Leopold Gruber-Doberer am Rednerpult

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Milchmarkt unter Druck: Export als Entlastungsstrategie

Trotz funktionierender Vermarktungsstrategie und stabiler Absatzmärkte treffen auch die NÖM die Verwerfungen am Milchmarkt. Wie gegengesteuert wird, wurde bei der MGN-Generalversammlung erklärt.

Mehr als 200 Funktionäre und Delegierte folgten der Einladung zur diesjährigen Generalversammlung der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN) Ende April in Altlengbach. In seinem Bericht konnte deren Obmann, LKR Martin Steiner, zunächst auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurückblicken. Die Milchanlieferung war im Jahresverlauf um 18 Mio. Kilogramm gestiegen. In Summe wurden 456 Mio. Kilogramm an die NÖM AG zur Verarbeitung geliefert.

Seit Herbst machen allerdings sinkende Milchpreise Sorgen. In Summe musste laut Steiner eine Absenkung von 12 Cent netto verkraftet werden. „Bei diesen Milchpreisen ist die AfA nicht mehr zu verdienen“, mahnte der Obmann. Er forderte in diesem Zusammenhang die zahlreich anwesenden Molkereivertreter aus ganz Österreich auf, die Schleuderpreise im Handel sofort zu beenden. „Es geht schlichtweg um die Existenzen der Milchbäuerinnen und Milchbauern“, appellierte er.

Markt unter Druck durch steigende Produktion

MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer informierte im Nachgang über die Hintergründe der aktuellen Marktverwerfungen. Derzeit werde in allen wesentlichen Milchproduktionsländern der Welt mehr Milch produziert, mit höheren Inhaltsstoffen, wie er anmerkte. „Erst wenn die Produktion zurückgeht, hat der Milchpreis wieder eine Chance, zu steigen“, so die nüchterne Analyse des MGN-Chefs.

Insgesamt erfreulich sei hingegen die Entwicklung der NÖM, an der die Genossenschaft mit 33,95 Prozent beteiligt ist. Aufgrund der erfolgreichen Vermarktung sei man in Baden imstande, die gesamte Milch der MGN auch zu Produkten zu veredeln. „Das gibt Sicherheit für die Milchbauern“, so der Tenor. Näheren Einblick in die Vermarktungssituation gaben Werksleiter Franz-Josef Schattleitner und der Vorstand für Verkauf und Marketing, Alfred Berger. Eine wesentliche Säule des Unternehmens sei der Export in 26 Länder Europas. „Dadurch wird der heimische Milchmarkt massiv entlastet“, hieß es. Das am Standort in Bau befindliche Hochregallager sei zeit- und budgetmäßig im Plan. Der Betrieb werde bis Jahresende aufgenommen.

Auf der Versammlung wurden auch heuer wieder die 15 besten Milchlieferanten der Milchgenossenschaft geehrt – alljährlich einer der Höhepunkte der Veranstaltung.

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