Die Land&Forst Betriebe Österreich blicken (im Forst) auf ein insgesamt stabiles Produktionsjahr 2025 zurück, sehen die Branche jedoch zunehmend unter Druck. Zwar sorgten im Vorjahr gute Niederschläge, stabile Preise und vergleichsweise wenige Schadereignisse für ein solides Ergebnis, doch die strukturellen Herausforderungen nehmen weiter zu. Der Holzeinschlag lag mit rund 19,5 Millionen Festmetern weiterhin auf hohem Niveau, leicht unter jenem des Vorjahres, zugleich aber fünf Prozent über dem zehnjährigen Mittel.
Erntekosten stiegen um ein Fünftel
„Das Forstjahr 2025 zeichnete sich durch insgesamt wenige Kalamitäten, regional gute Niederschläge und eine stabile Preisentwicklung aus. Die Kosten wachsen aber zum Teil schneller als die Bäume“, fasst Generalsekretär Martin Kubli zusammen. Für 2026 warnt er vor zunehmenden Risiken durch fehlenden Niederschlag, volatile Märkte und die spürbaren Folgen des Klimawandels, etwa durch vermehrte Waldbrände.
Auch die Produktionsprognose bleibe zwar stabil, ist jedoch von Unsicherheiten geprägt: Für 2026 wird ein leichter Anstieg des Holzeinschlags auf rund 19,8 Millionen Festmeter erwartet. Gleichzeitig verschärfen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Holzerntekosten um rund 22 Prozent, die Gesamtkosten sogar um etwa 35 Prozent.
Die Kosten wachsen zum Teil schneller als die Bäume.
Martin Kubli
Generalsekretär
Neben der Kostenentwicklung belasten die geopolitischen Krisen die Branche zusätzlich. Gestörte Lieferketten, steigende Transportkosten und teilweise wegfallende Absatzmärkte im Umfang von mehreren Millionen Kubikmetern Nadelschnittholz treffen die Betriebe direkt. Parallel steigen Energie-, Logistik- und Düngemittelpreise. „Somit haben wir eine doppelte Belastung: Auf der einen Seite fallen wichtige Absatzmärkte in der Wertschöpfungskette weg, auf der anderen Seite steigen die Kosten, wie bei Düngemitteln und Treibstoff“, betont Präsident Konrad Mylius. Die angekündigte Agrardieselrückvergütung sei daher ein wichtiger Entlastungsschritt.
Auch die EU-Regulierung sorgt für Unsicherheit. Besonders die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und die EU-Renaturierungsverordnung werden kritisch gesehen, da Umsetzung und Finanzierung aus Sicht der Branche weiterhin offen sind. Mylius warnt: „Neue Aufgaben brauchen zusätzliche Mittel.“ Gleichzeitig zwingt der Klimawandel zu verstärkten Investitionen in den Waldumbau. Der Waldfonds bleibt dabei zentral: „Der Waldfonds ist eines der wirksamsten Instrumente, um die Anpassung unserer Wälder aktiv zu unterstützen“, so Mylius.
An der Spitze der Grundbesitzervereinigung kam es mittlerweile übrigens zu einem Wechsel: Mit 1. Mai übernahm Paul Ehgartner die Funktion des Generalsekretärs der Land&Forst Betriebe Österreich von Kubli.
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Der neue Generalsekretär Paul Ehgartner, Präsident Konrad Mylius und die neue stellvertretende Generalsekretärin Valerie Lainer-Findeis
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