Die Kritik des WWF an den Wolfsabschüssen in Österreich hat zuletzt für Diskussionen gesorgt. Die Naturschutzorganisation spricht von durchschnittlich einem getöteten Wolf alle zwei Wochen und wirft der Politik einen falschen Umgang vor.
Der Tiroler Landtagsabgeordnete und Bezirksbauernobmann Michael Jäger weist diese Darstellung entschieden zurück. Aus seiner Sicht werde in der Wolfsdebatte häufig übersehen, unter welchen Bedingungen Almwirtschaft im alpinen Raum tatsächlich stattfindet.
„Realität auf unseren Almen wird ausgeblendet“
„Die Stellungnahmen des WWF zeigen einmal mehr, wie groß die Kluft zwischen ideologischen Kampagnen und der Realität auf unseren Almen ist“, erklärt Jäger. Wer vom Schreibtisch aus Statistiken interpretiere, ohne die tatsächlichen Bedingungen im alpinen Raum zu kennen, zeige vor allem eines: „eine erhebliche Weltfremdheit“.
Gerade Tirol sei mit vielen anderen Regionen Europas nur schwer vergleichbar. Die Almwirtschaft finde häufig im hochalpinen Gelände statt – mit weitläufigen Weideflächen, steilen Hängen und schwer zugänglichem Terrain.
Wer vom Schreibtisch aus Statistiken interpretiert, ohne die tatsächlichen Bedingungen im alpinen Raum zu kennen, beweist vor allem eines: eine erhebliche Weltfremdheit.
LAbg. Michael Jäger
Herdenschutz auf Almen oft schwierig umzusetzen
Unter diesen Voraussetzungen stoßen klassische Herdenschutzmaßnahmen laut Jäger rasch an praktische Grenzen. Maßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde, die in anderen Regionen Europas eingesetzt werden, seien im alpinen Gelände nur eingeschränkt umsetzbar.
Viele bäuerliche Betriebe sehen die Entwicklung deshalb mit Sorge. Besonders in Regionen mit intensiver Almwirtschaft wird die Rückkehr des Wolfs aufmerksam verfolgt.
Bauern fordern praktikables Wolfsmanagement
Für Jäger steht fest, dass der Schutz der bäuerlichen Betriebe und der Erhalt der traditionellen Almwirtschaft im Mittelpunkt stehen müssen. „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe leisten tagtäglich enorme Arbeit für die Pflege unserer Kulturlandschaft“, betont der Bezirksbauernobmann.
Wenn Wölfe wiederholt Nutztiere reißen, müsse die Politik handlungsfähig bleiben. „Ein funktionierendes Wolfsmanagement – inklusive gezielter Entnahmen von Problemwölfen – ist daher notwendig“, so Jäger.
Zum Abschluss fordert er eine sachliche Diskussion über den Umgang mit dem Wolf in Österreich. „Ideologische Kampagnen aus der Ferne helfen weder dem Artenschutz noch der Almwirtschaft“, sagt Jäger.
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