Laut jüngsten AMA-Auswertungen hat der Erzeugermilchpreis im März österreichweit erneut nachgegeben. Im Schnitt zahlten österreichische Molkereien und Sennereien 46,74 Cent pro Kilogramm Rohmilch (Durchschnitt aller Qualitäten, Milchsorten und Inhaltsstoffe, GVO-frei, netto). Das entspricht einem Minus von im Mittel 2 Cent. Jener für konventionelle Rohmilch (4,0 % FE, 3,4 % EE; netto ab Hof) fiel auf 45,96 Cent.
„Dieser Trend wird sich, zumindest in naher Zukunft, nicht ändern, denn die Auszahlungspreise fallen erneut“, halten die Marktanalysten der AMA fest. Der Durchschnittspreis aller Qualitäten soll im April demnach 46,10 Cent betragen haben. Einige Molkereien hätten den Erzeugerpreis erneut gesenkt, bei anderen wurde das Niveau hingegen gehalten, heißt es. Dem Vernehmen nach entschlossen sich auch im Mai einzelne Abnehmer zu Erzeugerpreissenkungen. Laut den AMA-Experten komme erschwerend hinzu, dass auch die Fett- und Eiweißprozente derzeit rückläufig sind.
Gestiegen ist hingegen die Liefermenge. Insgesamt 337.133 Tonnen GVO-freie Rohmilch wurden im März übernommen. Von dieser Menge waren 39.763 Tonnen Biomilch, 26.157 Tonnen Heumilch und 21.280 Tonnen Bio-Heumilch. Die Lieferleistung der heimischen Betriebe stieg im Vorjahresvergleich um 5,5 Prozent, Vermarktung an ausländische Verarbeiter inklusive. Mittlerweile habe sich dieser Trend etwas abgeflacht, wie Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN), berichtet: „Vergangene Woche betrug das Mengenplus 3 Prozent.“
Noch immer genug Milch
Auch in Deutschland hat sich das stete Mengenplus nun erstmals eingebremst. Den dortigen Verbänden zufolge seien im April nur „moderate Steigerungen“ verzeichnet worden. „Das Milchaufkommen scheint sich auf dem sehr hohen Niveau einzupendeln und hält somit gegenüber der Vorjahreslinie einen kräftigen Vorsprung von 5,8 Prozent“, resümieren die Analysten. Der von allen Seiten geforderte Mengenrückgang zeichnet sich damit im für die EU-Preise besonders relevanten deutschen Markt vorerst aber nicht ab. MGN-Chef Gruber-Doberer weiß, wieso: „Nach der guten Grundfutterernte 2025 reduzieren die noch vollen Silos die Bereitschaft der deutschen Kollegen abzustocken.“ Das schlägt sich allerdings auch in den erzielbaren Bauernmilchpreisen nieder. In Bayern wurde laut dem Verband der Milcherzeuger bereits im März die 40-Cent-Marke unterschritten.
Marktentwicklungen uneinheitlich
Lustlos entwickeln sich auch die Börsenpreise. Der vom Institut für Ernährungswirtschaft Kiel (ife) aus den Notierungswerten von Butter und Magermilchpulver an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse Kempten berechnete Kieler Rohstoffwert stagnierte im April. Aus dem Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß waren in der Bundesrepublik demnach im Mittel 38 Cent je Kilogramm Milch (ab Hof 4,0 % FE, 3,4 % EE) zu erlösen. Das entspricht einer hauchdünnen Verbesserung um 0,2 Cent. Der Abstand zum Vorjahresniveau beträgt laut ife 11,7 Cent.
Den Experten zufolge wurden im April zwei gegengleiche Entwicklungen beobachtet. Im Handel mit Magermilchpulver konnten sich die Notierungen befestigen und die positive Entwicklung vom März fortsetzen. Rückläufig waren hingegen die Notierungen für Blockbutter, die zum März um knapp 40 Cent pro Kilogramm satte 8 Prozent verlor. Ein Viertel abgepackte Butter kostete in Deutschland im April um 80 Cent weniger als vor zwölf Monaten. Selbiges dürfte für das Buttergeschäft in Österreich gelten. „Der Fettpreis ist entscheidend, hier war der Spotmarkt zuletzt wieder rückläufig“, so Gruber-Doberer.
Das gilt auch für die von der Handelskammer im italienischen Verona herausgegebene Notierung für Tankmilch aus Österreich (3,6 % F, frei Molkerei Norditalien). Nachdem sich von Mitte März bis Mitte April eine leichte Erholung von den Tiefstpreisen abzeichnete, fiel die Notierung seither wieder. Mit bis zu 25 Cent je Kilogramm ist sie diese Woche immerhin stabil, wenn auch auf weiterhin sehr niedrigem Niveau.
Fraglich ist, wie sich Europas Großproduzenten, ob der nahezu überall dominierenden Trockenheit, in den kommenden Wochen und Monaten verhalten werden. „Vielleicht suchen wir im Herbst schon wieder Milch“, lässt MGN-Chef Gruber-Doberer zumindest etwas Optimismus durchblicken.
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