Sigi Fink - der Wettermann der Landwirtschaft

Welchen Platz die Landwirtschaft in seinem Leben einnimmt, verrät Sigi Fink als Meteorologe, Moderator, Hobbybauer und Autor im Gespräch mit der BauernZeitung.

Sigi Fink beim Wetter schauen

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Zwischen alten Rebstöcken, ORF Studios und Buchpräsentationen zu pendeln klingt nach Dauerstress. Für Sigi Fink ist es schlicht sein Alltag und vor allem eines: Leidenschaft. Der gebürtige Südtiroler moderiert bei Ö3 das Wetter und ist seit Anfang des Jahres auch das neue Gesicht von „Guten Morgen Österreich“. Der gemeinsame Nenner all dieser Aufgaben ist dabei stets derselbe: das Wetter. Schon als Kind trieb ihn die Neugier an, warum sich Wolken bilden, wie Regentropfen entstehen und warum es im Winter schneit. Fragen, die ihm seine Eltern zwar beantworten konnten, jedoch wollte er mehr wissen.

Nach seiner Matura studierte er deshalb Meteorologie und Geophysik an der Universität Innsbruck. In einer großen Wetterredaktion zu arbeiten, wollte er damals schon, erzählt Fink. „Für ein Praktikum beim ORF musste ich damals regelrecht kämpfen. Als ich es jedoch geschafft habe, war ich überglücklich.“ Bald nach seinem Praktikum kam es dann zu einer Festanstellung in der Wetterredaktion auf dem Küniglberg in Wien. Schritt für Schritt arbeitete sich der Südtiroler nach oben.

Sein Augenmerk ist das Agrarwetter

Er selbst bewirtschaftet nebenbei einen kleinen Hof im Südtiroler Eisacktal. Dort findet man einen Hektar Trauben der Sorte Vernatsch und einen Berghang mit Wiesen zum Mähen. Für die dort anfallenden Arbeiten fährt er dafür regelmäßig nach Südtirol. „Da ich selbst in dieser Branche tätig bin, weiß ich wie wichtig stabile Wetterprognosen sind“, so Fink. Für ihn macht es einen großen Unterschied, ob er das Wetter für Bäuerinnen und Bauern ansagt oder für Menschen, die baden oder wandern möchten. „Ich sage das Wetter für Bauern an“, betont er, mit Fokus auf langfristige Entwicklungen, Gewitterwarnungen und Analysen für Großraumfläche. Dieser doppelte Blick auf die Witterung, so Fink, helfe ihm, seine Arbeit besser zu machen.

Eine Wetterprognose zu erstellen ist für ihn wie das Verfassen einer Geschichte. „Klar kann ich auch sagen: Morgen wird es regnen, aber viel mehr geht es darum, wie viel es regnet, welche Art von Regen fällt und ob ich abends den Garten trotzdem noch gießen muss.“ Genau das versucht er in jede seiner Wetterbeschreibungen einzubauen.

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Sigi Fink ist seit 2011 beim ORF als Wetterredakteur tätig.

Vielfalt in einer Person

Drei Wochen im Monat klingelt der Wecker von Sigi Fink bereits in den sehr frühen Morgenstunden. Kurze Zeit später findet man ihn im „Guten Morgen Österreich“-Studio oder hört ihn im Ö3-Wecker. Nebenbei schreibt der Südtiroler auch noch Bücher und versucht in diesen Wetterentwicklungen vereinfacht zu erklären und mit Beispielen zu ergänzen. „Die meisten Bücher habe ich am Küchentisch neben meiner Mutter geschrieben.“ Er lässt sich nämlich gerne von seinem Umfeld inspirieren und schreibt seine Gedanken ohne viel Hin und Her nieder. Aktuell arbeitet er bereits an weiteren Büchern, mehr will er jedoch noch nicht verraten. Spontan sein, beschreibt den gebürtigen Südtiroler Sigi Fink ganz gut, denn er bevorzugt es ins kalte Wasser geworfen zu werden. Viel Vorbereitung für Moderationen oder Lesungen benötigt er meist nicht, denn wie er selbst sagt „die Leute mögen mein ehrliches und authentisches Auftreten und das geht am besten, wenn ich aus dem Bauch herausrede“.

Da ich selbst in dieser Branche tätig bin, weiß ich wie wichtig stabile Wetterprognosen sind.

Sigi Fink

Für Arbeiten am Hof fährt Sigi regelmäßig nach Südtirol.

heuarbeit Sigi fink

Sigi bei der Lese der typischen Südtiroler Rotweinsorte Vernatsch.

Lese Vernatsch

Das schöne Wetter genießen - das tut Sigi Fink vor allem beim Wandern in Südtirol.

Seiser Alm Sigi Fink

Schon als Kind trieb ihn die Neugier an, warum sich Wolken bilden - seine Mutter gab ihm Antworten, jedoch wollte er mehr wissen.

Sigi mit Mutter

Wetterweitblick vom Profi

Das Wetter in Österreich ist laut ihm ständig im Wandel. Wetterkapriolen und Klimawandel sind dabei ernst zu nehmende Entwicklungen. „Man soll das Wetter nicht unterschätzen, aber nicht den Teufel an die Wand malen“. Extremwetterereignisse werden sich häufen, daran lässt Fink keinen Zweifel. Für die Landwirtschaft werde das spürbare Folgen haben. Ob damit jedoch zwingend schlimme Zeiten auf Österreich zukommen, will er so nicht stehen lassen. „Das Wetter können wir nicht beeinflussen und das ist auch gut so“, sagt Fink abschließend.

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