Conny Rohrmoser mit Sabine Kornberger

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Wie sich der Reiterhof in St. Johann zum Green Care-Betrieb entwickelt hat

Ein Mutterkuhbetrieb, der zum sozialen Lernort wird: Wie Bäuerin Cornelia Rohrmoser mit Green Care neue Wege geht und warum dieses Angebot immer stärker gefragt ist.

Mutterkuhhaltung, Green-Care Betrieb, Urlaub am Bauernhof. Der Reiterhof der Familie Rohrmoser in St. Johann steht auf vielen Beinen und wird von Cornelia Rohrmoser gemeinsam mit ihrem Mann geführt. Als Conny Rohrmoser auf den Hof ihres Mannes heiratete war schnell klar, dass sie ihre Leidenschaft, die Pädagogik, mit der Landwirtschaft verbinden möchte.

Mit Mut zum Erfolg

Doch wie so oft war der Anfang nicht einfach. Denn für den Einstieg in Green Care war ein Umbau des Anbindehaltungstalles notwendig. „Das war eine wirklich schwere Entscheidung für uns, aber rückblickend war es die richtige“, sagt die Salzburger Bäuerin.

Für Rohrmoser, die auch als Landwirtschaftskammerrätin die Interessen der Bäuerinnen und Bauern vertritt, war dieser Weg eine logische Entwicklung. „Ich mache das, was ich gerne tue und was meine Leidenschaft ist – und verbinde das mit der Landwirtschaft.“

Tiere und Natur bewirken viel

Der Einstieg in den neuen Betriebszweig erfolgte schrittweise. Über „Schule am Bauernhof“ sammelte sie erste Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern. Dabei wurde schnell klar, welches Potenzial im Hof steckt. „Ich habe gesehen, dass Kinder am Hof ein anderes Verhalten zeigen als im Klassenraum. Tiere und Natur bewirken gemeinsam etwas“, so die gelernte Kindergartenpädagogin. Aus ersten Angeboten entwickelte sich nach und nach ein professionelles Green-Care-Konzept. Heute arbeitet Rohrmoser mit Kindern, Jugendlichen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Ich mache das, was ich gerne tue und was meine Leidenschaft ist – und verbinde das mit der Landwirtschaft.

Conny Rohrmoser

Struktur, Ausbildung und Qualität

Green Care bedeutet dabei weit mehr als den Kontakt zu Tieren. Gefragt sind fachliche Qualifikationen, laufende Fortbildungen und ein klarer pädagogischer Zugang. Themen wie Jugendarbeit, psychische Gesundheit oder Erste Hilfe gehören ebenso dazu wie landwirtschaftliches Know-how. Auch bei den Tieren zählt Qualität: Ruhige, menschenbezogene Charaktere sind entscheidend – idealerweise aus eigener Nachzucht. Gleichzeitig müssen auch bauliche und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Ein offener Hof für Menschen

Mit den Jahren hat sich der Hof stark verändert. Er ist zu einem Ort der Begegnung geworden. „Der Hof ist menschlicher geworden“, beschreibt Rohrmoser diese Entwicklung. Gleichzeitig zeigt sich: Neue Ideen können sich auch wirtschaftlich tragen. „Wir unterscheiden uns von der klassischen Landwirtschaft, setzen neue Ideen mit Mut um – und erzielen damit auch wirtschaftliche Erfolge“, ist Rohrmoser stolz.

Wachsender Bedarf, klare Perspektive

Die Nachfrage nach Green Care ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, besonders seit der Corona-Pandemie. Für Rohrmoser ist klar: „Das ist kein Trend, sondern ein Angebot, das gebraucht wird und bleibt.“ Damit eröffnet Green Care nicht nur neue Einkommenschancen für landwirtschaftliche Betriebe, sondern stärkt auch ihre Rolle in der Gesellschaft – als Orte, an denen Menschen Halt, Struktur und neue Perspektiven finden. Darüber und über vieles mehr spricht Conny Rohrmoser im aktuellen Podcast der BauernZeitung mit Sabine Kronberger.

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