Was 1976 mit dem bäuerlichen Gästering begann und seit 1999 im Landesverband organisiert ist, hat sich zu einer tragenden Säule für viele bäuerliche Familienbetriebe entwickelt. Oberösterreich war zudem maßgeblich an der Gründung des Bundesverbandes im Jahr 1991 beteiligt, dessen 35-jähriges Bestehen heuer ebenfalls gefeiert wird.
Wirtschaftliches Standbein
Für viele Höfe ist Urlaub am Bauernhof längst mehr als ein Zusatzangebot. „Gerade für kleinstrukturierte Betriebe ist Urlaub am Bauernhof ein wesentliches wirtschaftliches Standbein. Rund 40 Prozent des Einkommens werden in vielen Betrieben mit diesem Betriebszweig erzielt“, betont LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Die Zahlen unterstreichen die dynamische Entwicklung: Während in den 1970er-Jahren für eine Nächtigung mit Frühstück noch zwischen 20 und 65 Schilling bezahlt wurden, liegt der Durchschnittspreis heute bei rund 61 Euro. „Diese Entwicklung steht vor allem für die deutlich gestiegene Qualität und das hochwertige Angebot auf den Höfen“, erklärt Obfrau Karin Huber, die selbst mit einen Urlaub am Bauernhof-Betrieb in Linz-Ebelsberg führt.
Dass Qualität von Anfang an entscheidend war, zeigte sich bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren. 1977/78 erhoben die Berater der Bezirksbauernkammern die Ausstattung auf den Höfen, Mindestkriterien wie Standardzimmer mit Fließwasser wurden definiert. 1993 folgten bundesweit einheitliche Kriterien und erste Kategorisierungen, 2016 schließlich die Einführung der Premiumqualität mit der fünften Blume.
Es steigen laufend neue Betriebe ein. Das zeigt: Diese Sparte hat Zukunft.
Karin Huber
Botschafter zwischen Städtern und Bauern
Doch die Betriebe leisten weit mehr als Beherbergung. Sie sind wichtige Vermittler zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. „Diese Betriebe sichern Einkommen für bäuerliche Familien, schaffen Arbeitsplätze und bringen Wertschöpfung in unsere Regionen. Gleichzeitig bauen sie eine wichtige Brücke zwischen Stadt und Land – indem sie den Menschen zeigen, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie Landwirtschaft heute gelebt wird“, hebt Landeshauptmann Thomas Stelzer hervor.
Innovationen in der Vermarktung
Auch in der Vermarktung zeigte sich der Innovationsgeist der Organisation. Von den Anfängen mit dem Raiffeisen-Gästedienst über erste Internetauftritte bis hin zur digitalen Buchbarkeit entwickelte sich das Angebot stetig weiter. Bereits 2000 startete in Oberösterreich ein Pilotprojekt zur Onlinebuchung, später folgte ein eigenes Buchungstool. „Diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie früh die Organisation den Wandel erkannt und professionell mitgestaltet hat: Wer heute sichtbar und buchbar ist, hat große Chancen“, sagt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.
Große Bedeutung für den Tourismus
Auch aus touristischer Sicht hat sich das Angebot zu einem zentralen Erfolgsfaktor entwickelt. „In einer Welt von Reizüberflutung, Beschleunigung, ständiger Erreichbarkeit und zunehmender Unsicherheit sehnen sich die Menschen immer mehr nach Erdung, Sinn und echter Regeneration. Auch deshalb steigt die Nachfrage nach Urlaub am Bauernhof in Oberösterreich merklich an, besonders bei internationalen Gästen“, erklärt Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer von Oberösterreich Tourismus.
Copyright © Barbara Hohenwallner
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