Egal ob zu Sportzwecken oder als Freizeitbeschäftigung. Die Haltung von Pferden hat – trotz Teuerung – in Österreich Hochkonjunktur. Einer im Vorjahr vom Industriewissenschaftlichen Institut präsentierten Erhebung zufolge wird hierzulande eine Wertschöpfung von bis zu 13.500 Euro pro Pferd und Jahr generiert. Laut Viktoria Egger, Fachberaterin für Pferdezucht und -haltung der LK Niederösterreich, profitiert davon auch die Bauernschaft. Demnach stehen gut drei Viertel der in Österreich gehaltenen etwa 150.000 Pferde in Einstellplätzen.
Nachfrage vorhanden
„Rund um Städte, in Niederösterreich etwa im Wiener Speckgürtel, ist die Nachfrage anhaltend hoch“, weiß Egger. Zuletzt beobachtete sie aber auch eine gewisse Trendumkehr. Um die steigenden Kosten für das eigene Pferd abzufedern, seien Pferdebesitzer zunehmend bereit, auch weitere Anfahrten in Kauf zu nehmen. „Kostengünstige Einstellplätze sind gesucht“, weiß die Marktkennerin. In der Landwirtschaft habe man durch die eigene Futtergrundlage und Fläche die Möglichkeit, auch etwas günstiger anzubieten.
Die lukrierbaren Einnahmen schwanken dabei je nach Region und angebotenem Service. Egger: „In Niederösterreich reicht die Bandbreite von rund 250 bis 600 Euro pro Pferd und Monat je nach Infrastruktur und Stadtnähe.“ In Stallungen für exklusive Sportpferde könne die Einstellgebühr darüber liegen, in beispielsweise extensiven Aufzuchtbetrieben für Jungpferde auch darunter. Generell ist festzuhalten, dass Bauern seit 2017 auch in der Urproduktion Einstellplätze anbieten können. Dann dürfen nur zwei Pferde (Vorsicht Stück, nicht GVE) pro Hektar Nutzfläche sowie maximal 25 Pferde eingestellt werden. Um ein für Pferdehalter ansprechendes Angebot bieten zu können, sind einige Voraussetzungen Pflicht. Wer professionelle Turnierreitpferde beherbergen möchte, kommt etwa nicht um eine oder mehrere Reithallen herum. Viktoria Egger sieht diese Klientel aber nicht als primäre Zielgruppe bäuerlicher Einstellplätze.
Voraussetzungen
Für Hobbyreiter seien in der Regel viel Auslauf, Allwetterkoppeln und Weide ausreichend, passende Ausreitmöglichkeiten zumindest von Vorteil, genauso wie ein Reitplatz. „Wenn man bestehende Infrastruktur so adaptieren kann, dass pferdegerechte Haltung möglich ist, dann ist der Schritt jedenfalls überlegenswert“, so die Expertin. Im Stall selbst gehe der Trend hin zur Gruppenhaltung im Aktivstall, die klassische Innenbox werde weniger nachgefragt. Im inneralpinen Gebiet kann auch das ergänzende Angebot einer Alpung interessant sein. Für den Erfolg in der Pferdeeinstellung ist laut der Fachberaterin auch die Affinität der Bauernfamilie zum Pferd entscheidend: „Ohne Vorwissen zu Fütterung und Tiergesundheit bei Pferden ist der Einstieg sicher komplex.“ Hier komme hinzu, dass die Tiere bei vielen Besitzern „zur Familie“ gehören, man bringt also durchaus hohe Erwartungen an den Einstellerbetrieb mit.
Beratungsangebote der LK nutzen
Egger verweist diesbezüglich auf die Weiterbildungs- und Beratungsangebote der LK. Vom Facharbeiter und Meister der Pferdewirtschaft über die betriebswirtschaftliche, rechtliche und Bauberatung bis hin zur fachlichen Expertise reicht das Angebot auf Landes- und Bezirksebene. Dann steht einem gut durchdachten Einstieg in diese Nische nichts mehr im Wege.
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