzt jeder gegenläufigen Entwicklung und erlöst weiterhin Preise um die 154,36 Euro. Spitzenreiter ist hier erneut die Steiermark mit bis zu 185 Euro pro Festmeter.

Eiche und Esche gefragt

Den Marktkennern zufolge hatte der Fokus auf den Nadelholzeinschlag in den vergangenen Wochen das Angebot an Laubholz geschmälert. Entsprechend aufnahmefähig seien Säger in der derzeit auslaufenden Saison. „Die Nachfrage nach Eiche und Esche ist weiterhin lebhaft. Andere Laubhölzer werden gezielt in hochwertigen Qualitäten nachgefragt“, wird diesbezüglich informiert.

Industrieholz zieht an

Die Lagerbestände an Nadelindustrierundholz in der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie dürften rückläufig sein. Der Fokus auf Sägerundholz hat auch hier Spuren hinterlassen. Entsprechend beginnen die Preise für Schleif- und Faserholz anzuziehen. Fichten-/Tannen-Faserholz kratzt nunmehr im Schnitt an der 40-Euro-Marke pro Festmeter. In Oberösterreich, Vorarlberg und Salzburg sind den LK-Erhebungen zufolge auch Preise von mehr als 45 Euro möglich.

Energieholzpreise sehr regional

Am Energieholzmarkt werden regional sehr unterschiedliche Entwicklungen gemeldet. „In Oberösterreich ist dieser nach wie vor angespannt. In Niederösterreich führen der Mehrbedarf und sinkende Lagerbestände zu einer gesteigerten Nachfrage, die sich auch preislich auswirkt“, wird informiert. Brennholz (weich) streut entsprechend stark um den wieder etwas rückläufigen Bundesdurchschnitt von 84,50 Euro pro Raummeter. Hartholz ist mit im Mittel 113 Euro im üblichen Preisband stabil. Selbiges gilt für Hackgut hoher Qualität. Frei Werk sind durchschnittlich 116,79 Euro pro Atrotonne erlösbar.

Zeit für Waldhygiene

Die Forstfachleute der LK Österreich raten Waldbesitzern aufgrund der Lagerstände nun zu einem Schwerpunkt auf die Waldhygiene. Jetzt, vor dem ersten Schwärmflug des Borkenkäfers, ist es an der Zeit, „nicht nur durch Nassschnee verursachte Schneebrüche, sondern sämtliches bruttaugliches Nadelholz“ aus dem Wald zu entfernen.

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